Pleite für den DFB: Frauen-WM 2027 geht nach Brasilien

FIFA-Entscheidung in Bangkok

Die Frauen-WM 2027 wird in Brasilien ausgetragen. Dies entschied der FIFA-Kongress in Bangkok am Freitag mit 119:78 Stimmen. Damit setzte sich Brasilien gegen Deutschland und seine Partner Belgien und die Niederlande durch. Erstmals findet eine Frauen-WM in Südamerika statt.

„Wir werden in Brasilien die beste WM aller Zeiten erleben“, verkündete FIFA-Präsident Gianni Infantino. Ednaldo Rodrigues, Brasiliens Verbandschef, sprach von einem „Sieg für den Frauenfußball“.

Die Spielerinnen der deutschen Mannschaft stimmen vor dem Spiel der UEFA Women's Nations League zwischen Frankreich und Deutschland im Groupama-Stadion in Decines-Charpieu, Zentral-Ost-Frankreich, am 23. Februar 2024 die Nationalhymne an. (Foto: FRANCK FIFE / AFP)
Die Spielerinnen der deutschen Mannschaft stimmen vor dem Spiel der UEFA Women’s Nations League zwischen Frankreich und Deutschland im Groupama-Stadion in Decines-Charpieu, Zentral-Ost-Frankreich, am 23. Februar 2024 die Nationalhymne an. (Foto: FRANCK FIFE / AFP)

Deutsche Bewerbung gescheitert

Deutschland hatte die Frauen-WM zuletzt 2011 alleine ausgerichtet. Unter dem Motto „Breaking New Ground“ trat der DFB diesmal gemeinsam mit Belgien und den Niederlanden an. Trotz der Rückzüge der Bewerbungen von USA und Mexiko sowie Südafrika schafften es die Europäer nicht, die FIFA-Delegierten zu überzeugen.

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DFB-Präsident Bernd Neuendorf hatte bei der Präsentation eine kommerziell erfolgreiche und kompakte WM versprochen. Ziel der Co-Bewerber war es, die „größte Feier des Frauenfußballs in der Geschichte“ zu organisieren. Dennoch galt die europäische Bewerbung als Außenseiter, was sich auch in der FIFA-Bewertung zeigte: Brasilien erhielt 4,0 von 5 Punkten, die Europäer nur 3,7.

Alle Ausrichter der Frauen WM von 1991 bis 2027
Alle Ausrichter der Frauen WM von 1991 bis 2027

Zweifel und Kritik an der FIFA-Bewertung

Der FIFA-Evaluierungsbericht führte rechtliche Risiken und mögliche operative sowie finanzielle Probleme bei den Europäern an. Diese Bewertung lässt vermuten, dass die FIFA auf maximale Erlöse abzielt und ihre Forderungen nach staatlicher Unterstützung und Steuererleichterungen nicht ausreichend erfüllt sah. Die jüngsten Bemühungen der deutschen Delegation, unterstützt von Bundeskanzler Olaf Scholz sowie den Premierministern Belgiens und der Niederlande, blieben erfolglos.

Zukunftsaussichten für den DFB

Für den DFB könnten die Chancen auf eine Heim-WM für viele Jahre dahin sein. Die FIFA pflegt enge Kontakte in die USA, die als Kandidat für die Frauen-WM 2031 gelten. Die nächste Chance für den DFB könnte sich erst 2035 ergeben. Brasilien hingegen kann auf bestehende Infrastruktur zurückgreifen, die für die Männer-WM 2014 und die Olympischen Spiele 2016 aufgebaut wurde.

Wer schreibt hier?

  • Nils Römeling

    Nils Römeling, seit 2006 aktiv, hat sich als Autor und Betreiber mehrerer angesehener Fußballwebseiten etabliert. Diese Plattformen bieten umfassende Berichterstattung über diverse Aspekte des Fußballs – von der deutschen Nationalmannschaft über die Bundesliga bis hin zu internationalen Begegnungen und dem Frauenfußball. Er hatte das Privileg, bedeutende Fußballereignisse wie die Weltmeisterschaften 2010, 2014 und 2022 sowie die Europameisterschaften 2016 und 2021 live zu erleben und darüber zu berichten. In seiner Freizeit unterstützt er leidenschaftlich den FC Augsburg und besucht regelmäßig Spiele im Stadion.

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