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Zwischen dem FC St. Pauli und dem VfL Wolfsburg bahnt sich am letzten Bundesliga-Spieltag ein echtes Abstiegsfinale an. Während die Hamburger den Kampf auf dem Rasen mit großer Emotionalität aufladen, setzt Wolfsburgs Dieter Hecking vor dem Duell am Millerntor auf Zurückhaltung. Für beide Teams steht am Samstag um 15.30 Uhr live bei Sky alles auf dem Spiel.

St. Pauli ruft die „Schlacht“ aus
Bei St. Pauli war früh klar, wie der Charakter dieses Endspiels aussehen soll. Jackson Irvine formulierte es drastisch und sagte: „Wir können dieses fucking Spiel gewinnen“, bevor er das Duell gegen Heckings VfL als Finale um die Relegation einordnete. Der Kapitän betonte, dass am Millerntor „alles auf dem Spiel“ stehe. Auch Louis Oppie sprach bei DAZN von einer „Schlacht“.
Die Kiezkicker stehen mit dem Rücken zur Wand und versuchten schon vorab, sich emotional auf den Showdown einzustellen. Trainer Alexander Blessin sieht seine Mannschaft dabei nicht chancenlos. „Gegen Wolfsburg müssen wir genauso spielen wie heute. Ob es dann einen Zwei- oder Dreikampf gibt, ist egal. Wenn wir das Spiel gewinnen, haben wir es selbst in der Hand“, sagte er nach dem Auftritt in Leipzig.
Tabelle der Bundesliga Platz 10 bis 18
Europa League
Relegationsplatz
Abstieg in die 2.Liga
Europa-Conference-League-Play-offs
Hecking mahnt zur Ruhe
Auf Wolfsburger Seite klang die Tonlage zunächst deutlich nüchterner. Hecking wollte vor dem direkten Abstiegsduell kaum über die Brisanz sprechen und erklärte nach dem knappen 0:1 gegen Bayern München, das entscheidende Spiel sei für ihn „noch sehr weit weg“. Erst im ZDF-Interview räumte er ein, dass seine Mannschaft „auf Pauli auf jeden Fall auf Sieg spielen“ müsse.
Der zusätzliche Druck kommt durch den Heidenheimer Sieg hinzu. Der 1. FC Heidenheim zog am Sonntag durch das 3:1 in Köln am 1. FC Köln vorbei und steht wie St. Pauli und Wolfsburg bei 26 Punkten. Die Rote Laterne übernahmen damit die Hamburger, die tags zuvor bei RB Leipzig mit 1:2 verloren hatten. Wolfsburg rangiert als Tabellen-16. auf dem Relegationsplatz und verfügt über die um drei Tore bessere Tordifferenz.
Form spricht für die Wölfe, Nervensache für alle drei
Hecking ordnete das Bayern-Spiel trotz der Niederlage durchaus positiv ein. „Es ändert letztendlich nichts, ob wir unentschieden gespielt oder verloren haben. An der Situation ändert sich nichts. Für das Gefühl ist es trotzdem ein gutes Spiel“, sagte er bei Sky. Gerade die erste Halbzeit hatte gezeigt, dass der VfL in Führung hätte gehen können, ehe Michael Olise in der 56. Minute mit seinem Traumtor den Nackenschlag setzte.
Die Formkurve spricht zuletzt etwas für die Niedersachsen, die aus den vergangenen vier Partien fünf Punkte holten. St. Pauli wartet dagegen seit neun Spielen auf einen Sieg, zeigte in Leipzig aber wie Wolfsburg gegen Bayern eine ansprechende Leistung. Heidenheim empfängt zum Abschluss den längst geretteten FSV Mainz 05, weshalb aus Sicht aller drei Klubs klar ist, dass am letzten Spieltag nur ein Sieg wirklich Sicherheit bringt. Irvine brachte es auf den Punkt: „Es ist ein Finale. Wir müssen uns wie auf ein Pokalfinale vorbereiten.“
Die Entscheidung fällt am Samstag am Millerntor.