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Fährt Italien doch zur WM 2026?
Italien hat die Qualifikation für die WM zwar sportlich bereits verpasst, doch ein Platz bei der Endrunde ist für die Squadra Azzurra noch nicht komplett vom Tisch. Auslöser ist der eskalierende Konflikt zwischen Iran und den USA, der im Extremfall sogar zu einem Startverzicht der Iraner führen könnte. Infantino geht davon nicht aus, aber der Iran selbst kann ja boykotieren.

Die Italiener scheiterten in den Playoffs an Bosnien-Herzegowina und verloren nach Elfmeterschießen mit 2:5. Für den viermaligen Weltmeister wäre es die dritte verpasste WM in Serie – trotz des erweiterten Teilnehmerfelds mit 48 Nationen.
Iran-Konflikt hält eine Hintertür offen
Rom – In Italien ist die Enttäuschung groß, doch eine Restchance auf die WM in Kanada, Mexiko und den USA bleibt bestehen. Hintergrund ist die angespannte Lage zwischen Iran und den Vereinigten Staaten, durch die ein Boykott oder ein Einreiseverbot der USA für das iranische Team nicht ausgeschlossen ist.
FIFA-Präsident Gianni Infantino betonte zwar zuletzt: „Plan A ist, dass der Iran zur WM fährt. Einen Plan B gibt es nicht.“ Gleichzeitig machte US-Präsident Donald Trump Mitte März aber deutlich: „Sie sind durchaus willkommen, aber ich glaube wirklich nicht, dass es angemessen ist, und empfehle es nicht – wegen ihrer Sicherheit und ihres eigenen Lebens.“
Iran hatte seinerseits vorgeschlagen, die Gruppenspiele nicht in Los Angeles und Seattle, sondern in Mexiko auszutragen. Ob das die politischen Spannungen entschärfen kann, ist offen.
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Italien lauert auf eine FIFA-Entscheidung
Sollte Iran tatsächlich nicht antreten, dürfte die FIFA laut Artikel 6.7 ihres WM-Reglements „einen anderen Verband nach freier Wahl“ als Ersatz benennen. In diesem Fall könnte Italien profitieren, weil es als Zwölfter der Weltrangliste das beste noch nicht qualifizierte Team wäre.
Allerdings wäre die Squadra Azzurra nicht der einzige Bewerber. Auch ein asiatischer Nachrücker käme infrage; als wahrscheinlichster Kandidat gelten im Fall der Fälle die Vereinigten Arabischen Emirate, die in der fünften Quali-Runde nach Hin- und Rückspiel mit 2:3 am Irak gescheitert waren.
Ein historisches Vorbild aus dem Jahr 1992
Ein solches Szenario wäre kein Novum im internationalen Fußball. 1992 wurde das bereits qualifizierte Jugoslawien wegen des Balkankriegs von der Europameisterschaft ausgeschlossen, woraufhin die UEFA Dänemark nachrücken ließ. Die Dänen nutzten die Chance sensationell und wurden Europameister – der größte Erfolg ihrer Geschichte.
Kommt es also zu einem Ausschluss oder Boykott Irans, könnte Italien in der Gruppe I den Platz des arabischen Landes einnehmen und auf Belgien, Neuseeland und Ägypten treffen. Dort hätte die Mannschaft die Möglichkeit, ihren ramponierten Ruf aufzupolieren und sich womöglich wie Dänemark 1992 als Favoritenschreck zu präsentieren.