Inhaltsverzeichnis - das findest du hier
- 1 Wirtz überragt: Die WM-Zauberformel
- 2 Matchdetails: Basel, St. Jakob-Park und der Spielverlauf
- 3 Defensive Sorgen: Löcher im Abwehrverbund
- 4 Trainer & Sportdirektor: Nagelsmanns Einordnung und Völlers Warnung
- 5 Mittelfeld: Goretzka, Angelo Stiller und die Zentrale
- 6 Angriff: Serge Gnabry, Kai Havertz und Debütant Lennart Karl
Florian Wirtz überragt beim 4:3 (2:2) in Basel und liefert schon zweieinhalb Monate vor dem WM-Auftakt ernsthafte Gründe zur Hoffnung für Deutschland bei der WM 2026. Der junge Spielmacher glänzte mit Traumtoren und klugen Vorlagen, zugleich offenbarten sich deutliche Probleme in der Defensive. Trotz der Abwehrschwächen betonen Bundestrainer und Spieler die Mentalität und Mut zum Risiko. Rudi Völler und Julian Nagelsmann bremsen die Euphorie mit klaren Worten, während Debütant Lennart Karl und Rückkehrer Kai Havertz erste positive Signale setzen.

Wirtz überragt: Die WM-Zauberformel
Florian Wirtz zog nach seiner Gala-Vorstellung beim Wunder-Wackel-Start ins Turnierjahr die Zauberformel für traumhafte WM-Nächte aus dem Hut. „Dass wir drei Tore kassieren, ist ein bisschen ärgerlich“, sagte der Tore-Künstler nach dem wilden 4:3 (2:2) in der Schweiz und fügte schmunzelnd an: „Wenn wir am Ende vier machen, ist das auch egal.“
Wirtz betonte seine Selbstsicherheit und gab schon zweieinhalb Monate vor dem Auftakt in den „American Dream“ die Parole aus: „Wir müssen uns vor keinem verstecken.“ Die Leistung des Offensivspielers wurde immer wieder als außergewöhnlich bezeichnet; RTL-Experte Lothar Matthäus vergab die Note Eins plus mit Sternchen.
Nagelsmann bestätigte, dass er Wirtz nach dessen Holperstart in England aufgebaut habe: „Er hat sich extrem geöffnet“, jetzt könne Wirtz „stärker sein als jemals zuvor“. Der Offensivspieler setzte im Spiel Traumtore und kluge Vorlagen, half so die Defizite in der Defensive auszugleichen.
Matchdetails: Basel, St. Jakob-Park und der Spielverlauf
Das Freundschaftsspiel im St. Jakob-Park endete 4:3 (2:2) für Deutschland, ein Ergebnis, das den wilden Spielverlauf widerspiegelt. Die Schweiz, als Nummer 18 der Weltrangliste höher einzustufen als alle deutschen WM-Gruppengegner, hatte dem Wirtz-Wirbel letztlich nichts entgegenzusetzen.

Die neue Variabilität im Spielaufbau war erkennbar, der größere Schwerpunkt auf Standards machte sich sofort bezahlt. Im Spielverlauf zeigten sich sowohl Ballbesitzphasen als auch schnelle Umschaltaktionen; dennoch blieben defensive Abläufe anfällig, was die Spannung im Testspiel erhöhte.
Auch ein körperlicher Zwischenfall prägte das Spiel: Kapitän Joshua Kimmich trug Schrammen im Gesicht nach dem Ellbogenschlag des Freiburgers Johan Manzambi davon. Debütant Lennart Karl erwies sich als Gewinn und brachte als Joker zusätzliche Unbekümmertheit ins Spiel.
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Defensive Sorgen: Löcher im Abwehrverbund
Nagelsmann machte keinen Hehl aus den Defiziten: „Trotzdem gibt es ein paar Punkte, die wir besser machen können im Verteidigen.“ Die anvisierte Basel-Besetzung für die WM präsentierte sich löchrig wie der berühmte Schweizer Käse, was Sorgenfalten bei Verantwortlichen hinterließ.
Kaum auszudenken, wie viele Tore Topfavoriten wie Spanien, Frankreich oder Argentinien gegen diese Defensive erzielen würden. „Natürlich“, bekannte Wirtz, „wollen wir das abstellen. Das brauchen wir bei der WM nicht.“
Vor allem Nico Schlotterbeck erwies sich als Unsicherheitsfaktor. Wirtz lobte zwar: „Nico hat mit den besten Spielaufbau in Europa“, doch genau in dieser Spezialdisziplin leistete sich der Dortmunder zwei böse Fehler, die zu Gegentoren führten. Nagelsmann nahm das zur Kenntnis, zeigte sich aber in seiner Einordnung gnädig: „Haken dran. Ich will, dass die Jungs Dinge probieren und mutig sind.“

Trainer & Sportdirektor: Nagelsmanns Einordnung und Völlers Warnung
Julian Nagelsmann reiste mit einigen Sorgen über Freiburg, wo am Samstag das Spielersatztraining stattfand, nach Stuttgart. Dort wartet am Montag (20.45 Uhr/ARD) Ghana, ein weiterer Test vor dem WM-Start. Der Bundestrainer zog eine gemischte Bilanz: „Ich habe viel Gutes gesehen“, sagte er und lobte die „gute Nehmerqualität“ seiner Elf.
Nagelsmann kündigte an, dass die Mannschaft „so bis auf zwei, drei Positionen auch beim WM-Start am 14. Juni gegen Curacao auflaufen soll.“ Zugleich mahnte Sportdirektor Rudi Völler zur Besonnenheit: „Jetzt mal nicht übertreiben!“—vier Worte, die allzu schwelgerische Schwärmereien eindämmten.
Mittelfeld: Goretzka, Angelo Stiller und die Zentrale
Die behelfsmäßig zusammengestellte Mittelfeldzentrale mit Leon Goretzka und Angelo Stiller funktionierte längst nicht so gut wie die Offensive. Stiller, nach seiner Nachnominierung ins Aufgebot gerückt, zeigte jedoch seinen fußballerischen Wert und gewann Nagelsmanns Lob für seine Ruhe am Ball.
Dennoch bleibt die Frage nach physischer Präsenz im Zentrum: „Ein aggressiver Zweikämpfer wird aber wohl nicht mehr aus dem Feinmotoriker, wie beim 0:1 exemplarisch zu sehen war.“ Diese Beobachtung unterstreicht die aktuelle Mischung aus Spielaufbau-Qualitäten und fehlender Robustheit im Mittelfeld.
Angriff: Serge Gnabry, Kai Havertz und Debütant Lennart Karl
Serge Gnabry nahm seine gute Form mit in das Testspiel und trug zur Offensivdynamik bei. Kai Havertz zeigte nach langer Abwesenheit einige Ansätze, die ihn als den „Unterschiedsspieler“ kennzeichnen, den nicht nur Nagelsmann in ihm sieht.
Teenager Lennart Karl brachte als Joker jene jugendliche Unbekümmertheit rein, die der Bundestrainer sehen will. Wirtz schwärmte: „Ein Top-Spieler“, „er wird die nächsten Jahre viel Spaß bringen. Wir wollen einfach nur genießen, dass er Deutscher ist.“
Wie Wunder-Wirtz, der Zauberer mit der WM-Formel.