FIFA WM 2026 wird zum Desaster laut Umweltexperten: „größter CO2-Fußabdruck“

Die Fußball-WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada droht aus sportlicher Sicht ein Rekordturnier zu werden, aus ökologischer Sicht aber ebenfalls. Nach Einschätzung von Umweltexperten wird das erstmals mit 48 Mannschaften und in drei Ländern ausgetragene Turnier den größten CO2-Fußabdruck in der Geschichte des internationalen Sports hinterlassen.

FIFA-Präsident Gianni Infantino spricht beim Semafor World Economy Summit 2026 in Washington D.C. am 15. April 2026. Der Gipfel versammelte Wirtschaftsführer und Tech-CEOs zu Diskussionen über Wirtschaft, Künstliche Intelligenz und globale Geschäftstrends. (Alex Wong / Getty Images North America via Getty Images)
FIFA-Präsident Gianni Infantino spricht beim Semafor World Economy Summit 2026 in Washington D.C. am 15. April 2026. Der Gipfel versammelte Wirtschaftsführer und Tech-CEOs zu Diskussionen über Wirtschaft, Künstliche Intelligenz und globale Geschäftstrends. (Alex Wong / Getty Images North America via Getty Images)

Rekordwerte bei Emissionen

David Gogishvili, Geograf an der Universität Lausanne (Unil), erklärte der Nachrichtenagentur AFP: „Anders als bei den Olympischen Spielen, wo der CO2-Fußabdruck bei den letzten Austragungen tendenziell gesunken ist, verhält es sich bei der FIFA-Männer-Weltmeisterschaft genau umgekehrt“. Die Forschungen der Unil kommen zu dem Ergebnis, dass die WM „den größten CO2-Fußabdruck in der Geschichte des internationalen Sports“ verursachen wird.

Die Berechnungen der Universität reichen von fünf bis neun Millionen Tonnen CO2. Zum Vergleich nannte Gogishvili die Olympischen Spiele 2024 in Paris, die bei rund 1,75 Millionen Tonnen lagen. Damit übertrifft das Turnier auch die geschätzten 2,17 Millionen Tonnen aus Russland 2018 deutlich sowie die 3,17 Millionen Tonnen aus Katar 2022. Gerade die WM in Katar stand wegen ihrer kurzfristig errichteten, überdimensionierten und klimatisierten Stadien massiv in der Kritik, obwohl es ein sehr kompaktes Turnier war.

Flugverkehr als größter Treiber

Das zentrale Problem der kommenden Endrunde sind die riesigen Distanzen zwischen den Spielorten. Zwischen Miami und Vancouver liegen mehr als 4.500 Kilometer. Vor allem der Flugverkehr dürfte die Bilanz weiter verschlechtern, denn ihn werden Mannschaften, Offizielle und Medienvertreter ebenso nutzen wie vor allem die von der FIFA angestrebten mehr als fünf Millionen Fans.

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Nach Angaben der britischen Organisation Scientists for Global Responsibility verursacht ein einziges Spiel bei einer Männer-Weltmeisterschaft zwischen 44.000 und 72.000 Tonnen CO2. Das entspreche, so die Berechnungen, den jährlichen Emissionen von 31.500 bis 51.500 britischen Autos.

Schon der Blick auf 2030 sorgt für neue Dimensionen

Auch die nächste WM ist bereits als Mammutprojekt angelegt. Das Turnier 2030 verteilt sich über sechs Länder und drei Kontinente. Es beginnt mit drei Auftaktspielen in Argentinien, Uruguay und Paraguay, bevor die übrigen 101 Partien in Marokko, Spanien und Portugal ausgetragen werden.