Im Fall eines WM-Titels im Sommer winkt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft eine Rekordprämie. DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig kündigte am Dienstagabend am Rande einer Veranstaltung in Düsseldorf an, dass der Deutsche Fußball-Bund dafür tiefer in die Tasche greifen würde als 2022 in Katar. Einen festen Betrag nannte er nicht, machte aber klar: „Wenn die Mannschaft Weltmeister wird, gibt es mehr als in Katar, weil deutlich mehr reinkommt, da will ich gar nicht mauern.“

Mehr als 400.000 Euro möglich
Bei der Wüsten-WM vor dreieinhalb Jahren hätten die Nationalspieler im Erfolgsfall 400.000 Euro pro Kopf erhalten. Dazu kam es allerdings nicht, weil der viermalige Weltmeister wie schon 2018 in Russland in der Vorrunde ausschied. Auch bei der Heim-EM 2024 hätte ein Turniersieg 400.000 Euro eingebracht, während die Weltmeister von 2014 noch mit 300.000 Euro pro Spieler entschädigt wurden.
Rettig betonte zugleich, dass die Prämienfrage für das Team um Kapitän Joshua Kimmich derzeit kaum Gewicht habe. „Da gibt es keine harten Verhandlungen.“ Vielmehr herrsche „die totale Leistungsbereitschaft“ vor. Die Mannschaft sei so überzeugt von ihren Möglichkeiten, dass die Prämie bei einem frühen Aus „gegen null“ gehe. Stattdessen gelte intern eher: „Dafür wollen wir hinten raus, wenn wir Weltmeister werden, einen Schnaps mehr.“
Steuern, Wechselkurs und hohe Kosten
Ganz unkompliziert ist die Ausgestaltung dennoch nicht. Die FIFA schüttet ihre Preisgelder in Dollar aus, bei der Umrechnung solle „keiner verlieren, weder die Mannschaft noch der DFB“. Zudem sei die steuerliche Seite „ein großes Problem“. Auch die hohen Ausgaben in den USA, Mexiko und Kanada spielten eine Rolle. Rettig sprach deshalb offen davon, dass die WM „für die meisten, die nicht ins Halbfinale kommen, ein Verlustgeschäft“ werde.
Deshalb habe der DFB bei der Prämienregelung „einen Puffer drin“. Man verständige sich zunächst „auf die grobe Linie“ und schaue danach, „was rumgekommen ist“. Der Tenor gegenüber der Mannschaft sei eindeutig: „Spielt Fußball und guckt, dass ihr den Titel oder Erfolge holt – und dann werden wir euch nichts vom Gehalt abziehen.“