DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig schießt gegen Hoeneß zurück – „einfach unnötige Kritik“

DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig hat Bundestrainer Julian Nagelsmann entschieden gegen die zuletzt immer lautere Kritik von Uli Hoeneß verteidigt. Bei einer Veranstaltung des Heimatvereins Düsseldorfer Jonges am Dienstagabend bezeichnete Rettig die Angriffe als „einfach unnötig“ und zeigte sich davon ausdrücklich irritiert.

Nationalmannschafts-Direktor Rudi Völler und DFB-Geschäftsführer Sport Andreas Rettig verfolgen gemeinsam die Trainingseinheit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am 6. September 2025 im RheinEnergieStadion in Köln. (Stuart Franklin / Getty Images)
Nationalmannschafts-Direktor Rudi Völler und DFB-Geschäftsführer Sport Andreas Rettig verfolgen gemeinsam die Trainingseinheit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am 6. September 2025 im RheinEnergieStadion in Köln. (Stuart Franklin / Getty Images)

Rettig legt gegen Hoeneß nach

Direkt an den Ehrenpräsidenten des FC Bayern gewandt sagte Rettig: „Ich kann mich nicht erinnern, dass jemand vom DFB Herrn Hoeneß gebeten hat, ein Zwischenzeugnis für Herrn Nagelsmann auszugeben. Ich kenne auch die Motivation nicht, was ihn da jetzt reitet.“ Zugleich stellte er klar: „Ganz so schlecht ist unser Trainer nicht, wie der ein oder andere erklärt.“

Mit Hilfe eines „Spickzettels“ arbeitete der DFB-Geschäftsführer die Vorwürfe Punkt für Punkt ab. Dass Nagelsmann nach einem Gespräch mit Hoeneß laut dem Bayern-Patron „leicht beleidigt“ reagiert habe, könne er nicht nachvollziehen. „In den zweieinhalb Jahren“ seiner Zeit beim DFB „war er kein einziges Mal beleidigt, auch wenn es bei uns mal gekracht hat“, sagte Rettig und fügte mit Blick auf Hoeneß spitz hinzu: „Manchmal hängt es auch davon ab, wer der Absender ist.“

Verletztenlage und Bayern-Vergangenheit im Blick

Auch den Einwand, die Nationalmannschaft sei einen Monat vor dem WM-Start noch nicht richtig eingespielt, ließ Rettig nicht gelten. Er verwies darauf, wie viele Profis in den jüngsten sechs Länderspielen gefehlt hätten: „Immer mindestens acht, in der Spitze bis zu zehn.“ Das könne man „nicht dem Trainer vorwerfen“.

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Außerdem erinnerte Rettig daran, dass Hoeneß‘ Bayern für Nagelsmann einst 25 Millionen Euro Ablöse gezahlt hätten und ihn nach seiner Entlassung gerne zurückgeholt hätten. „Das wird ja einen Grund haben.“ Nagelsmann habe zudem Paris Saint-Germain, an dem die Münchner kürzlich in der Champions League gescheitert waren, in seiner Zeit beim FCB zweimal besiegt.

Auch die FIFA gerät in die Kritik

Nicht nur Hoeneß und die Preisdebatte rund um den DFB standen im Fokus. Rettig nahm auch die FIFA ins Visier und kritisierte die hohen Ticketpreise für die WM scharf. Er sprach von „einer anderen Form der Gentrifizierung“ und ergänzte: „Wenn sie solche Themen dem freien Markt überlassen, kommt genau das dabei rum.“

Die Kostenentwicklungen beobachte er mit Sorge. „Meine Frau und ich rechnen gerade, ob das unsere Haushaltslage hergibt“, sagte Rettig scherzhaft. Gleichzeitig machte er deutlich: „Ich sehe das mit großer Sorge, das ist keine gute Entwicklung.“