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Nur noch 22 Tage vor dem WM-Auftakt in Deutschland wächst die Zuversicht. Am 14. Juni wartet mit Curaçao zunächst ein Neuling, doch Rudi Völler und Joachim Löw geben sich im Gespräch bei BILD 100 SPORT klar optimistisch.

Völler setzt auf Qualität und neue Überzeugung
DFB-Sportdirektor Rudi Völler, 66, will vor dem Turnier vor allem das Vertrauen zurückholen. „Wir müssen alle versuchen, den Glauben wieder in die Menschen reinzubekommen. Das haben wir auch verdient. Es gibt keine Mannschaft in Europa, die wie wir die letzten sieben Spiele gewonnen hat. Da war zwar nicht alles toll, aber wir haben Spieler, die hohe Qualität haben. Man muss uns erst mal schlagen.“
Als Titelfavoriten nennt Völler trotzdem Frankreich und den Europameister Spanien. Auch mit Blick auf das Personal zeigt er sich überzeugt, dass die Mannschaft über genügend Klasse verfügt, um in der Endrunde zu bestehen.
Löw sieht spielerische Entwicklung als Schlüssel
Auch Weltmeister-Coach Joachim Löw, ebenfalls 66, macht dem DFB-Team Hoffnung. „Wir haben Top-Spieler vorn. Der Schlüssel ist, dass du spielerisch auf einem hohen Niveau bist. Das waren wir einige Jahre nicht. Deutschland war bei der Heim-EM auf dem Niveau wie Spanien. Das war bei unserer Mannschaft 2014 auch so. Wir haben uns über Jahre hinweg entwickelt. Ich bin echt davon überzeugt, dass wir weit kommen können.“
Für Löw ist dabei nicht nur individuelle Qualität entscheidend, sondern auch die Art, wie die Auswahl auftritt. Die Entwicklung über Jahre und das höhere spielerische Niveau seien Gründe, weshalb er dem Team große Möglichkeiten zutraut.
Rückkehr von Neuer und die Frage hinter Baumann
Auch die Entscheidung für die Rückkehr von Manuel Neuer, 40, bewertet Völler positiv. „Ich bin ein Befürworter der Entscheidung. Er soll sich um den sportlichen und zwischenmenschlichen Bereich kümmern, für alles andere bin ich dann da.“ Löw pflichtet ihm bei: „Ich hätte mich persönlich auch für Manuel Neuer entschieden.“
Zur Degradierung von Oliver Baumann als Nummer 2 sagt Völler: „Für ihn war das sehr enttäuschend. Das ist klar. Es ist ein hochanständiger Kerl und ein Top-Torhüter. Es kann ja immer was passieren, da weiß der Oliver, dass er bereitstehen muss.“
Löw ordnet die WM-Erwartungen zudem über die lange Turnierdauer ein: „Bei einer Weltmeisterschaft, die so lange dauert, sind die Mischung und die emotionale Bindung wichtig. Deswegen bin ich überzeugt, dass der Kader gut zusammengestellt ist.“