„Stinker“ FC Bayern Uli Hoeneß kritisiert Nagelsmann erneut: „Nicht in Ordnung“

Uli Hoeneß hat Bundestrainer Julian Nagelsmann erneut scharf attackiert und dessen Kommunikation rund um die Rückholaktion von Manuel Neuer beanstandet. Im Spiegel-Spitzengespräch sprach der Ehrenpräsident von Bayern München von einer verfehlten Außendarstellung und stellte zugleich klar, dass er die sportliche Entscheidung pro Neuer weiterhin für richtig hält.

Uli Hoeness, Ehrenpräsident des FC Bayern München, spricht beim Live-Talk auf der Sportfachmesse ISPO Munich 2025. Der langjährige Bayern-Manager und -Präsident war am 1. Dezember 2025 in der Messe München zu Gast und gestikulierte lebhaft auf dem Podium. (Alexander Hassenstein / Getty Images)
Uli Hoeness, Ehrenpräsident des FC Bayern München, spricht beim Live-Talk auf der Sportfachmesse ISPO Munich 2025. Der langjährige Bayern-Manager und -Präsident war am 1. Dezember 2025 in der Messe München zu Gast und gestikulierte lebhaft auf dem Podium. (Alexander Hassenstein / Getty Images)

Kritik an der Kommunikation des Bundestrainers

Vor allem der Umgang mit der Nummer eins vor der Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada vom 11. Juni bis 19. Juli stößt Hoeneß auf. Es sei falsch gewesen, schon im Frühjahr zu verkünden, dass Oliver Baumann das DFB-Tor beim Turnier hüten werde. Über die Art des Vorgehens urteilte der 74-Jährige deutlich: „Die Art und Weise war nicht in Ordnung“, sagte er, „ich fand es nicht fair.“

Sportlich verteidigte der langjährige Bayern-Manager jedoch die Überlegung, statt auf Baumann auf Neuer zu setzen. An seiner grundsätzlichen Kritik an Nagelsmanns Kommunikation ließ er damit ebenso wenig Zweifel wie an seiner Einschätzung, dass der frühzeitige öffentliche Festlegungsschritt ein Fehler gewesen sei.

Kimmich, Pavlovic und der Bayern-Block

Auch die DFB-Planung im Mittelfeld sieht Hoeneß skeptisch. Dass Joshua Kimmich unter Nagelsmann als Rechtsverteidiger eingesetzt wird, kann er nicht nachvollziehen. „Joshua Kimmich brauche ich im Mittelfeld. Auf keinen Fall rechts hinten, Führungsspieler kann er da nicht sein“, sagte Hoeneß. Stattdessen wirbt er für einen „Bayern-Block“ im Zentrum mit Kimmich und dessen Vereinskollegen Aleksandar Pavlovic.

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Der von Nagelsmann am Donnerstag vorgestellte 26-köpfige Kader ist für Hoeneß insgesamt ordentlich, aber ohne absolute Spitzenklasse. Der frühere Bayern-Patron hatte in den vergangenen Wochen immer wieder gegen den Bundestrainer gestichelt und erneuerte nun auch den Vorwurf, Nagelsmann habe die jüngsten Länderspiele nicht als echte Einspielphase genutzt. Das DFB-Team „könnte sehr erfolgreich spielen, wenn aus diesen Einzelspielern ein Team wird“, sagte Hoeneß, „dafür hätte man eine Mannschaft drei-, vier-, fünfmal zusammenspielen lassen müssen, um sie zu einer Einheit zu machen.“

Gelassene Reaktion von Nagelsmann

Hoeneß betonte, seine Einwände seien nicht persönlich gemeint, sondern „sachlich-fachliche Kritik“. Nagelsmann hatte auf die Einlassungen des Münchner Funktionärs zuletzt gelassen reagiert. „Ich bin wirklich ganz, ganz selten beleidigt. Uli darf immer was zu mir sagen, ich habe großen Respekt vor seinem Lebenswerk. Und ich versuche immer, aus so etwas meine Schlüsse zu ziehen“, sagte der 38-Jährige in der Vorwoche im ZDF-Sportstudio.