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Der SC Freiburg hat seine europäische Märchenreise gekrönt und steht erstmals in der Vereinsgeschichte in einem Europacup-Endspiel. Mit dem 3:1 gegen Sporting Braga drehte der Bundesligist das 1:2 aus dem Hinspiel und buchte das Ticket für Istanbul, wo am 20. Mai nur noch Aston Villa oder Nottingham Forest zwischen den Breisgauern und dem historischen Titelgewinn stehen.

Frühe Überzahl bringt Freiburg auf Kurs
Vor 33.700 Zuschauern, unter ihnen Ex-Bundestrainer Joachim Löw, legte Freiburg im Halbfinal-Rückspiel sofort mit Wucht los und nutzte die frühe numerische Überlegenheit konsequent aus. Braga-Profi Mario Dorgeles sah bereits in der 6. Minute nach einer Notbremse gegen den frei durchstartenden Jan-Niklas Beste die Rote Karte, nachdem der im Hinspiel in der Nachspielzeit noch zum Siegtreffer gekommene Angreifer den Freiburger so gestoppt hatte. Zuvor hatte Keeper Noah Atubolu die Partie bei RTL als „eine Schlacht“ angekündigt und betont: „Wir wissen, was wir können.“
Der Sport-Club musste dabei auf Yuito Suzuki verzichten, der sich am Sonntag beim 1:1 in der Bundesliga gegen Wolfsburg eine Fraktur des rechten Schlüsselbeins zugezogen hatte. Für den Japaner rückte Nicolas Höfler in die Startelf. Von Beginn an peitschten die Fans ihr Team mit lautstarken Wechselgesängen nach vorne, und die Mannschaft von Julian Schuster kontrollierte Spiel und Gegner immer stärker.
Kübler und Manzambi drehen das Duell
Der Druck der Gastgeber zahlte sich in der 19. Minute aus. Eine zunächst zu kurz geklärte Flanke landete im wilden Gewusel vor dem Braga-Tor, Lukas Kübler hielt den entscheidenden Fuß hin, ehe der Ball nach mehreren Kontakten den Weg ins Netz fand. Freiburg blieb am Drücker, agierte im Aufbau geduldig und diszipliniert und legte vor der Pause nach: Johan Manzambi zog links nach innen und jagte den Ball aus rund 20 Metern in das rechte Eck zum 2:0, womit der Rückstand aus dem Hinspiel gedreht war.
Braga rettete sich dennoch mit einem Pfostentreffer von Victor Gomez kurz vor dem Halbzeitpfiff in die Pause, als der Versuch in der 45.+1 Minute am Aluminium landete.
Freiburger Chancenflut nach der Pause
Auch nach dem Seitenwechsel blieb Freiburg auf Entscheidung aus. Vincenzo Grifo traf in der 47. Minute den Außenpfosten, Matthias Ginter verfehlte das Tor mit einem Flachschuss nur knapp (49.), und Manzambi scheiterte wenig später an Braga-Keeper Lukas Hornicek, der den Ball in der 53. Minute aus dem Eck kratzte. Die Breisgauer drängten weiter, ließen aber die Portugiesen zunächst am Leben.
Braga gab sich trotz Unterzahl nicht geschlagen und kam durch Jean-Baptiste Gorby in der 58. Minute sowie Joao Moutinho in der 69. Minute zu Möglichkeiten, ohne jedoch den Anschluss herzustellen. Freiburg behielt die Kontrolle und sorgte schließlich für die Vorentscheidung.
Jubel nach dem dritten Treffer
In der 72. Minute erhöhte erneut Lukas Kübler per Kopf auf 3:0 und machte die türkische Traumreise praktisch perfekt. Erst danach wurde es noch einmal kurz spannend, als Pau Victor für Braga in der 79. Minute verkürzte. Für die Gastgeber war das aber nur noch Ergebniskosmetik, denn der Sport-Club hatte zuvor in dieser Europa-League-Saison jedes seiner sieben Heimspiele gewonnen und blieb auch im Rückspiel seiner Heimstärke treu.