Frauen-Fußball Bundesliga plant Investitionen bis zu 800 Millionen

Die Frauen-Bundesliga will nach den gescheiterten Gesprächen mit dem DFB den nächsten großen Entwicklungsschritt aus eigener Kraft gehen. Nach Angaben von Katharina Kiel, Präsidentin des neu gegründeten Ligaverbandes FBL, sind in den kommenden acht Jahren Investitionen von „sehr wahrscheinlich zwischen 700 und 800 Millionen Euro“ vorgesehen. Der Abstand zu den Plänen des Verbandes war aus Sicht der Liga enorm.

Giulia Gwinn vom FC Bayern München verfolgt konzentriert den Ball beim Google Pixel Frauen-Bundesliga-Spiel bei Eintracht Frankfurt im Stadion am Brentanobad am 7. Dezember 2025. (Simon Hofmann / Getty Images for DFB)
Giulia Gwinn vom FC Bayern München verfolgt konzentriert den Ball beim Google Pixel Frauen-Bundesliga-Spiel bei Eintracht Frankfurt im Stadion am Brentanobad am 7. Dezember 2025. (Simon Hofmann / Getty Images for DFB)

Deutlicher Abstand zum DFB-Konzept

Kiel erklärte dem kicker, der DFB habe für die 1. Liga „ehrlicherweise nur rund 60 Millionen Euro“ eingeplant. In diesen Zahlen seien jedoch auch Mittel für die 2. Liga, das Schiedsrichterwesen und weitere Kosten enthalten gewesen, die nicht direkt in die sportliche und strukturelle Weiterentwicklung der Frauen-Bundesliga geflossen wären. Pro Verein hätte am Ende jährlich nur eine Summe im niedrigen sechsstelligen Bereich gestanden. „Das wäre kein bedeutender Hebel gewesen“, sagte Kiel.

Im Februar hatte der Ligaverband die gemeinsame Gründung eines Joint Ventures mit dem DFB abgelehnt. Trotzdem rechnet die FBL damit, den Spielbetrieb zur Saison 2027/28 selbst organisieren zu können.

Blick nach England als Vorbild und Warnung

Bei der Ausrichtung schaut die Liga auch auf die Entwicklung in England. Die Women’s Super League dient dabei als Orientierung und Mahnung zugleich. „Wie im Männerfußball sind die Millionen und Milliarden der dortigen Investoren zwar nicht nachhaltig, verzerren aber den Wettbewerb. Ich bin überzeugt davon, dass wir darauf eine Antwort finden werden“, sagte Kiel.

Nach ihrer Einschätzung habe es in England „mehr Mut bei der Umsetzung bestimmter Themen“ gegeben. Gleichzeitig könne man vom Aufbau der WSL einiges lernen. Zugleich beobachte England die Entwicklungen in Deutschland mit großem Interesse, weil dort durch die massiven Finanzmittel starke Abhängigkeiten entstanden seien. Bestimmte Zeitfenster dürften etwa nicht mit Frauenspielen belegt werden. „Wir wollen da Eigenständigkeit bewahren“, sagte Kiel.

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