Fußball-WM 2026: Hotels schlagen Alarm wegen fehlender Gäste – zu teure Preise?

Zur Fußball-WM 2026 in den USA wächst bei den Hotels die Nervosität. Eine Umfrage der American Hotel and Lodging Association, kurz AHLA, zeigt in den meisten der elf US-Spielorte eine deutlich schwächere Buchungslage als erwartet. Besonders in Städten wie San Francisco, Seattle, Philadelphia und Boston bleiben die Zimmer leer.

Luftaufnahme des MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey, bei Sonnenuntergang. Die Drohnenaufnahme zeigt das imposante Stadion mit dem umlaufenden MetLife-Schriftzug von außen, eingebettet in die flache Landschaft New Jerseys mit der Skyline von Manhattan am Horizont. Das MetLife Stadium ist Austragungsort der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026. (Copyright Depositphotos.com)
Luftaufnahme des MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey, bei Sonnenuntergang. Die Drohnenaufnahme zeigt das imposante Stadion mit dem umlaufenden MetLife-Schriftzug von außen, eingebettet in die flache Landschaft New Jerseys mit der Skyline von Manhattan am Horizont. Das MetLife Stadium ist Austragungsort der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026. (Copyright Depositphotos.com)

Wie The Athletic berichtet, melden rund 80 Prozent der befragten Hotels eine geringere Nachfrage. Selbst in den großen Metropolen New York und Los Angeles liegt die Auslastung bislang unter den Prognosen.

Hotels bremsen Investitionen und kalkulieren neu

Die schwache Nachfrage hat in der Branche bereits Folgen. Einige Häuser legen WM-bezogene Angebote, Kooperationen und Renovierungen auf Eis. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass die von der FIFA versprochenen Steuereinnahmen und wirtschaftlichen Impulse deutlich kleiner ausfallen könnten als angekündigt.

Ein wesentlicher Bremsfaktor ist offenbar die internationale Nachfrage. Nach den bisherigen Prognosen werden vor allem Reisende aus dem Inland die Nachfrage tragen. Visa-Hürden, geopolitische Unsicherheiten und hohe Zusatzkosten schrecken dagegen viele potenzielle Gäste aus dem Ausland ab.

Die Marktanalyse des Berichts ergab Folgendes:

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Kansas City – Rund 85–90 % der Befragten geben an, dass das Buchungsaufkommen hinter den Erwartungen zurückbleibt und unter dem Niveau eines typischen Juni oder Juli ohne größere Veranstaltungen liegt.

Los Angeles – Fast 65–70 % der Befragten geben an, dass das Buchungsaufkommen hinter den Erwartungen zurückbleibt, was oft dem eines typischen Sommers entspricht oder sogar noch darunter liegt. Etwa die Hälfte nennt Visabeschränkungen, hohe Arbeitskosten und die Entfernung zu den Veranstaltungsorten als wesentliche Hindernisse, neben allgemeinen politischen Herausforderungen der Stadt, die den Betrieb weiterhin erschweren.

New York City – Etwa zwei Drittel der Befragten meldeten ein schwächeres Buchungsaufkommen als erwartet, das dennoch der normalen Sommernachfrage entspricht. Mehr als 60 % der Betreiber in New York City führen internationale Reisebeschränkungen und geopolitische Bedenken als Gründe für das schwache Buchungsaufkommen an.

Dallas und Houston – Etwa 70 % der Befragten berichten von einem Buchungsaufkommen, das hinter den Erwartungen für die Weltmeisterschaft zurückbleibt, aber dennoch weitgehend einem typischen Juni oder Juli entspricht, was auf einen begrenzten zusätzlichen Aufschwung durch das Turnier hindeutet.

Atlanta – Rund 50 % der Befragten melden ein Buchungsniveau, das den Erwartungen entspricht oder diese übertrifft – und über dem eines typischen Juni oder Juli liegt –, was vor allem auf die Basislager der Mannschaften, gute Flugverbindungen und vielfältige Nachfragequellen zurückzuführen ist.

Miami – Etwa 55 % der Befragten meldeten ein Buchungsniveau, das über den Erwartungen und den typischen Sommer-Benchmarks liegt, da der Markt die mit der Weltmeisterschaft verbundene Freizeitnachfrage aufnimmt und die allgemeinen internationalen Reise-Gegenwinde ausgleicht.

Boston, Philadelphia, San Francisco und Seattle – Fast 80 % der Befragten geben an, dass das Buchungstempo hinter den Erwartungen und hinter einem typischen Sommer zurückbleibt, wobei viele das Turnier aufgrund der Zimmerfreigaben der FIFA und der schwachen internationalen Fanreisen als „Nicht-Ereignis“ bezeichnen.

FIFA-Kontingente sorgen für zusätzliche Verunsicherung

Zusätzlich erschwerten organisatorische Entscheidungen die Planung der Hotels. Die FIFA hatte zunächst umfangreiche Zimmerkontingente reserviert und später einen Teil davon wieder storniert. Nach Darstellung der AHLA verzerrte das die Marktsignale und machte die Kalkulation für viele Betriebe deutlich schwieriger.

Die FIFA weist die Kritik zurück und verweist auf Millionen verkaufte Tickets sowie eine weltweit hohe Nachfrage. Vertreter der Hotelbranche fordern dennoch bessere Rahmenbedingungen, etwa niedrigere Kosten und eine einfachere Einreise, damit das wirtschaftliche Potenzial der WM 2026 vollständig ausgeschöpft werden kann.