Uli Hoeneß wird die Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada bewusst nicht besuchen. Der Ehrenpräsident des FC Bayern zieht damit nach zunächst geplanter Reise samt bereits zugesagter Unterkunft die Reißleine. Auslöser sind für ihn die ausufernden Ticketpreise.

„Da kriege ich die Krätze“, sagte Hoeneß im Gespräch mit DAZN. Der 74-Jährige machte dabei klar, dass er wirtschaftliche Interessen im Fußball grundsätzlich nicht ablehne. Kommerz sei für ihn akzeptabel, allerdings nur in einem vertretbaren Rahmen.
Hoeneß stößt sich vor allem am Finale
Genau diese Grenze sieht Hoeneß bei der kommenden WM überschritten. Besonders die Preise für das Endspiel sorgen bei ihm für Unverständnis. Für eine Karte zum Finale werden teilweise rund 2.500 Dollar verlangt, eine Summe, die für viele Anhänger kaum noch zu stemmen ist.
Für Hoeneß ist das ein Zeichen dafür, dass der Zugang zu großen Turnieren immer stärker vom Geldbeutel abhängt. Der Fußball entferne sich damit nach seiner Einschätzung zunehmend von seiner Basis. „Ein normaler deutscher Fan fährt dafür in der Regel nicht hin“, sagte er.
Kritik auch an der FIFA
Zuletzt hat die Diskussion um die Eintrittspreise ohnehin an Schärfe gewonnen. Ein Grund dafür ist das Weiterverkaufssystem der FIFA, bei dem Verkäufer ihre Preise selbst festlegen können. Genau das treibt die Kosten aus Hoeneß‘ Sicht zusätzlich nach oben und verstärkt den Eindruck, dass finanzielle Interessen immer stärker dominieren.
Mit seinem Boykott setzt Hoeneß deshalb ein bewusstes Zeichen gegen diese Entwicklung. Seine Absage ist mehr als eine private Entscheidung, sie steht auch sinnbildlich für die wachsende Kritik an der WM 2026 und an einer Kommerzialisierung, die selbst ein langjähriger Funktionär und Insider nicht mehr mitträgt.