Inhaltsverzeichnis - das findest du hier
- 1 FSE und Euroconsumers reichen Klage bei der Europäischen Kommission ein
- 2 Forderungen: Stopp der dynamischen Preisgestaltung, Preisstopp und Transparenz
- 3 Vorwürfe zu Ticketpreisen: Finalkarten, Prognosen und Vergleiche
- 4 FIFA-Angaben zu Angebot, Nachfrage und zurückgehaltenen Tickets
- 5 Kritik von EU-Kommissar Glenn Micallef
Die europäische Fan-Organisation Football Supporters Europe (FSE) hat bei der Europäischen Kommission eine formelle Klage gegen den Fußball-Weltverband FIFA eingereicht und wirft dem Verband überhöhte WM-Ticketpreise vor. Die Beschwerde richtet sich auf die bevorstehende WM-Endrunde (11. Juni bis 19. Juli) in den USA, Mexiko und Kanada und wurde am Dienstag eingereicht. Gemeinsam mit der Verbraucherorganisation Euroconsumers fordert die FSE eine Eingriff der Kommission gegen die von ihr kritisierte Preis- und Verkaufspraxis. Zudem prangern die Kläger undurchsichtige Kaufbedingungen und einen mangelnden Informationsfluss gegenüber den Fans an.

FSE und Euroconsumers reichen Klage bei der Europäischen Kommission ein
Die europäische Fan-Organisation Football Supporters Europe (FSE) hat am Dienstag bei der Europäischen Kommission eine Klage gegen den Fußball-Weltverband FIFA eingereicht. Die Beschwerde richtet sich gegen die Ticketpolitik für die Weltmeisterschaft 2026 und die WM-Endrunde vom 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Mexiko und Kanada. Die FSE begründete ihren Schritt mit der Feststellung: „Die FIFA hält ein Monopol auf den Ticketverkauf für die Weltmeisterschaft 2026 und hat diese Macht genutzt, um den Fans Bedingungen aufzuerlegen, die in einem wettbewerbsorientierten Markt niemals akzeptabel wären“, sagte die Organisation.
Die Klage wurde formell gemeinsam mit der Verbraucherorganisation Euroconsumers eingereicht, die als Partner bei der Beschwerde auftritt. Die Organisatoren werfen der FIFA „undurchsichtige und unfaire Kaufbedingungen und Kaufprozesse“ vor und drängen auf eine Untersuchung seitens der EU-Kommission.
Forderungen: Stopp der dynamischen Preisgestaltung, Preisstopp und Transparenz
FSE und Euroconsumers fordern von der Europäischen Kommission klare Anweisungen an die FIFA: Sie verlangen, auf die von ihnen kritisierte „dynamische Preisgestaltung“ zu verzichten und Preise für die nächste Verkaufsphase im April auf dem im Dezember angekündigten Niveau „einzufrieren“. Gleichzeitig besteht die Forderung, die Anzahl der verbleibenden Tickets in jeder Kategorie „mindestens 48 Stunden im Voraus“ zu veröffentlichen.
Konkrete Maßnahmen, die gefordert werden
Die Kläger sehen in der dynamischen Preisgestaltung ein Instrument, das zu intransparenten und für Fans nachteiligen Marktbedingungen führt. Sie verlangen einen sofortigen Preisstopp für die April-Verkaufsphase und verbindliche Transparenzregeln für verbleibende Kontingente, damit Fans nachvollziehen können, wie viele Karten in den einzelnen Kategorien noch verfügbar sind.
Vorwürfe zu Ticketpreisen: Finalkarten, Prognosen und Vergleiche
In ihrer Beschwerde prangern die FSE und Euroconsumers die Höhe der Preise an und nennen konkrete Zahlen: „Die günstigsten, offen verfügbaren, Finaltickets beginnen derzeit bei 4185 Dollar – mehr als dem Siebenfachen des Preises des billigsten Tickets für das WM-Finale 2022“, heißt es in der Klage. Darüber hinaus betonen die Kläger: „In den eigenen Bewerbungsunterlagen der FIFA war ein durchschnittlicher Ticketpreis von 1408 Dollar prognostiziert worden, doch dieser Wert ist längst weit überschritten.“
Zum Vergleich verweisen die Organisationen auf andere Großereignisse: Die günstigsten Tickets des EM-Endspiels 2024 in Deutschland kosteten 100 Dollar. Die FSE kritisiert zudem, dass ursprünglich Tickets ab einem Preis von 21 Dollar zugesagt worden seien, tatsächlich hätten die günstigsten bislang verkauften Eintrittskarten jedoch 60 Dollar gekostet.
FIFA-Angaben zu Angebot, Nachfrage und zurückgehaltenen Tickets
Der Weltverband FIFA weist auf seiner Seite darauf hin, dass insgesamt fast sieben Millionen Eintrittskarten für die 104 WM-Partien angeboten worden seien. FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte zuletzt erklärt, es seien insgesamt 508 Millionen Anfragen für Karten eingegangen und „jedes“ Spiel sei „ausverkauft“, so die offizielle Darstellung.
Gleichzeitig hält die FIFA eine nicht näher bezifferte Anzahl von Tickets zurück, die ab April verkauft werden sollen, wie aus den Angaben hervorgeht. Diese Zurückhaltung ist Teil des Streitpunkts zwischen den Fan- und Verbraucherorganisationen einerseits und dem Weltverband andererseits.
Kritik von EU-Kommissar Glenn Micallef
Auch auf politischer Ebene regt sich Widerstand gegen die Ticketpolitik der FIFA: Der für Sport zuständige EU-Kommissar Glenn Micallef kritisierte die FIFA beim zurückliegenden Kongress der Europäischen Fußball-Union (UEFA) im Februar scharf. Micallef sagte: „Der Fußball darf niemals, niemals kommerzielle und politische Erwägungen über das Erlebnis der Fans, über das Wohlergehen der Athletinnen und Athleten und die langfristige Entwicklung des Spiels stellen.“