Trump sorgt für Irans Fußballerinnen: Sie erhalten Asyl in Australien

Irans Fußballerinnen erhalten Asyl in Australien: Fünf Spielerinnen der iranischen Nationalmannschaft werden in Australien bleiben, nachdem der australische Innenminister Tony Burke ihren Asylanträgen zugestimmt hat. Burke erklärte, die Frauen seien von der Polizei an einen sicheren Ort gebracht worden und er habe ihre Anträge auf humanitäre Visa unterzeichnet. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump Australien öffentlich aufgefordert, den Spielerinnen Schutz zu gewähren und mit scharfer Kritik Druck auf Canberra ausgeübt. Die Entscheidung folgt auf Sorge um mögliche Repressalien nach einem Hymnen-Protest bei der Asienmeisterschaft.

Iranische Frauen fordern eine Disqualifikation von der WM 2022 (Foto Depositphotos)
Iranische Frauen fordern eine Disqualifikation von der WM 2022 (Foto Depositphotos)

Asylentscheidung und humanitäre Visa

Tony Burke teilte am Dienstag (Ortszeit) mit, dass er die Anträge der fünf Spielerinnen auf humanitäre Visa unterzeichnet habe. Er betonte, die Frauen seien inzwischen „von der australischen Polizei an einen sicheren Ort gebracht“ worden. Die Maßnahme signalisiert eine offizielle Schutzentscheidung der australischen Behörden; Details zum weiteren Asylverfahren und zum geplanten Aufenthalt nannte Burke nicht. Gleichzeitig bleibt offen, wie lange das humanitäre Visum gelten wird und welche weiteren Schritte das Verfahren in Australien vorsieht.

Hintergrund: Sorge nach Hymnen-Protest

Die Herkunft der Schutzersuche liegt in einem Vorfall während der Asienmeisterschaft: Beim Auftaktspiel gegen Südkorea (0:3) hatten Teile des iranischen Teams auf das Singen der Nationalhymne verzichtet, was als offener Protest gegen die Führung gewertet wurde. Menschenrechtsgruppen äußerten danach große Sorge, die Spielerinnen könnten nach der Rückkehr in den Iran mit Repressalien oder sogar Verfolgung rechnen. Nach dem Vorrunden-Aus kam es zu einer Zuspitzung der Lage, woraufhin das Quintett das Mannschaftshotel verließ und Schutz bei der Polizei suchte, wie CNN berichtete.

Internationale Reaktionen und Druck

US-Präsident Donald Trump hatte Australien am Montag öffentlich aufgefordert, den Spielerinnen Asyl zu gewähren. Auf seinem Netzwerk Truth Social kritisierte er die Regierung in Canberra scharf, nannte das mögliche Zurückschicken der Fußballerinnen einen „schrecklichen humanitären Fehler“ und schrieb an Premierminister Anthony Albanese, die Vereinigten Staaten würden die Frauen aufnehmen, „wenn Sie es nicht tun“. Dieser internationale Druck folgte auf Medienberichte über die Trennung des Quintetts vom Team und die Suche nach Polizeischutz.

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Verlauf bei den Turnierspielen

Die Berichterstattung verweist außerdem auf die sportlichen Abläufe: Nach dem Verzicht auf die Hymne beim ersten Gruppenspiel sangen die Spielerinnen vor den Begegnungen gegen Australien (0:4) und die Philippinen (0:2) wieder die Nationalhymne und salutierten dabei. Ein iranischer Staatsfernsehkommentator hatte die protestierenden Spielerinnen zuvor als „Kriegsverräterinnen“ bezeichnet und Konsequenzen gefordert, was die Befürchtungen um ihre Sicherheit weiter verstärkte.