Der SC Freiburg geht als Außenseiter in das Europa-League-Finale gegen Aston Villa, will in Istanbul aber trotzdem die große Chance auf die Krönung seiner Saison nutzen. Die Rollen sind klar verteilt, doch im Breisgau herrscht vor dem Endspiel spürbar Zuversicht. Zudem spricht viel dafür, dass Julian Schuster auf einige bewährte Kräfte zurückgreift. RTL zeigt das Spiel live im Free-TV ab 20:15 Uhr.

Matthias Ginter und Jochen Saier verfolgten Aston Villas 4:2-Erfolg gegen Liverpool nur teilweise. „Ich habe nach der Halbzeit lieber ausgemacht“, sagte Ginter, „es war ja schon klar, dass sie der Favorit sind.“ Auch der Sportvorstand zog früh den Stecker und erklärte: „kein gutes Gefühl“ gehabt zu haben. Dazu fügte er an: „Sie haben natürlich Top-Qualität.“
Underdog mit Europapokal-Anspruch
Vor dem Finale im Kampf um die Europa League ist die Ausgangslage eindeutig. Freiburg kann seine bisherige Traumreise als erst zweiter deutscher Sieger seit der Umbenennung des Wettbewerbs 2009, zuvor UEFA-Cup, vollenden. Einzig Eintracht Frankfurt gelang das seitdem bereits 2022. Aston Villa reist dagegen mit der Erfahrung von Unai Emery an, der als viermaliger EL-Sieger coachte und den Klub in dieser Saison mit seiner Qualität auf ein anderes Niveau gehoben hat.
Auch wirtschaftlich liegen beide Vereine deutlich auseinander. Villa investierte in dieser Spielzeit rund 70 Millionen Euro, Freiburg trotz Rekordausgaben gut 30 Millionen. Der Kaderwert der Engländer wird auf mehr als 500 Millionen Euro geschätzt, jener des SC auf knapp unter 200 Millionen. Saier verwies dennoch darauf, dass solche Unterschiede in einem Spiel keinen Automatismus bedeuten. „Es werden Kleinigkeiten und die Spielentwicklungen entscheidend sein“, sagte er und betonte selbstbewusst: „Wir freuen uns richtig drauf, und ich habe das Gefühl, wir sind bereit.“
Die Aufstellungen
Das klare 4:1 gegen den Champions-League-Qualifikanten Leipzig hat Freiburg zusätzlich Rückenwind verschafft. Für das Finale dürften Standard-Spezialist Vincenzo Grifo und Lukas Kübler, der im Halbfinal-Rückspiel doppelt getroffen hatte, wieder in die Anfangsformation rücken. Außerdem spricht einiges dafür, dass Schuster auf Lucas Höler als Zehner setzt, um auf der Sechs mit Johan Manzambi statt Nicolas Höfler mehr Dynamik zu haben.
SC Freiburg: Atubolu
Kübler, Ginter, Lienhart
Eggestein, Manzambi
Beste, Höler, Grifo
Matanovic, Treu
Aston Villa: Buendia
Digne, Tielemans, Pau, Martinez
Watkins, Rogers, Lindelöf
Konsa, Cash
McGinn
Schiedsrichter: Letexier (Frankreich)
Mittwoch, 21 Uhr
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