Inhaltsverzeichnis - das findest du hier
- 1 Deutschland trifft in der WM-Quali auf Österreich – doppelte Partie mit Derby-Atmosphäre
- 2 Österreichs Blick zurück auf die EM 2017
- 3 Schriebl ordnet die Rollen klar ein
- 4 Viele Verbindungen zwischen Bundesliga und Nationalteam
- 5 Österreich hofft auf den besonderen Bezug
- 6 Dunst, Anyomi und die besondere Brisanz in Nürnberg und Ried
- 7 Liveticker heute
Deutschland trifft in der WM-Quali auf Österreich – doppelte Partie mit Derby-Atmosphäre
Die DFB-Frauen bekommen es in der Qualifikation für die WM 2027 in Brasilien gleich zweimal mit Österreich zu tun. In Nürnberg am Dienstag um 18:15 Uhr sowie am Samstag um 18 Uhr in Ried geht es gegen ein Team, das derzeit als Gruppenletzter unter Druck steht – und dennoch auf besondere Emotionen setzt.

Für die Österreicherinnen ist es ein Duell mit schwieriger Ausgangslage, für die Deutschen ein Spielpaar mit besonderem Unterton: Janina Minge spricht angesichts vieler Verbindungen in beide Ligen von „Derby-Vibes auf Nationalmannschaftsebene“.
Österreichs Blick zurück auf die EM 2017
Ganz vergessen sind die stärksten Zeiten des österreichischen Frauenfußballs bis heute nicht. Im Sommer 2017 sorgten damals noch bei Bayern München aktive Manuela Zinsberger, Viktoria Schnaderbeck und Carina Wenninger für Bilder, die hängen blieben: Mit einer Musikbox zogen sie durch die Gänge und legten immer wieder zu Mallorca-Hits los.
Sportlich setzte Österreich bei der EM in den Niederlanden Maßstäbe und wirbelte die Hierarchien durcheinander. In der Gruppenphase schaltete das Team Frankreich aus, im Viertelfinale folgte Spanien, erst im Halbfinale endete der Lauf gegen Dänemark im Elfmeterschießen. Deutschland war zu diesem Zeitpunkt bereits ausgeschieden.
Schriebl ordnet die Rollen klar ein
In der laufenden WM-Qualifikation hat die Leichtigkeit von damals allerdings längst Risse bekommen. Österreich verlor seine bisherigen Spiele gegen Norwegen und Slowenien jeweils mit 0:1 und geht nun als Tabellenletzter in den Doppelpack gegen Deutschland.
Auch die Bilanz gegen die DFB-Auswahl spricht klar gegen den Außenseiter: Die letzten sieben Duelle gingen allesamt an Deutschland. ÖFB-Teamchef Alexander Schriebl beschreibt die Ausgangslage entsprechend nüchtern: „Mit Deutschland warten die beiden schwierigsten Aufgaben in dieser Gruppenphase auf uns. Sie bewegen sich nicht nur in der Breite, sondern auch qualitativ auf einem eigenen Level.“
Schriebl fordert von seinem Ensemble vor allem Einsatzwillen. Sein Team solle „Mut, Leidenschaft und Herz“ zeigen.

Viele Verbindungen zwischen Bundesliga und Nationalteam
Trotz der klaren Kräfteverhältnisse steckt in diesem Vergleich mehr als nur ein klassisches Qualifikationsspiel. Viele österreichische Nationalspielerinnen kennen die Bundesliga aus nächster Nähe, mehrere von ihnen haben in Deutschland gespielt oder stehen dort unter Vertrag.
Allein 13 Österreicherinnen laufen aktuell für deutsche Klubs auf. Beim SV Werder Bremen stehen mit Torhüterin Mariele El Sherif, Chiara D’Angelo und Sarah Gutmann gleich drei Spielerinnen unter Vertrag. Sarah Puntigam, inzwischen bei Houston Dash in den USA aktiv, hat ebenfalls reichlich Deutschland-Erfahrung gesammelt: Die Kapitänin spielte bereits für Bayern München, den SC Freiburg und den 1. FC Köln. „Die Spiele gegen Deutschland haben einen ganz speziellen Charakter“, sagt die 33-Jährige, die auf 163 Länderspiele kommt.
Auch auf deutscher Seite ist der Gegner bestens bekannt. Janina Minge, stellvertretende Kapitänin der DFB-Elf und am Bodensee aufgewachsen, hält sich in ihrer Freizeit häufig in Österreich und in den Bergen auf. Sie kennt etliche Gegenspielerinnen aus gemeinsamen Klubzeiten und sagt: „Ich weiß genau, dass sie 200 Prozent geben werden, um uns zu ärgern.“
Österreich hofft auf den besonderen Bezug
Die Abwehrchefin bringt die besondere Verbindung zwischen beiden Ländern ebenfalls auf den Punkt. Für sie haben die Partien einen Nachbarschaftscharakter, der den Österreicherinnen helfen kann. Gleichzeitig verweist sie auf die personelle Nähe, die sich aus den vielen gemeinsamen Stationen ergibt.
Schon das EM-Viertelfinale 2022 hatte gezeigt, wie nah Österreich der großen Überraschung kommen kann. Beim 0:2 in Brentford tat sich der Favorit lange schwer, ehe der anfängliche Aufschwung der Österreicherinnen wieder abebbte.
Dass der Frauen- und Mädchenfußball im Land dennoch nicht breit genug wächst, bleibt ein strukturelles Problem. Offiziell sind in Österreich nur 17.000 spielende Frauen und Mädchen registriert. Zwar existiert mit der ÖFB-Frauen-Akademie in St. Pölten bei Wien eine eigene Ausbildungsstätte, doch viele der besten Talente – auch jene des SKN St. Pölten – wechseln immer früher ins Ausland. Österreichs Fußballerin des Jahres 2023 und 2024, Barbara Dunst, ging bereits 2017 nach Deutschland und steht inzwischen beim FC Bayern unter Vertrag.
Dunst, Anyomi und die besondere Brisanz in Nürnberg und Ried
Kürzlich meldete sich Barbara Dunst erneut bei Nicole Anyomi. Die deutsche Angreiferin, mit der Dunst schon bei Eintracht Frankfurt zusammengespielt hat, warnte im ZDF-Gespräch vor dem Gegner: „Österreich ist ein Gegner, den man nicht unterschätzen darf.“
Für den ersten Vergleich in Nürnberg sind rund 25.000 Fans eingeplant. Beim Rückspiel in Ried dürfte es deutlich enger werden: Von den 4.300 verfügbaren Tickets sollten bald alle verkauft sein.
Liveticker heute
Morgen um 18:15 Uhr geht es los
In knapp 24 Stunden schalten wir ZDF ein – dann läuft live aus Nürnberg die TV-Übertragung. Das ZDF begleitet die Begegnung live aus Nürnberg mit Katja Streso in der Moderation. Als Expertin ordnet Kathrin Lehmann das Geschehen ein, den Kommentar übernimmt Claudia Neumann.