FIFA-Präsident Gianni Infantino hat die Diskussion um eine weitere Aufstockung der WM 2030 mit einem Seitenhieb auf Italien begleitet. Vor dem Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft sagte er dem brasilianischen Digital-Sender CazeTV: „Vielleicht qualifiziert sich Italien bei 64 Teams. Oder wir könnten sogar auf 208 Mannschaften gehen“.

Infantino stichelt gegen die Azzurri
Der viermalige Weltmeister hat sich weder für Russland 2018 noch für Katar 2022 qualifiziert und wird auch das Turnier in Nordamerika verpassen. Genau darauf spielte Infantino mit seiner Bemerkung an, die in Italien prompt für Irritationen sorgte. Sportminister Andrea Abodi zeigte sich über die Aussagen des FIFA-Chefs, dessen Eltern aus Italien stammen, „perplex“.
„Angesichts der großen Distanz zwischen Italien und Mexiko spreche ich lieber telefonisch mit ihm, um das zu verstehen“, sagte Abodi. Damit reagierte er auf die Provokation des Funktionärs, der kurz vor dem WM-Auftakt erneut eine größere Endrunde ins Gespräch brachte.
Debatte um 64 Teams gewinnt weiter an Fahrt
Die Idee eines Turniers mit noch mehr Mannschaften ist keineswegs neu. Unterstützung erhält der Vorschlag unter anderem von Alejandro Domínguez, dem Präsidenten des südamerikanischen Verbandes CONMEBOL. Er wirbt dafür, die WM auf 64 Teams zu erweitern, um das hundertjährige Jubiläum der ersten Turnierausgabe 1930 in Uruguay zu ehren.
Hauptausrichter der WM 2030 sind Spanien, Portugal und Marokko. Zusätzlich werden auch Paraguay, Uruguay und Argentinien Spiele austragen. Infantino verwies darauf, dass man zunächst abwarten müsse, „wie diese erste Weltmeisterschaft mit 48 Teams läuft“. Zugleich stellte er klar: „Wir haben über eine Ausweitung auf 64 Teams diskutiert. Das Thema wurde dem FIFA-Rat vorgelegt“.