Major League Soccer: „Schlüsselspieler“ Thomas Müller Teil vom großen MLS-Marketingplan

Die Major League Soccer setzt mehr Geld denn je ein, um ihre wachsende Bedeutung zu unterstreichen. Thomas Müller und Heung-Min Son stehen vor dem All-Star Game im Zentrum der großen Werbeoffensive.

Thomas Müller von den Vancouver Whitecaps FC steht in der Mauer, als Maxi Moralez (#10) von New York City FC einen Freistoß über die Mauer – mit Tristan Blackmon, Mathias Laborda, Sebastian Berhalter, Brian White und Edier Ocampo – ans Tor bringt, aber knapp daneben zielt. Aufnahme aus der zweiten Halbzeit des MLS-Spiels im BC Place am 11. April 2026 in Vancouver, Kanada. Foto: Rich Lam / Getty Images
Thomas Müller von den Vancouver Whitecaps FC steht in der Mauer, als Maxi Moralez (#10) von New York City FC einen Freistoß über die Mauer – mit Tristan Blackmon, Mathias Laborda, Sebastian Berhalter, Brian White und Edier Ocampo – ans Tor bringt, aber knapp daneben zielt. Aufnahme aus der zweiten Halbzeit des MLS-Spiels im BC Place am 11. April 2026 in Vancouver, Kanada. Foto: Rich Lam / Getty Images

Müller und Son als Gesichter der MLS

Thomas Müller zeigte sich in Charlotte ganz in seinem Element. Wegen der drückenden Hitze suchte der 36-Jährige unter einem Pavillon am Trainingsplatz Schutz und sprach ausführlich über Fußball. Sein Gesprächspartner war Heung-Min Son, der ehemalige Bundesliga-Profi. In einem von der MLS veröffentlichten Video war Müller mit dem Hinweis zu hören: „Spielst du ihn auf außen, kommt er näher“.

Auch auf dem Rasen sollen die beiden prominenten Liga-Stars beim All-Star Game eine zentrale Rolle übernehmen. Am Mittwochabend findet in Charlotte das Prestigeduell zwischen den besten Profis der MLS und der mexikanischen Liga MX statt. Der Zeitpunkt ist für die US-Liga besonders günstig, denn das WM-Finale liegt dann erst rund anderthalb Wochen zurück. Die weltweite Fußballbegeisterung soll den amerikanischen Profifußball weiter anschieben.

„Direkt vor dem WM-Finale haben wir die ehrgeizigste und umfangreichste Marketing-Kampagne in der Geschichte der MLS gestartet“, sagte Dan Courtemanche, Vizepräsident der Liga, im Gespräch mit dem Deutschlandfunk. Rund 15 Millionen US-Dollar sollen die MLS und ihre 30 Klubs dafür ausgegeben haben. Die Kampagne soll vor allem vermitteln, dass weiterhin große internationale Stars in den Stadien der Liga zu sehen sind.

Zwischen Weltstars und „retirement league“

Müller, der als Bayern-Legende gilt, war bei der Weltmeisterschaft lediglich als TV-Experte abseits des Spielfelds im Einsatz. Son führte Südkorea dagegen als Kapitän auf den Platz. Lionel Messi, 39 Jahre alt, lieferte mit Argentinien bei der WM noch seine gewohnten Glanzmomente. Viele andere prägende MLS-Spieler haben ihre erfolgreichste Zeit allerdings bereits hinter sich.

Wie The Athletic zum Neustart des Spielbetriebs am vergangenen Wochenende schrieb, hafte der MLS weiterhin „ihr altbackener Ruf als ‚retirement league’“ an. Die aktuellen Transfers von Robert Lewandowski, 37, Antoine Griezmann, 35, und Casemiro, 34, liefern den Kritikern zusätzliche Argumente. Sie sehen einen Wechsel in die USA häufig als letzten Abschnitt großer Karrieren. Zugleich stellte The Athletic die Gegenfrage: „Würdest du es vorziehen, nicht diese drei Giganten des Weltfußballs in Amerika zu sehen?“

Beim Heimturnier hatten sich die US-Fans hinter der eigenen Nationalmannschaft versammelt, obwohl das Team nicht mit den ganz großen Stars gespickt war. Mehr als 60 Millionen Zuschauer verfolgten das Achtelfinal-Aus gegen Belgien im Fernsehen. Für die US-Sender bedeutete das einen Rekord.

MLS will auch strukturell aufholen

Das wachsende nationale Interesse am Fußball zeigt sich nach Einschätzung von Sportmanagement-Professor Rick Burton auch abseits der Nationalmannschaft. Burton lehrt an der Syracuse University in New York und verweist darauf, dass 18 der 50 wertvollsten Fußballklubs weltweit aus der MLS kommen. Im Gespräch mit dem Deutschlandfunk bezeichnete er die Liga deshalb sogar als „zweitgrößte Fußballliga der Welt“.

Im Ranking der sportlich besten Ligen belegt die MLS derzeit allerdings erst den zehnten Platz. Zudem waren die Stadien während des Ligabetriebs bislang keineswegs regelmäßig ausverkauft, anders als bei der Weltmeisterschaft. Europäische Fußballpuristen dürften Burtons Einschätzung daher mit Skepsis aufnehmen. Das gilt umso mehr, wenn Müller vor dem All-Star Game bei den Skill-Challenges antritt und dort beispielsweise versucht, als Erster die Latte zu treffen.

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Im kommenden Jahr steht für die MLS jedoch eine wichtige Veränderung an. Der Spielplan soll an den europäischen Rhythmus angepasst werden. Damit will die Liga im Zuge ihrer Wachstumspläne auch auf dem Transfermarkt bessere Voraussetzungen schaffen.