CONMEBOL-Präsident Alejandro Dominguez wirbt erneut offensiv für eine WM 2030 Aufstockung auf 64 Teams und bringt Südamerika als möglichen Gastgeber ins Spiel. Der Kontinent könnte demnach 100 Jahre nach der ersten Weltmeisterschaft in Uruguay von einem größeren Teilnehmerfeld profitieren.

Der Verbandschef nutzte die Plattform X, um seine Vision für das Turnier 2030 zu untermauern. „Das nächste Mal findet sie bei uns zu Hause statt“, ließ Dominguez verlauten und machte damit deutlich, dass er die Rückkehr des Turniers auf südamerikanischen Boden als naheliegend erachtet. Die Ausrichtung des Jubiläumsturniers liegt aktuell zwar bei Spanien, Portugal und Marokko, die als Hauptgastgeber fungieren, während jeweils eine Partie in Paraguay, Uruguay und Argentinien stattfinden soll. Genau diese Konstellation nutzt der Funktionär jedoch, um für eine größere Rolle Südamerikas zu argumentieren.
Dominguez sieht historische Chance für den Fußball
Für den CONMEBOL-Chef, der zugleich als FIFA-Vizepräsident amtiert, bietet das hundertjährige Jubiläum der Weltmeisterschaft eine einmalige Gelegenheit. Eine Aufstockung auf 64 Mannschaften bezeichnete er als „eine große Chance für den Fußball, um das hundertjährige Jubiläum der WM mit einem Wettbewerb mit 64 Teams zu feiern“. Er argumentiert dabei mit der wachsenden internationalen Strahlkraft des Länderspiel-Fußballs. „Der Länderspiel-Fußball wächst, wenn er sich der Welt öffnet“, so seine Botschaft an die Fußballwelt.
Als Beleg für seine These verweist Dominguez auf die jüngste Erweiterung der WM in Nordamerika, bei der das Teilnehmerfeld bereits auf 48 Nationen angewachsen war. Diese Reform habe klar gezeigt, „dass eine größere Beteiligung mehr Chancen schafft, die Entwicklung des Fußballs vorantreibt und die Weltmeisterschaft zu einem echten globalen Fest macht“. Seine Vision geht dabei über sportliche Aspekte hinaus, denn die Weltmeisterschaft solle sich zum „größten Fußballfest“ entwickeln, „das die Welt je erlebt hat“.
FIFA prüft Aufstockungspläne nach Turnierende
Auch FIFA-Präsident Gianni Infantino positionierte sich nach dem WM-Finale am Sonntag zu den Expansionsplänen, wenn auch deutlich zurückhaltender als sein Vizepräsident. „Wir müssen das diskutieren und analysieren“, erklärte der Weltverbandschef zur möglichen Neuausrichtung des Turnierformats. Eine konkrete Entscheidung über die Größe der WM 2030 steht demnach noch aus, während die Debatte um die richtige Struktur des Traditionswettbewerbs weiter an Fahrt aufnimmt.