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Die lange starke Saison von Borussia Dortmund bekommt im Endspurt spürbar Risse. Nach dem 0:1 bei Borussia Mönchengladbach wirkte der BVB frustriert, ratlos und weit entfernt von der Souveränität eines sicheren Tabellenzweiten.

Gregor Kobel brachte die Stimmung nach dem späten Gegentor von Haris Tabakovic in der 88. Minute auf den Punkt. „Wir alle haben einen Vertrag unterschrieben für die ganze Saison, nicht für 31 Spiele“, sagte der Torhüter und ergänzte mit Blick auf den Anspruch im Klub: „Jedes Mal, wenn du das Trikot anziehst, musst du performen.“
Spannungsabfall beim BVB wird immer sichtbarer
Die Niederlage in Mönchengladbach war für den BVB „super ärgerlich“ und „super frustrierend“. Dass der Dortmunder Vorsprung als Tabellenzweiter komfortabel ist, war den Reaktionen auf und neben dem Platz am Sonntagabend kaum anzumerken. Kobel ließ offen, ob sich einzelne Mitspieler bereits mit der kommenden Saison oder sogar mit einem Wechsel zu einem anderen Verein beschäftigen. „Ich kann nicht in die Köpfe der anderen gucken“, sagte er und stellte klar: „Da müsste ich spekulieren, das weiß ich nicht.“
Der offensichtliche Spannungsabfall zieht sich inzwischen durch die Schlussphase der Spielzeit. In der Liga ist der FC Bayern längst außer Reichweite, im DFB-Pokal und in der Champions League waren die Möglichkeiten schon vorher dahin. Drei der vergangenen vier Ligapartien verlor Dortmund, und damit bekommt eine Saison, die unter Trainer Niko Kovac lange sehr erfolgreich verlief, immer mehr Dellen.
Ernüchterung statt Offensivdruck
Die Gladbacher, die ihre Chance im Kampf um den Klassenerhalt entschlossen nutzen wollten, bekam der BVB kaum in den Griff. Ole Book, der neue Sportdirektor und Nachfolger von Sebastian Kehl, ordnete den Auftritt als „auf jeden Fall ernüchternd“ ein. Die Mannschaft habe „sehr, sehr wenig offensive Momente“ kreiert, sagte Book.
Deshalb könne er dem Eindruck, dass Dortmund im Saisonendspurt nicht die letzte Gier zeige, „nicht zu 100 Prozent widersprechen“. Zugleich erinnerte er daran, dass diese Mannschaft „67 Zähler nach 32 Spielen“ geholt habe, was stark sei. Dennoch sei es auch so, „dass wir uns deutlich mehr versprochen hatten“, sagte Book. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass man immer wieder berücksichtigen müsse, „wie viele Punkte diese Mannschaft geholt hat“.
Blick auf das Frankfurt-Spiel
Book weiß auch, dass der letzte Eindruck oft das Gesamtbild einer Saison prägt. Deshalb richtet sich der Fokus beim BVB bereits auf das letzte Heimspiel der Spielzeit am Freitag um 20.30 Uhr gegen Eintracht Frankfurt, live bei Sky. Dort werde Dortmund „gewinnen“, davon „bin ich überzeugt“, sagte Book.
Für ein besseres Gefühl müsse der BVB die Partie in Gladbach „abhaken“. „Es ist enttäuschend, aber auch nichts, wo wir alles niederreden müssen“, sagte der Sportdirektor.