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Bundestrainer Nagelsmann betont trotz der politischen und gesellschaftlichen Probleme in den Gastgeberländern die verbindende Kraft der Fußball-WM im Sommer. Gut 100 Tage vor dem Turnierbeginn sieht Nagelsmann die Feierlaune der Fans und die sportliche Vorfreude, warnt aber zugleich vor realistischen Erwartungen gegenüber weltpolitischen Fragen. Die Deutschland-Premiere im Sommer will er strikt von seiner privaten Wertehaltung trennen. Zugleich fordert er von seiner Mannschaft Konzentration auf das, was auf dem Platz beeinflussbar ist.

Nagelsmann zur politischen Lage in Gastgeberländern
Der Bundestrainer räumt ein, dass die Vorfreude auf die WM durch Probleme in den Ausrichterländern getrübt wird. Gut 100 Tage vor dem Start des Turniers (11. Juni bis 19. Juli), das neben USA und Mexiko auch in Kanada ausgetragen wird, nannte er insbesondere den Drogenkrieg in Mexiko sowie „die Trump-Politik samt der Todesschüsse der ICE-Beamten auf Zivilisten in den USA“ als Schattenseiten. Dennoch betont Nagelsmann die verbindende Wirkung des Fußballs, warnt aber zugleich: „Aber wir sollten dennoch das Bewusstsein haben, dass politische Themen vorherrschen, die der Sport nicht lösen wird.“
Trennung von Rolle und Privatmeinung
Nagelsmann macht deutlich, dass er seine Position als Bundestrainer strikt von seiner privaten Haltung trennt. „Als Privatperson habe ich eine gewisse Wertevorstellung. Diese vertrete ich und tue sie auch in einer Wahl kund“, sagte er und ergänzte: „aber meinen Job als Bundestrainer verstehe ich so, dass ich mich um den Fußball kümmere und versuche, in dieser Rolle ein gutes Bild abzugeben.“ Damit legt er den Fokus auf die sportliche Verantwortung gegenüber Mannschaft und Verband.
Fußball als verbindende Kraft – Heim-EM und WM 2006
Der 38‑jährige Trainer verweist auf frühere Turniere als Beispiele für die integrative Wirkung des Sports. „Das habe ich bei der Heim-EM gesehen, genau wie schon davor bei der WM 2006 in Deutschland“, sagte Nagelsmann und erinnerte an das Sommermärchen, das das Bild der Deutschen im Ausland veränderte. Für ihn bietet der Fußball die Chance, Menschen zu verbinden und Vorurteile zu mildern, auch wenn dies keine politischen Probleme löst.
Keine Maulkörbe für Spieler – Fokus auf Leistung
Nagelsmann betont die Meinungsfreiheit seiner Profis vor dem Turnier: „wir verpassen keine Maulkörbe“, sagte er und stellte klar, dass es sich um „erwachsene Menschen mit einer Meinung“ handle. Zugleich fordert er zur Konzentration auf das Sportliche auf: „Wenn das Turnier losgeht, sollten wir uns allerdings auf das fokussieren, was wir beeinflussen können“, und fügte hinzu: „Das ist leider nicht die weltpolitische Lage, sondern unsere eigene Leistung auf dem Fußballplatz, die für die weltpolitische Lage leider gar keine Relevanz hat.“