FairSquare kritisiert FIFA wegen Sponsorendeal mit saudi-arabischen Ölgiganten Aramco

Wenige Tage vor dem Start der Fußball-WM steht die FIFA wegen ihres Sponsorendeals mit dem saudi-arabischen Ölkonzern Aramco massiv in der Kritik. Die Organisation FairSquare bezeichnete die Partnerschaft gemeinsam mit Fossil Free Football, Reclame Fossielvrij und Badvertising als möglicherweise gefährlichstes Beispiel für fossile Brennstoffwerbung und Sponsoring, das die Welt je gesehen hat. Zugleich gerät FIFA-Präsident Gianni Infantino wegen der engen Verknüpfung von Fußball und Geld aus dem Ölgeschäft erneut ins Visier.

US-Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino stehen beim Final Draw der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 gemeinsam auf der Bühne neben dem WM-Pokal. Trump trägt einen Orden und unterstreicht damit die besondere Rolle der USA als eines der drei Gastgeberländer. (Copyright Depositphotos.com)
US-Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino stehen beim Final Draw der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 gemeinsam auf der Bühne neben dem WM-Pokal. Trump trägt einen Orden und unterstreicht damit die besondere Rolle der USA als eines der drei Gastgeberländer. (Copyright Depositphotos.com)

Scharfe Vorwürfe gegen den Weltverband

FairSquare-Direktor Nicholas McGeehan warf Infantino vor, zu erklären, dass Fußball die Welt vereine, während er die Kassen der FIFA mit Geld vom größten Umweltverschmutzer der Welt fülle. In dem am Montag veröffentlichten gemeinsamen Bericht heißt es außerdem, die Unterstützung der FIFA für Aramco bei dessen klimaschädlichen Bestrebungen sei möglicherweise das stärkste Argument, das es je für ein Verbot fossiler Brennstoffwerbung gegeben habe, und zugleich ein weiteres Argument für Reformen innerhalb des Weltverbands.

Der Bericht untersucht zudem, wie sich die FIFA zu einem Werkzeug autoritärer Staaten entwickelt habe. Dabei werden verschiedene Wege beschrieben, über die Saudi-Arabien, Gastgeber der WM-Endrunde 2034, Einfluss auf den Weltverband ausübt. Außerdem wird die Rolle der EU beleuchtet, die mit der Umsetzung von Gesetzen verhindern solle, dass große Umweltverschmutzer die Macht des Sports ausnutzen.

Aramco bleibt bis 2027 zentraler FIFA-Partner

Der staatliche Konzern Aramco ist seit 2024 sogenannter Major Worldwide Partner der FIFA. Nach Angaben des Weltverbands ist das Unternehmen im Energiesektor bis 2027 exklusiver Hauptpartner. Damit bleibt der Ölkonzern auch rund um die Partien der WM in den USA, Mexiko und Kanada vom 11. Juni bis 19. Juli sichtbar, denn das Logo des Ölgiganten wird dort zu sehen sein.