Belastung der WM-Spieler in den USA: Hitze-Risiko bei WM 2026 deutlich gestiegen

Vor der Fußball-WM 2026 wächst die Sorge vor extremer Hitze. Eine Analyse des Forschernetzwerks World Weather Attribution kommt zu dem Schluss, dass jedes vierte Spiel des Turniers in den USA, Mexiko und Kanada zwischen dem 11. Juni und 19. Juli unter extremen Bedingungen stattfinden könnte.

Jude Bellingham von Real Madrid CF nutzt eine Trinkpause im Viertelfinale der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2025 gegen Borussia Dortmund im MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey am 5. Juli 2025. David Ramos / Getty Images
Jude Bellingham von Real Madrid CF nutzt eine Trinkpause im Viertelfinale der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2025 gegen Borussia Dortmund im MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey am 5. Juli 2025. David Ramos / Getty Images

WWA sieht deutlich höheres Risiko als 1994

Nach Einschätzung der Wissenschaftler hat der Klimawandel das Risiko extremer Hitze in Nordamerika seit der WM 1994 in den USA spürbar erhöht. „Spieler und Fans sind bei der WM 2026 einem deutlich höheren Risiko für zermürbende Hitze und Luftfeuchtigkeit ausgesetzt als beim Turnier 1994 auf demselben Kontinent“, teilte WWA mit.

Besonders hart trifft das nicht nur die Profis auf dem Rasen, sondern auch das Publikum auf den Tribünen. „Fans seien sogar noch stärker gefährdet, da sie nicht von einer Vielzahl medizinischer Fachkräfte betreut werden“, sagte Friederike Otto, Klimawissenschaftlerin und Mitbegründerin des WWA.

26 Partien mit kritischen Werten

Die Analyse geht davon aus, dass 26 der 104 Spiele bei mindestens 26 Grad Wet Bulb Globe Temperature, kurz WBGT, ausgetragen werden könnten. Der Wert misst, wie gut der Körper sich bei Hitze, Feuchtigkeit, Sonne und Wind abkühlen kann und ist nicht mit der normalen Temperatur in Grad Celsius gleichzusetzen. Die Spielergewerkschaft FIFPRO empfiehlt ab diesem Grenzwert Trinkpausen, weil Hitzestress dann zu einem echten Risiko wird.

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Die FIFA hatte wegen der erwarteten Belastung ohnehin bereits für jede Halbzeit der Spiele in den 16 Stadien eine Abkühlpause vorgeschrieben. Von den 26 gefährdeten Begegnungen finden laut WWA 17 in Arenen mit Kühlsystemen statt. Fünf Partien könnten sogar mindestens 28 Grad WBGT erreichen. Nach Einschätzung von FIFPRO sollten Spiele in diesem Bereich verschoben oder unterbrochen werden, bis sicherere Bedingungen herrschen.

Auch das Finale in New Jersey ist betroffen

Selbst das Endspiel am 19. Juli im MetLife Stadium in New Jersey bleibt nicht verschont. Für das Finale sieht WWA eine Chance von eins zu acht, dass dort 26 Grad WBGT erreicht werden. „Dass ausgerechnet das WM-Finale einem nicht unerheblichen Risiko ausgesetzt ist, bei einer Hitze gespielt zu werden, die eigentlich eine Absage rechtfertigen würde, sollte für die FIFA und die Fans ein Weckruf sein“, sagte Otto.