Verstöße bei WM-Tickets? Kalifornien will Antworten von FIFA

Der umstrittene Ticketverkauf für die WM 2026 gerät für die FIFA weiter unter Druck. Kalifornien hat wegen möglicher Rechtsverstöße eine Untersuchung eingeleitet und den Weltverband zur Stellungnahme aufgefordert. Hintergrund sind Berichte, wonach Ticket-Kategorien nachträglich verändert wurden und Käufer dadurch getäuscht worden sein könnten.

FIFA-Präsident Gianni Infantino neben dem WM-Pokal beim Wintermeeting der US Conference of Mayors in Washington D.C. am 29. Januar 2026, wo er für die Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko warb. (Alex Wong / Getty Images)
FIFA-Präsident Gianni Infantino neben dem WM-Pokal beim Wintermeeting der US Conference of Mayors in Washington D.C. am 29. Januar 2026, wo er für die Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko warb. (Alex Wong / Getty Images)

Kalifornien verlangt Aufklärung von der FIFA

Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta machte die Einleitung der Prüfung am Mittwoch öffentlich. Er verwies darauf, dass sich Fans darauf verlassen können müssten, dass die erworbenen Plätze mit den Angaben im Verkaufsprozess übereinstimmen. In seiner Erklärung sagte Bonta: „Kalifornier sollten darauf vertrauen können, dass die Plätze, die sie kaufen, zu den Angaben aus dem Verkaufsprozess passen“, und weiter: „Wir freuen uns darauf, die angeforderten Informationen von der FIFA im Rahmen unserer laufenden Prüfung zu erhalten.“

Konkret soll es Beschwerden geben, wonach Plätze, die am Ende zugewiesen wurden, einer niedrigeren Kategorie entsprochen hätten als zuvor auf dem Stadionplan angezeigt. Bonta verlangt nun nachvollziehbare Angaben der FIFA dazu, welche Änderungen an den Sitzplänen vorgenommen wurden.

Vorwürfe um veränderte Sitzkategorien

The Athletic hatte bereits im vergangenen Monat über diese Vorgänge berichtet. Demnach wurden mehr als drei Millionen Tickets für das Turnier in vier unterschiedlich bepreisten Kategorien verkauft, die in farblich markierten Stadionplänen dargestellt waren. Inhaber von Karten aus Kategorie 1 seien später jedoch Sitzplätze zugewiesen worden, die zuvor als Kategorie 2 ausgewiesen gewesen seien.

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Die FIFA teilte The Athletic dazu mit, die Kategorien seien lediglich als „Orientierungshilfe“ gedacht gewesen und hätten keine „exakte Sitzanordnung“ dargestellt. Genau dieser Punkt steht nun im Zentrum der kalifornischen Prüfung.

Frust bei Fans wächst vor dem Turnierstart

Der Ärger um die WM-Tickets betrifft nicht nur die Sitzplatzfrage. Schon seit Wochen sorgt der Verkauf für Unmut, vor allem wegen der Preisgestaltung. Das Turnier findet vom 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Mexiko und Kanada statt.

Ein Vergleich zeigt die Dimension der Kritik besonders deutlich: Beim Finale der vergangenen WM 2022 in Katar kostete das teuerste offiziell erhältliche Ticket umgerechnet rund 1600 US-Dollar. Für das Endspiel der WM 2026 in New Jersey am 19. Juli verlangt die FIFA derzeit für die teuerste Karte 32.970 US-Dollar.