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Die deutschen Fußballerinnen haben auch das Nachbarschaftsduell mit Österreich klar für sich entschieden und mit dem 5:1-Erfolg in Nürnberg den dritten Sieg im dritten Spiel der WM-Qualifikation eingefahren. Trotz des Schreckmoments um Kapitänin Giulia Gwinn blieb die Mannschaft von Bundestrainer Christian Wück souverän und festigte die Tabellenführung in der Gruppe A4. Vor 24.237 Zuschauern trafen Nicole Anyomi, Vivien Endemann, ein Eigentor von Sarah Puntigam, Jule Brand und Lea Schüller; für Österreich war Chiara D’Angelo erfolgreich.

Gwinn verletzt runter – Deutschland bleibt stabil
Wück setzte im Max-Morlock-Stadion größtenteils auf die Formation, die bereits beim 4:0 in Norwegen Anfang März begonnen hatte. Einzige Änderung in der Startelf: Linda Dallmann rückte für Carlotta Wamser ins Mittelfeld, die Münchnerin ging dabei in die Zentrale, während Brand auf dem rechten Flügel startete. Vor dem Anpfiff hatte der Chefcoach im ZDF betont: „Es ist auch die Aufgabe, dass die Spielerinnen zu Hause dominant auftreten“, und ergänzte: „Wir wollen von Anfang an da sein und wenn möglich auch wieder zu null spielen.“
Nach der offiziellen Verabschiedung von Rio-Olympiasiegerin Sara Däbritz, die im Oktober nach 111 Länderspielen aus der Nationalelf zurückgetreten war, suchte die DFB-Auswahl früh nach Lücken in Österreichs Fünferkette. Die ersten Chancen ließen jedoch Anyomi (10.) und Sjoeke Nüsken (11.) noch liegen. Weil der Durchbruch aus dem Spiel heraus zunächst nicht gelingen wollte, brachte eine Ecke von Brand die Führung: Torhüterin Mariella El Sherif wehrte erst den Kopfball von Rebecca Knaak und den Nachschuss von Janina Minge ab, ehe Anyomi den Ball über die Linie grätschte. Für die Frankfurter Stürmerin war es im 33. Länderspiel erst der vierte Treffer.

Dann folgte der bittere Moment: Gwinn blieb nach einem Zweikampf mit Melanie Brunnthaler vom Hamburger SV mit Schmerzen an der linken Schulter liegen. Die Rechtsverteidigerin des FC Bayern spielte nach einer Eisbehandlung zwar noch kurz weiter, musste dann aber von EM-Entdeckung Wamser in der 33. Minute ersetzt werden. Eine Diagnose lag zunächst nicht vor. Auch danach blieb Deutschland klar am Drücker, verpasste durch Kett (37.), erneut Anyomi (41.) und Brand (42.) allerdings zunächst das 2:0.
Tabelle der Gruppe A4, Österreich unter Druck
In der Gruppe qualifiziert sich nur der Erste direkt für das nächste große Turnier. Österreich steht nach den bisherigen Partien noch ohne Punkt da und belegt derzeit den letzten Platz.

Brand treibt den DFB-Angriff an
Unmittelbar nach der Pause erhöhte die DFB-Elf dann das Tempo und spielte ihre Überlegenheit konsequent aus. Nach starker Vorarbeit von Brand musste Endemann in der 52. Minute nur noch den Fuß hinhalten. Beim dritten Tor war Brand erneut per Ecke beteiligt, ehe sie selbst den nächsten Treffer markierte. Österreichs Ehrentor durch die Bremerin D’Angelo beantwortete Deutschland prompt: Kurz nach seiner Einwechslung sorgte Lea Schüller mit einem trockenen Abschluss für das 5:1.
Damit behauptete Deutschland nicht nur den dritten Erfolg im dritten Qualifikationsspiel, sondern auch die Spitzenposition in der Gruppe A4 auf dem Weg zur Titeljagd 2027 in Brasilien. Schon am Samstag (18.00 Uhr/sportschau.de) kommt es in Ried zum Wiedersehen mit der lange harmlosen ÖFB-Auswahl.