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Der FC Bayern hat Alexandra Popp den erhofften Abschied mit dem großen Titel versagt und sich erneut das Double gesichert. Im DFB-Pokalfinale setzte sich der Meister gegen den VfL Wolfsburg nach einer klaren Leistungssteigerung mit 4:0 (1:0) durch. Vor der Rekordkulisse von 46.064 Zuschauerinnen und Zuschauern in Köln trafen Georgia Stanway per Foulelfmeter, Pernille Harder, Momoko Tanikawa und Arianna Caruso.

Zäher Beginn, dann die Bayern-Entscheidung
Beide Teams starteten vor den Augen von Bundestrainer Christian Wück vorsichtig und mit vielen Ungenauigkeiten. Die erste gefährliche Aktion gehörte den Münchnerinnen, als Harder eine Flanke von Klara Bühl am zweiten Pfosten aufnahm, den Abschluss aber nicht sauber genug platzierte (20.). Kurz darauf musste Wolfsburg um Torhüterin Stina Johannes bangen, die nach einer Behandlung am Oberschenkel kurz pausierte, dann aber weitermachen konnte.
Auch im weiteren Verlauf blieb die Partie zunächst zerfahren. Popp, die in ihrer angestammten Rolle als Mittelstürmerin auflief, kam kaum in Szene. Zwar hatte Bayern mehr Ballbesitz und Feldvorteile, doch zunächst fehlten Durchschlagskraft und Ideen. Bernadette Amani prüfte Johannes aus Münchner Sicht ohne Erfolg (30.), auf der Gegenseite parierte Ena Mahmutovic den ersten nennenswerten Abschluss von Lena Lattwein (35.).
Elfmetertor vor der Pause, Wolfsburg bricht nach dem Wechsel ein
Wolfsburg stand defensiv kompakt und machte dem Bayern-Angriff lange das Leben schwer. Kurz vor dem Pausenpfiff kam dann der Bruch aus VfL-Sicht: Lineth Beerensteyn traf Momoko Tanikawa im Strafraum am Fuß, nach Videobeweis entschied Schiedsrichterin Franziska Wildfeuer auf Elfmeter. Stanway blieb vom Punkt eiskalt und verwandelte in der 45.+2 Minute. Wenig später rettete Sarai Linder auf der Linie noch vor dem 2:0 durch Harder.
Nach dem Seitenwechsel erhöhte Harder die Führung dann doch. Die dänische Angreiferin löste sich im Rücken von Nationalspielerin Janina Minge und köpfte aus kurzer Distanz ein. Wolfsburg versuchte weiter gegenzuhalten, musste dabei aber wegen eines Notarzteinsatzes im Bayern-Block zunächst auf den lautstarken Support von den Rängen verzichten.
Popp erlebt den bitteren Abschied
Mit dem wieder einsetzenden Applaus und Support in der Schlussphase legten die Münchnerinnen noch zweimal nach. Tanikawa sorgte für das 3:0, ehe Caruso mit einem direkt verwandelten Freistoß den Schlusspunkt setzte. Für Wolfsburg blieb damit nur die Enttäuschung, für Popp platzte der Traum vom Happy End gegen den bayerischen Dauerrivalen.
Es war das 14. Endspiel der 35-Jährigen, in dem sie erstmals als Verliererin vom Platz ging. Noch vor der Partie hatte sie gesagt: „Tränen werden definitiv fließen. Zum Pokal habe ich eine sehr spezielle Beziehung“. Popps Ära beim VfL endet im Sommer nach 14 Jahren, danach zieht es die ehemalige Nationalspielerin zu ihrem Herzensverein Borussia Dortmund. Für ihren letzten großen Auftritt im VfL-Trikot war sie nach einer Mitte März erlittenen Wadenverletzung rechtzeitig zurückgekehrt und hatte ihr Team in Köln als Kapitänin aufs Feld geführt. Im Vorfeld hatte sie gefordert, jede Wolfsburgerin müsse „gefühlt ihr Leben auf dem Platz lassen“.
Den dritten Pokalsieg nach 2012 und 2025 sicherten sich die Münchnerinnen damit vor 46.064 Fans und krönten eine Saison, in der sie sich bereits Mitte April auch den Titel in der Bundesliga geholt hatten.
