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Das 4:5 im Halbfinal-Hinspiel der Champions League zwischen dem FC Bayern und Paris Saint-Germain gilt längst als Fußball-Klassiker. Am Mittwoch um 21.00 Uhr trifft der deutsche Rekordmeister in der Allianz Arena erneut auf Titelverteidiger PSG Paris und braucht für den Sprung ins Finale von Budapest am 30. Mai mindestens einen Sieg mit einem Tor Unterschied, um Verlängerung oder Elfmeterschießen zu erzwingen. Eine Auswärtstorregel gibt es in der Königsklasse nicht mehr.

Für die Münchner steht dabei nicht nur das aktuelle Duell im Fokus, sondern auch die historische Ausgangslage. Seit 1992/93 erreichten sie in der Champions League 14-mal das Halbfinale und zogen sechsmal ins Endspiel ein. Doch in bislang 16 K.o.-Duellen, in denen Bayern das Hinspiel verloren hatte, war zwölfmal Schluss. Nur viermal gelang noch die Wende, zuletzt 2023/24 im Achtelfinale gegen Lazio Rom nach dem 0:1 und dem 3:0.
Besonders bitter: fünf Halbfinals, fünf Aus gegen spanische Klubs
Noch ernüchternder fällt die Bilanz aus, wenn die Bayern im Halbfinale das Hinspiel verloren haben. In allen fünf Fällen war danach Endstation, und jedes Mal kam das Aus gegen einen spanischen Gegner. Ein Blick auf diese Duelle zeigt, wie oft der Traum vom Finale in letzter Minute zerplatzte.
2000: ZU FRÜH GEFREUT
Nach dem 4:2 und dem 4:1 in der damaligen Zwischenrunde gegen Real Madrid reiste Bayern unter Ottmar Hitzfeld mit großem Selbstvertrauen ins Halbfinale gegen die Königlichen. Doch die Warnungen des Chefs auf der Bank verhallten. Nicolas Anelka und ein Eigentor von Jens Jeremies brachten im Bernabéu das 0:2. Im Olympiastadion keimte nach der frühen Führung durch Carsten Jancker Hoffnung auf, doch Anelka zerstörte sie erneut. Giovane Elber traf zwar noch zum 2:1, wegen der damals gültigen Auswärtstorregel hätten die Münchner aber zwei weitere Treffer gebraucht. Der Traum war vorbei.
2014: GUARDIOLA VERCOACHT SICH
Nach dem 0:1 im Bernabéu glaubten die Bayern im Rückspiel gegen Real Madrid noch an ihre Chance, doch es folgte eine Lehrstunde. Bereits zur Pause lagen die Münchner mit 0:3 zurück, am Ende setzte sich Real dank der Doppelpacks von Sergio Ramos und Cristiano Ronaldo mit 4:0 durch und holte später auch den Titel gegen Stadtrivale Atlético. Pep Guardiola nahm die bittere Niederlage mit fragwürdigen taktischen Entscheidungen auf sich und sagte: „Die größte Scheiße, die ich jemals als Trainer gemacht habe.“
2015: AUS GEGEN ENRIQUES BARCA
Auch Luis Enrique erwies sich für die Bayern als Halbfinal-Albtraum. Nach dem 0:3 im Hinspiel beim FC Barcelona stemmten sich die personell stark geschwächten Münchner in München mit aller Kraft gegen das Aus. Medhi Benatia weckte mit seinem Treffer nach sieben Minuten kurz die Hoffnung auf das Wunder. Doch das von Enrique betreute Barca mit Lionel Messi, Neymar und Luis Suarez im Offensiv-Trio blieb zu stark. Zwar gewannen die Bayern auch ohne Arjen Robben und Franck Ribéry das Rückspiel mit 3:2, doch der spätere Titelgewinn der Katalanen änderte am Münchner Aus nichts.
2016: MÜLLERS FEHLSCHUSS UND PEPS SERVUS
Über das 0:1 bei Atlético Madrid sagte Pep Guardiola später: „Nach diesem Spiel“, sagt Pep Guardiola über das 0:1 bei Atlético Madrid, „everybody killed me.“ Der Grund: Er hatte Thomas Müller und Franck Ribéry erst spät gebracht. Im Rückspiel standen beide von Beginn an auf dem Platz, doch Müller wurde zur tragischen Figur. Beim Stand von 1:0 scheiterte er per Elfmeter an Jan Oblak. Das 2:1 reichte nicht aus. Obwohl Bayern nach Müllers Einschätzung „noch überlegener“ spielte als beim „Drama dahoam“ 2012 gegen Chelsea, blieb der Einzug ins Finale verwehrt. Guardiola verließ München nach drei Jahren als Unvollendeter ohne Henkelpott. „Ich bin ich traurig für die Spieler“, sagte er, „ich habe mein Leben gegeben für diese Spieler.“
2018: HEYNCKES NIMMT ABSCHIED
Auch 2018 reichte es nach dem 1:2 im Hinspiel in München nicht. Im Rückspiel war Bayern bei Real Madrid die bessere Mannschaft, Joshua Kimmich sorgte schon nach drei Minuten für den „Ausgleich“. Doch Karim Benzema drehte die Partie für die Königlichen, auch begünstigt durch einen schweren Fehler von Manuel Neuers Vertreter Sven Ulreich. James gelang lediglich noch das 2:2, zu wenig für das Weiterkommen. Für Jupp Heynckes war es zugleich die letzte Partie in der Champions League. „Meine Mannschaft hat ein überragendes Spiel gemacht. So habe ich den FC Bayern in den letzten Jahren noch nie spielen sehen“, sagte die Trainer-Legende.