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FIFA hat den Preis für das teuerste Standardticket für das WM-Finale noch einmal deutlich angehoben: Wer am Sonntag, 19. Juli, im MetLife Stadium dabei sein will, zahlt im Extremfall bis zu 10.990 Dollar (9.574 Euro). Damit verkauft der Weltverband nach der ersten offenen Verkaufsphase offenbar die teuerste allgemeine Eintrittskarte für ein einzelnes Fußballspiel in der Geschichte.

Der neue Spitzenpreis liegt 38 Prozent über den 8.680 Dollar (7.560 Euro), die im Mitgliederverkauf im Dezember als Höchstwert ausgewiesen waren. Auch damals erhielten die offiziellen Fanclubs der einzelnen Nationen frühzeitig Zugang zum Kontingent.
Dynamische Preise treiben die Summen weiter hoch
Hinter der Preisgestaltung steckt ein variables Modell: Die Ticketkosten schwanken je nach Nachfrage, und die bleibt hoch. In der offenen Verkaufsrunde am Mittwochabend für das Finale sowie 17 der 72 Gruppenspiele wurden deshalb auch die übrigen Kategorien neu bepreist.
Kategorie zwei stieg um 32 Prozent auf 7.380 Dollar (6.427 Euro), Kategorie drei kostet nun 5.785 Dollar (5.038 Euro) und liegt damit ebenfalls 38 Prozent über dem früheren Niveau. Alle drei Top-Preisklassen bewegen sich damit weit über dem, was Fans noch bei der WM 2022 in Katar für den teuersten Platz im Finale zwischen Argentinien und Frankreich zahlten: damals entsprach das 1.604 Dollar (1.395 Euro).
Besonders heftig fällt der Vergleich mit der ursprünglichen WM-Bewerbung der USA, Kanadas und Mexikos aus. Dort war für das teuerste Ticket ein Maximalpreis von 1.550 Dollar (1.349 Euro) versprochen worden.
Webseite verwechselt, Fans verlieren Zeit
Die offene Verkaufsphase war zugleich die letzte Gelegenheit, Tickets direkt bei FIFA zu erwerben, bevor am Donnerstag der Wiederverkauf öffnete. Doch ein schwerer Fehler der Verantwortlichen sorgte für Chaos: Wer am frühen Mittwochmorgen online zugegriffen hatte, landete zunächst mehr als eine Stunde lang in einer Warteschlange, die ins Leere führte.
Erst als der Fehler behoben war, merkten viele Anhänger, dass es für sie schon zu spät war. Statt in den allgemeinen Verkaufsbereich gelangten Nutzer versehentlich in einen geschlossenen Bereich für offizielle Fanlager der Nationalteams – die sogenannten Participating Member Associations (PMAs) – und dort sind spezielle Zugangscodes erforderlich.
Normale Fans ohne diesen Code mussten sich anschließend erneut in die Hauptwarteschlange einreihen und waren dadurch weit hinter den Platz gerutscht, den sie ursprünglich gehabt hätten. Im Netz berichteten Zuschauer zudem, dass FIFA bis zu zehn Minuten brauchte, um die Website zu reparieren und auf den richtigen Ticket-Link umzuleiten.
Schon zuvor Kritik an den Ticketpreisen
Der jüngste Patzer folgt auf vier Monate alte Kritik an der FIFA-Preisgestaltung. Nach der Auslosung der WM hatte der Verband Tickets zunächst zwischen 140 und 8.680 Dollar beworben, zog nach massiver Gegenreaktion jedoch ein neues, günstigstes Angebot nach.
FIFA garantierte dabei eine nicht näher bezifferte Ticketzahl – schätzungsweise rund zehn Prozent des Gesamtbudgets, das jedem teilnehmenden Land zugeteilt wurde – zu einem Preis von 52 Euro. Im Fall Englands gehen diese Karten, die für alle Spiele gelten, an Mitglieder des offiziellen Fanclubs.