Afrika Cup 2026 – Senegals Titel aberkannt – Marokko neuer Afrika-Cup-Sieger

Der afrikanische Fußballverband (CAF) hat das umstrittene Finale des Afrika-Cups neu gewertet und Senegal den Titel nachträglich aberkannt. Das Berufungsgremium wertete das Spiel gemäß Artikel 84 als verloren und setzte das Ergebnis mit 3:0 zugunsten von Gastgeber Marokko fest. Grundlage ist das chaotische Endspiel in Rabat, bei dem senegalesische Spieler vor einem Elfmeter den Platz verlassen hatten. Die Entscheidung verändert die offizielle Siegerliste: Marokko wird nun als Afrikameister geführt, Senegal verliert seinen zuvor gefeierten Triumph.

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Senegals Titel aberkannt: CAF wendet Artikel 84 an

Die CAF-Berufungskommission erklärte das Finale des TotalEnergies CAF-Afrika-Cups für Senegal als verloren und wertete das Spiel mit 3:0 zugunsten der Fédération Royale Marocaine de Football (FRMF). Damit hob die Instanz eine frühere Entscheidung der CAF auf, die das ursprüngliche Ergebnis vorerst bestehen gelassen hatte. Die Maßnahme erfolgte rund zwei Monate nach dem Spiel und beruht auf einer formalen Prüfung des Spielverlaufs und des Verhaltens der Akteure.

Verstöße gegen Artikel 82 und 84 als Entscheidungsgrund

Das Berufungsgericht begründete seine Entscheidung mit Verstößen gegen die Artikel 82 und 84 des Wettbewerbsreglements. Konkret bemängelte die Kommission das Verhalten der senegalesischen Spieler unmittelbar vor dem Elfmeterschuss von Brahim Diaz, als Teile der Mannschaft den Platz verließen und damit den regulären Spielablauf störten. In der Mitteilung heißt es wörtlich: „Die CAF-Berufungskommission hat entschieden, dass gemäß Artikel 84 des Reglements … das Finale … für die senegalesische Nationalmannschaft als verloren gilt und das Ergebnis des Spiels mit 3:0 zugunsten der FRMF gewertet wird.“

Chaotischer Spielverlauf in Rabat: Elfmeter, Platzverweis-ähnliche Szenen und Fan-Unruhen

Das Finale am 18. Januar in Rabat war kurz vor dem Abbruch gestanden. Nach einem späten Elfmeterpfiff für Marokko verließen senegalesische Spieler aus Protest zwischenzeitlich den Rasen; erst nach längerer Unterbrechung wurde die Partie wieder aufgenommen. Brahim Diaz vergab den Strafstoß, in der Verlängerung erzielte Pape Gueye (94.) das 1:0 für Senegal, das damals als Endstand registriert wurde. Gleichzeitig kam es auf den Tribünen zu Ausschreitungen, Anhänger versuchten mehrfach, auf das Spielfeld zu stürmen, und Sicherheitskräfte griffen ein, wodurch die Sicherheitslage die sportliche Durchführung weiter belastete.

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Reaktionen des marokkanischen Verbands, der CAF und der FIFA

Der marokkanische Verband begründete seinen Einspruch mit der erheblichen Störung des Spielverlaufs und hatte kurz nach der Partie rechtliche Schritte bei CAF und FIFA angekündigt. Die FRMF kommentierte die Entscheidung der Berufungskommission mit dem Hinweis, dass es dabei „nicht die sportliche Leistung der an diesem Wettbewerb teilnehmenden Mannschaften“ in Frage stellen solle, sondern die Anwendung der Wettbewerbsbestimmungen fordere. Auch FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte die Szenen als „inakzeptabel“ und „hässlich“ bezeichnet und gefordert, dass derartige Vorkommnisse „niemals wieder“ passieren dürfen.

Sportliche Folgen: Marokko als neuer Afrika-Cup-Sieger, Senegal verliert Titel

Sportlich bedeutet die Neu-Wertung, dass Marokko erstmals seit 1976 wieder offiziell als Afrikameister geführt wird. Senegal, das mit Spielern wie Bayern-Profi Nicolas Jackson und Topstar Sadio Mané seinen zweiten Titel nach 2022 gefeiert hatte, verliert durch die nachträgliche Wertung diesen Erfolg in der offiziellen Statistik. Die Entscheidung betrifft ausschließlich die Ergebniswertung; mögliche weitere disziplinarische Maßnahmen lagen in den verfügbaren Informationen nicht vor.