Inhaltsverzeichnis - das findest du hier
- 1 Präsentation des Afrika-Cup Pokals in Paris
- 2 Koulibaly und Mendy platzieren die Trophäe bei Verbandspräsident Fall
- 3 Das Freundschaftsspiel gegen Peru: Jackson und Sarr treffen
- 4 CAF aberkannte den Titel und erklärte Marokko zum Sieger
- 5 Reaktionen des senegalesischen Verbandes und Ankündigung von Beschwerden
- 6 Einspruch beim CAS und Stellungnahme des Internationalen Sportgerichtshofs
Ungeachtet der nachträglichen Aberkennung präsentierte Senegal in Paris den vermeintlichen Afrika-Cup-Pokal und setzte damit ein starkes Zeichen: Bei einer Ehrenrunde durch das Stade de France und einem Konzert eines senegalesischen Künstlers zeigte das Nationalteam die Trophäe vor dem Länderspiel gegen Peru (2:0). Die Pläne waren am Donnerstag bekannt geworden, und schon lange vor dem Anstoß strömten Tausende senegalesische Fans ins Stadion. Verbandspräsident Abdoulaye Fall nutzte den öffentlichen Auftritt, obwohl der Kontinentalverband CAF Senegal den Titel aberkannt und Marokko nachträglich zum Sieger erklärt hatte. Das finale Urteil obliegt dem Internationalen Sportgerichtshof CAS, der eine Entscheidung zeitnah, aber sorgfältig treffen will.

Präsentation des Afrika-Cup Pokals in Paris
Ungeachtet der Aberkennung feierten Senegals Fußballer in Paris den vermeintlichen Gewinn des Afrika-Cups und präsentierten die Trophäe während einer Ehrenrunde durch das Stade de France. Bei der Ehrenrunde trat zudem ein senegalesischer Künstler zu einem Konzert auf, und das Nationalteam stellte die Trophäe stolz dem Publikum vor dem Länderspiel gegen Peru (2:0) zur Schau. Die Pläne für diesen öffentlichen Auftritt waren am Donnerstag bekannt geworden, und schon lange vor dem Anstoß waren Tausende senegalesische Fans ins Stadion geströmt. Damit nutzte der Verband die Bühne bewusst, obwohl der Kontinentalverband die Aberkennung ausgesprochen hatte.
Koulibaly und Mendy platzieren die Trophäe bei Verbandspräsident Fall
Nach der Ehrenrunde trugen Kapitän Kalidou Koulibaly und Torhüter Edouard Mendy die Trophäe ins Stadioninnere und stellten sie auf der Tribüne bei Verbandspräsident Abdoulaye Fall ab. Die Szene wurde vor dem Länderspiel gegen Peru gezeigt und diente als öffentlich sichtbares Statement des Teams und des Verbandes. Die Übergabe fand unter großem Beifall der mitgereisten Fans statt. Gleichzeitig war die Aktion Teil der vom Verband organisierten Präsentation, mit der man die eigene Sicht auf den umstrittenen Titelgewinn untermauerte.
Das Freundschaftsspiel gegen Peru: Jackson und Sarr treffen
Im Anschluss an die Präsentation gewann Senegal das erste Länderspiel seit dem umstrittenen Finale des Afrika-Cups im Januar mit 2:0 gegen Peru. Bayern-Profi Nicolas Jackson traf zur Führung in der 41. Minute, Ismaila Sarr erhöhte nach der Pause in der 54. Minute. Damit setzte die Mannschaft auf dem Rasen ein sportliches Zeichen nach der Kontroverse um das Finale. Der Spielverlauf gab den Fans vor Ort zumindest kurzfristig Anlass zur Erleichterung.
CAF aberkannte den Titel und erklärte Marokko zum Sieger
Der Kontinentalverband CAF hatte in der Vorwoche Senegal den Titel aberkannt und Marokko nachträglich zum Sieger erklärt. Hintergrund war, dass Senegal das Finale ursprünglich gewonnen hatte, das Team aber zwischenzeitlich aus Protest gegen eine Schiedsrichterentscheidung den Platz verlassen hatte. Die CAF wertete daraufhin die Partie als Niederlage für Senegal und gab der Berufung Marokkos statt. Diese Entscheidung der CAF löste die aktuelle Eskalation und die anschließenden rechtlichen Schritte aus.
Reaktionen des senegalesischen Verbandes und Ankündigung von Beschwerden
Verbandspräsident Abdoulaye Fall kritisierte die Entscheidung scharf und sprach auf einer Pressekonferenz in Paris von einem „administrativen Raubüberfall, dem gröbsten in der Geschichte unseres Sports“. Zugleich kündigte er an: „Senegal weigert sich, das als gegeben hinzunehmen.“ Ein Anwalt des senegalesischen Verbandes erklärte zudem, „es gebe keine Entscheidung, die zur Rückgabe von Medaillen oder der Trophäe verpflichte“, und die Verbandsseite kündigte eine Korruptionsbeschwerde gegen mehrere Personen an. Diese öffentlichen Aussagen und rechtlichen Schritte verdeutlichen die harte Haltung Senegals in der Auseinandersetzung um Sportsgerichtsbarkeit und Integrität.
Einspruch beim CAS und Stellungnahme des Internationalen Sportgerichtshofs
Der senegalesische Verband legte am Mittwoch offiziell Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof CAS ein; das finale Urteil obliegt damit dem CAS. Der CAS erklärte, er möchte eine möglichst zeitnahe, aber sorgfältige Entscheidung treffen und betonte die Bedeutung eines fairen Verfahrens. „Wir verstehen, dass Teams und Fans gespannt auf die endgültige Entscheidung warten, und wir werden sicherstellen, dass das Schiedsverfahren so zügig wie möglich durchgeführt wird, wobei das Recht aller Parteien auf ein faires Verfahren gewahrt bleibt“, sagte CAS-Generaldirektor Matthieu Reeb. Bis zur abschließenden Klärung bleibt die Aberkennung durch die CAF rechtskräftig, während Senegal den Fall weiter juristisch verfolgt.