Felix Magath hat in der Neuauflage der Neuer-Debatte eine klare Linie gezogen. Der frühere Meistercoach verweist bei der WM-Kaderfrage kompromisslos auf das Leistungsprinzip und sieht Manuel Neuer weiterhin als beste Lösung im deutschen Tor. Auch eine mögliche Reaktion von Oliver Baumann bewertet er gelassen.

Der 72 Jahre alte Wolfsburg-Meistertrainer, der unter anderem auch Bayern München, Schalke 04 und Eintracht Frankfurt betreut hat, äußerte sich bei BILD SPORT auf WELT TV. Dort diskutierten neben ihm Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe, BILD-Experte Alfred Draxler und Moderatorin Joena Wohlenberg.
Magath stellt Neuer über jede Debatte
Für Magath ist die Sache schlicht: „Ich weiß nicht, warum wir über diese Situation überhaupt diskutieren. Man fährt zu einer WM mit den besten Spielern, die man hat. Und Manuel Neuer ist der Beste.“ Der frühere Bundesliga-Erfolgstrainer betonte, dass er Neuer selbst trainiert habe und genau wisse, welche Qualitäten der langjährige Nationaltorhüter mitbringe. „Ich habe Manuel Neuer selbst trainiert. Ich weiß, welche Fähigkeiten er hat. Er ist nun mal außergewöhnlich“, sagte Magath.
Aus Sicht des 72-Jährigen hätte Bundestrainer Julian Nagelsmann in der Torwartfrage früher für Klarheit sorgen können. Magath monierte, dass das Thema nicht von Beginn an offen kommuniziert worden sei. „Warum hat man das Thema nicht gleich offen kommuniziert? Man hätte doch problemlos auch sagen können, dass Manuel Neuer die Nummer eins ist, wenn er fit ist.“ Dadurch, so seine Einschätzung, wäre das aktuelle Problemfeld gar nicht erst entstanden.
Baumann und Aytekin: Magath bleibt bei seinem Kurs
Auch auf die Frage, ob er Verständnis dafür hätte, wenn Oliver Baumann nach einer Neuer-Nominierung nicht mit zur WM fahren würde, antwortete Magath deutlich. „Nein! Konkurrenz gehört im Mannschaftssport immer dazu. Da kann ich doch nicht beleidigt sein. Es hat doch nichts damit zu tun, dass ich jemanden menschlich herabwürdigen würde.“
Darüber hinaus äußerte sich Magath beim Talk auch zum Abschied von Schiedsrichter-Legende Deniz Aytekin, der mit 47 Jahren seine Karriere beendet. Die eingeführte Altersgrenze bei Referees sieht der langjährige Bundesliga-Coach kritisch. „Ich habe die ganze Zeit nicht verstanden, warum bei Schiedsrichtern eine Altersgrenze eingeführt wurde. Je mehr Erfahrung ein Schiedsrichter hat, desto überlegener ist er doch auch auf dem Feld. Da ist das Alter als Kriterium der verkehrte Ansatz.“