Bundestrainer im ZDF Aktuellen Sportstudio – Nagelsmann zum WM Kader 2026

Julian Nagelsmann hat die Spekulationen um ein mögliches WM-Comeback von Manuel Neuer nicht beendet, sondern eher noch angefacht. Im ZDF-Sportstudio wich der Bundestrainer der Kernfrage mehrfach aus und verwies stattdessen auf die offizielle Kadernominierung am Donnerstag: „Ihr müsst nur noch viermal schlafen, dann wisst ihr alles“, sagte der 38-Jährige mit einem Lächeln.

Bundestrainer Julian Nagelsmann und Nationalmannschaftsdirektor Rudi Völler im Gespräch beim Training der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am 6. September 2025 im RheinEnergieStadion in Köln. (Stuart Franklin / Getty Images)
Bundestrainer Julian Nagelsmann und Nationalmannschaftsdirektor Rudi Völler im Gespräch beim Training der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am 6. September 2025 im RheinEnergieStadion in Köln. (Stuart Franklin / Getty Images)

Eine klare Bestätigung für die von Sky verbreitete Meldung über Neuers bereits beschlossene Rückkehr ins Tor der Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft lieferte Nagelsmann in Mainz und Köln zwar nicht. Ein Dementi wollte er aber ebenso wenig geben. Stattdessen betonte der Chefcoach, dass die Kommunikation ausschließlich über ihn und den Spieler laufe und nicht von Medien vorgegeben werde.

Nagelsmann hält sich bedeckt

„Die haben es halt mal rausposaunt und gucken, was passiert. Die Kommunikation bestimmen der Spieler und der Trainer. Und wir fangen nicht an, nur weil Medien uns irgendwie treiben wollen, daraufhin Dinge zu kommentieren“, sagte Nagelsmann. Zugleich machte er klar, dass er die Gespräche mit seinen WM-Kandidaten noch nicht abgeschlossen hat. „Ich suche immer zuerst das Gespräch mit den Spielern. Mit allen – egal, wie der Spieler heißt. Es wird immer zuerst der Spieler kontaktiert“, betonte der Bundestrainer.

Nach seiner Darstellung ist dieser Schritt bei Neuer und den übrigen potenziellen Fahrern zur Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada vom 11. Juni bis 19. Juli noch nicht erfolgt. Oliver Baumann geht deshalb derzeit weiter davon aus, dass er die Nummer eins bleibt. „Das ist mein Stand, ich habe keine andere Info“, sagte der Hoffenheimer nach dem 0:4 bei Borussia Mönchengladbach am Samstagnachmittag in der ARD.

Dieses Fußball-Video könnte dich interessieren:

Dass Nagelsmann diesmal anders formuliert als in den vergangenen Monaten, heizt die Diskussion zusätzlich an. Zuvor hatte er bei Neuers Namen stets auf den Rücktritt des Torhüters verwiesen und Baumann öffentlich den Rücken gestärkt. „Ich bin bis zum heutigen Tag sehr fein mit meiner Kommunikation mit den Spielern. Deswegen gehen alle Infos erst mal an die Spieler“, sagte Nagelsmann und fügte in Richtung Jochen Breyer hinzu: „Sie dürfen interpretieren, was Sie wollen.“

Neuer bleibt ausweichend

Parallel dazu gab sich Neuer selbst ähnlich zurückhaltend. Während Nagelsmann sprach, feierte der 40-Jährige mit dem FC Bayern am Nockherberg die Meisterschaft. Nach dem 5:1 gegen den 1. FC Köln wich er der Frage ebenfalls aus. Er sei da „total entspannt“, sagte Neuer: „Wir feiern heute die Meisterschaft. Ich habe in der nächsten Woche ein ganz wichtiges Spiel mit dem DFB-Pokal. Von daher ist es für mich kein Thema.“

Noch im April hatte der Ex-Nationaltorhüter allerdings eine deutlich klarere Linie gezogen. Damals erklärte er, man brauche „das Thema überhaupt nicht aufzumachen“. Ob es, wie von Sky berichtet, zuletzt tatsächlich ein Treffen zwischen ihm, Nagelsmann und DFB-Sportdirektor Rudi Völler gegeben hat, bestätigte Neuer nicht. „Nein, jetzt nicht. Wir haben das ganze Jahr Kontakt – so wie mit anderen ehemaligen Trainern und Verantwortlichen auch“, sagte der Weltmeister von 2014.

Baumann im Schatten, Kahn kritisch

Damit scheint die Bühne für eine spektakuläre Kehrtwende bereitet, auch wenn weiterhin vieles offen bleibt. Gegen Köln wurde Neuer in der zweiten Halbzeit wegen Wadenproblemen ausgewechselt und muss nach Klubangaben wegen muskulärer Beschwerden vorerst kürzertreten. Für Oliver Kahn ist die Debatte deshalb nur schwer nachvollziehbar. „Wenn sich Julian jetzt auf einmal Gedanken macht, schnell einen Torwarttausch vorzunehmen, dann ist das natürlich schon abenteuerlich“, sagte der frühere Nationalkeeper am Sonntag im Sport1-Doppelpass.

Gleichzeitig bleibt Neuers körperliche Verfassung ein Thema. In dieser Saison wurde er bereits dreimal von Muskelfaserrissen in der Wade ausgebremst, dennoch ist seine fünfte WM-Teilnahme inzwischen offenbar nicht mehr ausgeschlossen. An guten Tagen verkörpert er nach wie vor Weltklasse, auch wenn die abgelaufene Spielzeit insgesamt wechselhaft verlief.

Die endgültige Antwort liefert Nagelsmann erst am Donnerstag in Frankfurt am Main. Auf dem DFB-Campus will er in der Futsal-Halle nach „62 Telefonaten“ mit seinen Spielern die 26 WM-Fahrer bekanntgeben. „Es gibt einen Tag X, da nominieren wir. Der Termin am 21. Mai ist bewusst gewählt. Wenn ich jetzt anfange, Dinge vorwegzunehmen, dann bewerte ich nicht alles, was ich sehe“, sagte Nagelsmann und ließ die Fußball-Nation damit weiter rätseln.