DFB Geschäftsführer Andreas Rettig: Keine Wiederholung des Katar-Fehlers

DFB Geschäftsführer Andreas Rettig will eine Wiederholung der Katar-Fehler des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) unbedingt verhindern und setzt auf präventive Gesprächsführung und klare Verbandslinie. Rettig betont, dass politische und andere heikle Themen, die in der Kabine zu Diskussionen und Störfaktoren führen können, rechtzeitig ausgeräumt werden müssen. In einem Interview mit dem Bonner General-Anzeiger sagte er, die Verantwortlichen hätten aus Katar gelernt und bereits Personalgespräche geführt. Vor dem XXL-Turnier im Sommer (11. Juni bis 19. Juli) in den USA, Mexiko und Kanada warnt Rettig vor erneut intensiven Debatten aufgrund der Politik von US-Präsident Donald Trump.

Deutschlands Nationalelf vor dem WM Spiel gegen Japan - sie halten sich den Mund zu! (Photo by Ina Fassbender / AFP)
Deutschlands Nationalelf vor dem WM Spiel gegen Japan – sie halten sich den Mund zu! (Photo by Ina Fassbender / AFP)

Rettig will die Katar-Fehler des DFB nicht wiederholen

Geschäftsführer Andreas Rettig macht klare Vorgaben: Die Fehler des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bei der WM 2022 in Katar dürfen sich nicht wiederholen. „Ich denke, dass wir aus Katar gelernt haben. Du musst die Themen, die in der Kabine zu Diskussionen und Störfaktoren führen können, vorher abräumen“, sagte Rettig im Interview mit dem Bonner General-Anzeiger. Damit zieht Rettig die Lehren aus der vergangenen Turnierphase und fordert eine präventive Einordnung möglicher Kontroversen.

Gespräche mit Völler, Kimmich und Tah als präventive Maßnahme

Rettig hat zusammen mit Sportdirektor Rudi Völler bereits konkrete Schritte unternommen und sich mit Kapitän Joshua Kimmich sowie dessen Stellvertreter Jonathan Tah getroffen. Diese Gespräche sollen dazu dienen, die Mannschaft und die Führungsriege frühzeitig auf mögliche Debatten vorzubereiten. Gleichzeitig signalisiert die Führungsebene damit, dass sie Verantwortung übernimmt und nicht alle Fragen auf die Spieler abwälzen will.

Die deutschen Fußballnationalspieler senden ein Signal nach Katar! Human Rights! (AFP foto Tobias SCHWARZ)
Die deutschen Fußballnationalspieler senden ein Signal nach Katar! Human Rights! (AFP foto Tobias SCHWARZ)

Klare Linie zur Meinungsfreiheit und Verbandskommentar

Zur Rolle des Verbands in öffentlichen Debatten formuliert Rettig eine differenzierte Haltung: „Wir haben den Jungs gesagt: Natürlich darf sich jeder äußern. Ich maße mir nicht an, erwachsenen Menschen vorzuschreiben, was sie öffentlich sagen. Wenn ein Thema auftaucht, werden wir das aus Verbandssicht kommentieren, das kann ich machen. Wir dürfen solche Themen aber nicht auf die Spieler abladen“, sagte Rettig. Damit macht er deutlich, dass der DFB einerseits individuelle Meinungsäußerungen respektiert, andererseits aber eine koordinierte Reaktion des Verbandes anbietet, um die Mannschaft zu entlasten.

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Lehren aus der WM 2022: Belastung der Mannschaft und Vorrunden-Aus

Rettig verweist auf die Folgen der damaligen Verfahrensweise: Bei der WM vor vier Jahren hatte der DFB politische Themen nicht frühzeitig abgeräumt und damit auch die Mannschaft belastet. Dies trug nach Ansicht der Verantwortlichen zur schwachen Performance bei und endete in einem Vorrunden-Aus. Das DFB-Team scheiterte wie schon 2018 in der WM-Vorrunde, ein Ergebnis, das als mahnendes Beispiel dient.

Blick auf das XXL-Turnier 2026: Termine und erwartete Diskussionen

Vor dem XXL-Turnier im Sommer (11. Juni bis 19. Juli) in den USA, Mexiko und Kanada zeichnen sich laut Rettig erneut zahlreiche Diskussionen ab. Grund dafür sei unter anderem die Politik von US-Präsident Donald Trump, die international für Debatten sorgt. Diese politische Konstellation erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Themen außerhalb des Sports in den Fokus rücken und wieder auf die Mannschaft zurückfallen könnten.

Rettigs Rat an die Spieler: Konzentration auf das Sportliche

Gleichzeitig verteidigt Rettig die Autonomie der Spieler in Fragen der Meinungsäußerung, bleibt aber bei der Unterstützung durch den Verband klar: „Ich rate den Jungs gar nichts, außer gut Fußball zu spielen. Wenn sie Orientierung brauchen, werden wir ihnen natürlich einen Rat geben. Aber ganz sicher nicht ungefragt. Während der WM sollte der Fokus auf dem Sportlichen liegen“