WM 2026 Playoff-Halbfinale: Rumänien gegen Türkei: Trainer Uropa Lucescu träumt mit 80 von der WM

Mircea Lucescu steht kurz davor, Fußballgeschichte zu schreiben: Lucescu (80) auf Rekordjagd, wenn er am Donnerstag im Playoff-Halbfinale in der Türkei als ältester Nationaltrainer der Geschichte an der Seitenlinie steht. Der 80-Jährige reist mit dem Ziel WM‑Rückkehr – das Spiel beginnt um 18.00 Uhr und wird bei DAZN übertragen. Lucescu nimmt sein Alter mit Humor, spricht offen über Motivation und persönliche Erinnerungen und bringt eine enorme Erfahrung mit, die der rumänische Verband als Schlüssel zur Qualifikation sieht. Gleichzeitig werfen gesundheitliche Rückschläge und historische Vergleichswerte Fragen auf, ob er nicht nur den nationalen, sondern womöglich auch den ältesten Profi‑Trainerrekord knackt.

Mircea Lucescu, Cheftrainer von Zenit St. Petersburg, steht am Spielfeldrand und beobachtet seine Mannschaft beim Aufwärmen vor dem Spiel der Russian Premier League gegen FC Ural Jekaterinburg am 22. April 2017 im Petrovsky-Stadion in St. Petersburg. Foto: Epsilon / Getty Images Europe via Getty Images
Mircea Lucescu, Cheftrainer von Zenit St. Petersburg, steht am Spielfeldrand und beobachtet seine Mannschaft beim Aufwärmen vor dem Spiel der Russian Premier League gegen FC Ural Jekaterinburg am 22. April 2017 im Petrovsky-Stadion in St. Petersburg. Foto: Epsilon / Getty Images Europe via Getty Images

Rekordversuch und Playoff-Halbfinale in der Türkei

Am Donnerstag (18.00 Uhr/DAZN) sitzt Mircea Lucescu im Playoff-Halbfinale in der Türkei an der Seitenlinie und wird damit zum ältesten Nationaltrainer der Fußball-Geschichte. Mit 80 Jahren und 240 Tagen löst er den bisherigen Rekordhalter Otto Pfister ab. Der Kölner Pfister war 80 Jahre und 123 Tage alt, als er 2018 in Afghanistan aufhörte. Die Partie ist damit nicht nur sportlich von Bedeutung, sondern auch ein historischer Meilenstein im internationalen Trainerwesen.

Türkei
N S S S U
- : -
Rumänien
U S S N S
Tage
Stunden
Minuten
Sekunden

Persönliche Motivation: Humor, Familie und das WM-Ziel

Lucescu gibt sein Alter mit einem Augenzwinkern preis und erklärt, warum er noch immer auf der Bank sitzt: „Ich könnte auch einfach mit meinem Urenkel spielen“, sagt Rumäniens rastloser Coach und fügt sofort hinzu: „Aber die WM ist auch ein schönes Ziel“. Gleichsam betonte er bei seiner Rückkehr ins Amt im August 2024 seinen Stellenwert als Vorbild: „Ich bin überzeugt, dass alle über 70 mich anfeuern werden, weil sie mich als Vorbild sehen“. Diese Mischung aus Humor und Anspruch prägt seine öffentliche Selbstdarstellung.

WM‑Erinnerungen: 1970 in Mexiko und das Trikot gegen Pelé

Einmal hat Lucescu bereits an einer Weltmeisterschaft teilgenommen. Stolze 56 Jahre ist das her, 1970 in Mexiko spielte er gegen einen gewissen Pelé. Der damalige Kapitän der Rumänen tauschte nach dem Spiel sein Trikot mit Brasiliens Superstar. „Ich habe es heute noch. Und ich habe es nie gewaschen“, sagt er und verbindet damit persönliche Fußball‑Anekdoten mit dem Traum vom WM‑Comeback.

Dieses Fußball-Video könnte dich interessieren:

Der Weg zurück zur WM: Türkei, dann Slowakei oder Kosovo

Der sportliche Parcours ist klar: Bei einem Sieg in der Türkei müsste Rumänien fünf Tage später noch gegen die Slowakei oder den Kosovo gewinnen, um das WM‑Ticket zu lösen. Verbandspräsident Razvan Burleanu formuliert die Erwartungshaltung deutlich: „Wir sind sicher, dass Rumänien nach 28 Jahren wieder zur WM fahren wird. Mirceas Erfahrung ist von unschätzbarem Wert“. Damit signalisiert der Verband vollen Rückhalt und hohes Vertrauen in den routinierten Übungsleiter.

Trainerkarriere und Titel: Stationen, Erfolge und familiäre Kontinuität

Lucescu hat seine Heimat bereits früher betreut: „Il Luce“ trainierte Rumänien von 1981 bis 1986. Auch sein Sohn Razvan hatte das Amt schon inne (2009 bis 2011), was die Verbundenheit der Familie zum Nationalteam unterstreicht. Als der Verband 2024 nach 38 Jahren Lucescu erneut zum Chef machte, zögerte der damals 79‑Jährige nicht lange. Seine Rückkehr war begleitet von klaren Worten zur eigenen Motivation: „Fußball ist meine Droge. Bequem in einem Stuhl zu sitzen und fernzusehen, ist nichts für mich“, sagte Lucescu einmal.

Auf Klubebene kann Lucescu auf große Erfolge verweisen. Mit Schachtar Donezk holte er 2009 sensationell den UEFA‑Pokal. In der Türkei, Rumänien und der Ukraine wurde er mit sechs verschiedenen Klubs Meister. Diese Bilanz und seine internationale Erfahrung bilden die Basis für den Anspruch, Rumänien wieder auf die große Bühne zu führen. „Ohne Fußball gibt es für mich kein Leben“, sagte er einmal und fasst damit seine lebenslange Bindung zum Sport zusammen.

Gesundheitliche Sorgen und der Blick auf den ältesten Klubtrainer

Trotz der sportlichen Ambitionen gab es zuletzt gesundheitliche Rückschläge: Anfang des Jahres war Lucescu mehrfach im Krankenhaus, 2025 hatte er über Herzprobleme geklagt. In diesem Kontext zitierte er sich selbst nachdenklich: „Alles geht zu Ende – die Karriere, die Liebe, das Leben“. Dennoch ist er aktuell wieder im Amt und bereit, das Team zu führen.

Nimmt man den Vereinsfußball hinzu, lautet der älteste Trainerrekord im Profibereich auf Roger Lemerre. Der Franzose war 80 Jahre und 260 Tage alt, als er letztmals den tunesischen Erstligisten ES Sahel betreute. Schafft Rumänien es zur WM, fällt wohl auch dieser Rekord. SID er om