Nagelsmann-Abfindung: So viel zahlt der DFB wirklich für das vorzeitige Aus

Die Nagelsmann-Abfindung steht fest: Rund 6,8 Millionen Euro zahlt der DFB für die vorzeitige Vertragsauflösung mit dem zurückgetretenen Bundestrainer – etwas weniger als die bislang kolportierten sieben Millionen. Vier Tage nach dem bitteren WM-Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay (3:4 im Elfmeterschießen) haben Gesellschaftervertreter und Aufsichtsrat des Verbands die sofortige Trennung einstimmig beschlossen – und damit auch die Millionen-Zahlung abgesegnet.

Julian Nagelsmann und Jürgen Klopp begrüßen sich 2021 als Trainer von RB Leipzig und dem FC Liverpool.
Teurer Wechsel auf der Bank: Nagelsmann geht mit Millionen-Abfindung, für Nachfolger Klopp (r.) droht erstmals eine Ablöse. (Foto: Laszlo Szirtesi / Getty Images)

Wie hoch ist die Abfindung für Nagelsmann wirklich?

Nach Informationen des kicker überweist der DFB rund 6,8 Millionen Euro. Wichtig dabei: Die Summe gilt nicht für Julian Nagelsmann allein. Eingerechnet sind auch die Zahlungen an seine langjährigen Vertrauten Benjamin Glück und Benjamin Hübner. Die Verträge der beiden Co-Trainer waren wie der des Chefs noch bis zur EM 2028 gültig – sie verließen den Verband am Freitag gemeinsam mit Nagelsmann.

Pikant: Wäre die Nationalelf wie 2018 und 2022 bereits in der Gruppenphase gescheitert, wäre die Trennung für den DFB sogar günstiger geworden. Das frühe Aus im Sechzehntelfinale – der ersten K.o.-Runde der XXL-WM mit 48 Teams – fiel vertraglich bereits in die teurere Kategorie.

Warum zahlt der DFB überhaupt Millionen?

Nagelsmann ist formal zurückgetreten, die Initiative zur schnellen Trennung ging aber vom Verband mit aus. Bei einer einvernehmlichen Auflösung eines bis 2028 laufenden Vertrags steht dem Trainerteam eine Entschädigung zu – das entspricht den Gesetzmäßigkeiten der Branche. Der Beschluss der DFB-Gremien fiel einstimmig: Man wollte den Weg für einen Neuanfang so schnell wie möglich frei machen, wie auch Per Mertesacker betont – der Weltmeister von 2014 hält das rasche Nagelsmann-Aus für richtig und bringt sich selbst für einen DFB-Posten ins Spiel.

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Nächster Kostenpunkt: Erstmals Ablöse für einen Bundestrainer

Mit den 6,8 Millionen ist es womöglich nicht getan. Um Wunschkandidat Jürgen Klopp zu bekommen, muss der DFB aller Voraussicht nach erstmals in seiner Geschichte eine Ablösesumme für einen Bundestrainer investieren. Klopp ist seit Januar 2025 als „Head of Global Soccer“ bei Red Bull angestellt und dort noch bis 2029 gebunden.

Zwar soll es mit Geschäftsführer Oliver Mintzlaff eine Art Gentlemen’s Agreement geben, wonach der Konzern Klopp den Weg zum Bundestrainer-Amt nicht verbauen würde. Die Freigabe dürfte sich Red Bull aber gut bezahlen lassen. Der DFB hat angekündigt, nun offiziell das Gespräch mit Klopp zu suchen – alle Entwicklungen dazu gibt es laufend in unserem FIFA WM 2026 Liveticker.

FAQ: Die wichtigsten Fragen zur Nagelsmann-Abfindung

Wie hoch ist die Abfindung von Julian Nagelsmann?

Der DFB zahlt rund 6,8 Millionen Euro für die vorzeitige Vertragsauflösung – weniger als die zunächst kolportierten sieben Millionen. In der Summe sind die Zahlungen an die Co-Trainer Benjamin Glück und Benjamin Hübner bereits enthalten.

Bekommt Nagelsmann die komplette Summe allein?

Nein. Die rund 6,8 Millionen Euro decken das gesamte Trainerteam ab: Neben Nagelsmann werden auch seine beiden Assistenten entschädigt, deren Verträge ebenfalls bis zur EM 2028 liefen.

Warum bekommt Nagelsmann trotz Rücktritts eine Abfindung?

Sein Vertrag lief noch bis zur EM 2028. Die Trennung erfolgte einvernehmlich und wurde von den DFB-Gremien einstimmig beschlossen – bei einer solchen vorzeitigen Vertragsauflösung steht dem Trainerteam eine Entschädigung zu.

Muss der DFB für Jürgen Klopp eine Ablöse zahlen?

Sehr wahrscheinlich ja. Klopp steht bei Red Bull noch bis 2029 unter Vertrag. Es wäre die erste Ablösesumme, die der DFB je für einen Bundestrainer bezahlt. Wie hoch sie ausfällt, ist Gegenstand der anstehenden Verhandlungen.

Alle Termine der Nationalelf nach der WM stehen im DFB-Spielplan 2026.