Per Mertesacker bereit für DFB-Posten: „Dem deutschen Fußball mal was zurückzugeben“

Per Mertesacker bringt sich beim DFB ins Gespräch. Während der Verband nach dem Rücktritt von Julian Nagelsmann mit Hochdruck an der Verpflichtung von Jürgen Klopp als neuem Bundestrainer arbeitet, meldet sich nun die Weltmeister-Generation von 2014 zu Wort. Der frühere Abwehrchef machte im ZDF klar: Wenn der DFB ruft, ist er bereit.

Per Mertesacker mit Christoph Kramer und Jochen Breyer im ZDF sportstudio zur FIFA WM 2026.
Per Mertesacker (l.) begleitet die WM 2026 als ZDF-Experte – und kann sich nun einen DFB-Posten vorstellen. (Foto: © ZDF/Thomas Kierok)

„Mal was zurückzugeben“: Mertesackers Angebot an den DFB

„Irgendwie mal beim DFB zu arbeiten, dem deutschen Fußball, dem ich auch so viel zu verdanken habe, mal was zurückzugeben, wenn das gewünscht ist – dafür stehe ich natürlich zur Verfügung“, sagte der 41-Jährige, der die WM 2026 als TV-Experte im ZDF begleitet, am späten Freitagabend.

Überstürzen will Mertesacker allerdings nichts. „Mein Plan ist erst mal, hier das schöne Turnier zu Ende zu machen. Dann erst mal schön in den Urlaub“, betonte er. Nach 15 Jahren beim FC Arsenal – davon acht Jahre als Leiter der renommierten Nachwuchsakademie der Gunners – wolle er sich zunächst die Zeit nehmen, „zu reflektieren, was ich da alles erlebt habe“. Genau diese Erfahrung im Aufbau junger Spieler macht ihn für den DFB aber so interessant: Kaum ein deutscher Ex-Nationalspieler kennt moderne Talentförderung so gut aus der Praxis wie Mertesacker.

Weltmeister von 2014 drängen: Schweinsteiger will sich „nicht drücken“

Mertesacker ist nicht der einzige 2014er-Held, der sich in Stellung bringt. Bastian Schweinsteiger erklärte als ARD-Experte, er werde sich einer Aufgabe beim Verband „nicht drücken“. Mats Hummels hat sich im Turnierverlauf bei MagentaTV mit scharfen Analysen und klaren Forderungen hervorgetan und gilt vielen längst als künftiger Funktionär.

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Nur einer winkt ab: Philipp Lahm. Der WM-Kapitän von 2014 hat klargemacht, dass er sich derzeit keine Rolle beim DFB vorstellen kann. Damit stünden dem Verband dennoch gleich drei prominente Weltmeister zur Verfügung – so viel Rückhalt aus der goldenen Generation gab es seit Jahren nicht.

Welcher Posten wäre frei? Völlers Zukunft ist offen

Am ehesten käme für Mertesacker und Co. das Amt des Sportdirektors infrage. Ob der DFB diese Stelle überhaupt neu besetzen muss, hängt an Rudi Völler: Der 66-Jährige war eng an Nagelsmann gebunden, laut Sport1 könnte er seine Entscheidung über einen möglichen Abschied schon in der kommenden Woche verkünden. Sein Vertrag läuft eigentlich noch bis 2028. Fest steht dagegen: DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig scheidet zum Jahresende aus – im Verband bahnt sich ein größerer Umbruch an. Einen Überblick über das Trainer- und Funktionärs-Beben der WM gibt unsere Übersicht der zurückgetretenen Nationaltrainer.

Mertesacker über das Nagelsmann-Aus: „Es kann nur über Klopp gehen“

Das schnelle Ende der Ära Nagelsmann nach dem WM-Aus gegen Paraguay hält Mertesacker für den richtigen Schritt. „Man hat sich schnell und richtig entschieden und den Weg frei gemacht für Jürgen Klopp“, sagte er. Und der frühere Innenverteidiger traut dem designierten Nachfolger Großes zu: „Ich glaube, der DFB weiß genau, es kann nur über Jürgen Klopp gehen. Egal, wer sonst kommen würde, er hätte immer Jürgen Klopp im Rücken. Ich glaube, dass er etwas entfachen kann.“

Wie es in der Causa Klopp und beim DFB weitergeht, liest du laufend aktualisiert in unserem FIFA WM 2026 Liveticker – alle Termine der Nationalelf stehen im DFB-Spielplan 2026.