Inhaltsverzeichnis - das findest du hier
Alexander Nübel steht vor einer völlig offenen Zukunft. Zwar ist der Nationaltorhüter noch bis 2030 an den FC Bayern gebunden, doch eine Perspektive in München hat er nicht mehr. Nach dem Pokalfinale am Samstag gegen seinen Arbeitgeber VfB Stuttgart könnte seine Leihstation sogar vorerst enden.

Vertrag in München, Zukunft anderswo
Als Nübel 2020 vom FC Schalke nach München wechselte, verbanden die Bayern große Erwartungen mit dem damals als Top-Talent geltenden Keeper. Der 29-Jährige sollte langfristig die Nachfolge von Manuel Neuer antreten. Sechs Jahre später ist davon nichts geblieben: In der Planung des Rekordmeisters spielt Nübel keine Rolle mehr, obwohl sein Vertrag noch bis 2030 läuft.
Der Weg des Torhüters führte seitdem zunächst per Leihe zur AS Monaco und seit 2023 zum VfB Stuttgart. In der Nationalmannschaft rutscht er ebenfalls zurück, weil der 40 Jahre alte Neuer bei der WM vor seiner Rückkehr ins DFB-Team steht. Für Nübel, bislang dreimaliger Nationalkeeper, verschiebt sich die Hierarchie damit auch auf internationaler Ebene nach hinten.
Zahlen zu Alexander Nübel 2025/2026
Bayern planen ohne Nübel
Bei den Münchnern ist die Lage klar. Neuer, sein Kronprinz Jonas Urbig und Sven Ulreich sollen in die neue Saison gehen. Neuer und Ulreich verlängerten ihre Verträge kürzlich um ein weiteres Jahr, Urbig ist bis 2029 gebunden. „Wir haben einen Austausch gehabt mit seinem Management. Und auch der Alex weiß Bescheid, wie unsere Planungen sind“, sagte Sportdirektor Christoph Freund erst am Wochenende zur verworrenen Causa Nübel. Sportvorstand Max Eberl ergänzte, er sei sich sicher, „dass er viele Möglichkeiten haben wird, seine Karriere bei einem anderen großen Verein fortzusetzen“.
Für die Bayern bleibt die finanzielle Belastung ein Thema. Seit 2021 übernahmen sie für Nübel zunächst die AS Monaco und seit 2023 den VfB Stuttgart mit rund sieben Millionen Euro des kolportierten Jahresgehalts von elf Millionen Euro. Im April 2024 verlängerten die Münchner seinen Vertrag noch einmal. Nun hoffen sie, angesichts der hohen Zahlungen für die kommenden vier Jahre einen Abnehmer zu finden, der im Sommer zuschlägt, möglicherweise aus der Premier League. Die Bild schrieb am Dienstag bereits von einem Münchner „44-Millionen-Problem“.
Stuttgart setzt auf Seimen
Auch beim VfB ist die Situation kompliziert. Die Schwaben machten zuletzt deutlich, dass sie Nübel aus finanziellen Gründen nicht fest verpflichten können. Zusätzlich gilt auch eine Ablöse von laut Sky zehn bis 15 Millionen Euro als zu hoch. Deshalb plant Stuttgart mit Dennis Seimen, der als Eigengewächs gilt und nach seiner Zeit beim Zweitligisten SC Paderborn im Sommer zurückkehrt. Der U21-Nationaltorhüter soll künftig die Rolle im Kader einnehmen.
Durch die Qualifikation für die Champions League würde der VfB mit dem noch unerfahrenen Seimen allerdings ein Risiko eingehen. Deshalb bleibt offen, ob Nübel doch noch eine Chance auf Verbleib erhält. Oder wird sein 129. Einsatz im VfB-Trikot am Samstag zugleich sein letzter? Bis zum Trainingsauftakt des Rekordmeisters am 20. Juli soll Klarheit herrschen, um neue Unruhe zu vermeiden.