Inhaltsverzeichnis - das findest du hier
- 1 Druck auf Verbandspräsident Gabriele Gravina
- 2 Sportminister Andrea Abodi fordert Demission
- 3 Parlamentarische Initiative: 40 Senatoren fordern Bericht von Giorgia Meloni
- 4 Kandidaten für Gravinas Nachfolge
- 5 Trainerdebatte: Gattuso unter Beschuss – Conte und Mancini gehandelt
- 6 Ignazio Larussa bringt konkreten Restrukturierungs-Vorschlag ein
- 7 Aleksander Ceferin kritisiert politische Einflussnahme
Italiens drittes WM-Aus in Folge hat sich zu einem Politikum entwickelt und erhöht den Druck auf Verbandspräsident Gabriele Gravina erheblich. Im Vorfeld der Fußball WM 2026 fordern politische Kräfte Konsequenzen, nachdem bereits die zweitstärkste Regierungspartei Lega den Rücktritt Gravinas verlangt hatte. Medienberichten zufolge schloss sich auch Sportminister Andrea Abodi dieser Linie an, und Teile des Parlaments zogen nach. Zugleich werden mögliche Nachfolger für Gravina und auch für Nationaltrainer Gennaro Gattuso gehandelt.

Druck auf Verbandspräsident Gabriele Gravina
Das wiederholte Scheitern bei Weltmeisterschaften hat den italienischen Fußball in die politische Debatte gezogen. Der Druck auf den seit 2018 amtierenden Verbandschef Gabriele Gravina wächst weiter, nachdem die Lega als zweitstärkste Regierungspartei bereits den Rücktritt gefordert hatte. Diese Entwicklung macht die Verantwortung der Verbandsspitze zum zentralen Thema in Medien und Politik.
Sportminister Andrea Abodi fordert Demission
Medienberichten zufolge sprach sich Italiens Sportminister Andrea Abodi für eine Demission des Verbandschefs aus. Abodi wird in italienischen Medien mit den Worten zitiert: „Es ist offenkundig, dass der italienische Fußball neu aufgebaut werden muss. Dieser Prozess muss mit einer Erneuerung der Verbandsspitze beginnen. Ich halte es für unfair, die eigene Verantwortung für das dritte WM-Aus Italiens in Folge abzustreiten“.
Der Minister verwies dabei auf die Vorgänge nach früheren Misserfolgen und zog einen direkten historischen Vergleich. Er erinnerte daran, dass Gravinas Vorgänger Luigi Abete und Carlo Tavecchio nach den missglückten WM-Qualifikationen 2018 und 2022 zurückgetreten waren.
Parlamentarische Initiative: 40 Senatoren fordern Bericht von Giorgia Meloni
40 Senatoren aus Regierungskoalition und Opposition unterzeichneten darüber hinaus einen Antrag, in dem Ministerpräsidentin Giorgia Meloni aufgefordert wird, „dringend“ vor dem Parlament über den Zustand des italienischen Fußballs zu berichten. Damit rückt die nationale Politik formell in das Thema ein und verlangt eine parlamentarische Einordnung.
In dem Antrag heißt es weiter, das wiederholte Verpassen der WM sei nicht nur eine sportliche Niederlage, „sondern ein Rückschlag für einen der wichtigsten sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Bereiche des Landes“. Diese Wortwahl unterstreicht die Bedeutung des Fußballs über den reinen Sportbetrieb hinaus.
Kandidaten für Gravinas Nachfolge
Sollte Gravina den politischen Forderungen folgen und zurücktreten, gilt der frühere Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (CONI) Giovanni Malagò als aussichtsreichster Kandidat auf die Nachfolge. Malagòs frühere Funktion im CONI bringt eine Verknüpfung zwischen Sportverwaltung und nationaler Struktur in die Debatte um eine mögliche Neuaufstellung der Verbandsspitze.
Trainerdebatte: Gattuso unter Beschuss – Conte und Mancini gehandelt
Neben der Verbandsführung steht auch der Nationaltrainer Gennaro Gattuso unter Beschuss. Als mögliche Nachfolger für den ebenfalls unter Druck stehenden Trainer werden unter anderem Napoli-Coach Antonio Conte sowie Roberto Mancini, Italiens Europameistertrainer von 2021, gehandelt. Damit gewinnt die Diskussion um die künftige sportliche Leitung nationaler A-Nationalmannschaft an Fahrt.

Ignazio Larussa bringt konkreten Restrukturierungs-Vorschlag ein
Einen ersten konkreten Vorschlag zur Umstrukturierung brachte Senatspräsident Ignazio Larussa ein. Larussa schlug vor, die Klubs dazu zu verpflichten, „mindestens vier italienische Spieler über die gesamte Spielzeit einzusetzen“.
Dieser Vorschlag zielt direkt auf die Kader- und Personalpolitik der Klubs sowie auf die Entwicklung einheimischer Talente ab und würde die Zusammensetzung der Mannschaften in der Serie A nachhaltig beeinflussen.
Aleksander Ceferin kritisiert politische Einflussnahme
UEFA-Präsident Aleksander Ceferin sieht in der politischen Einflussnahme ein Kernproblem des italienischen Fußballs. Der 58-Jährige sagte der Gazzetta dello Sport: „Vielleicht sollten sich italienische Politiker fragen, warum Italien eine der schlechtesten Fußball-Infrastrukturen Europas hat“.
Ceferin fügte hinzu: „Das größte Problem im italienischen Fußball ist das Verhältnis zwischen Fußballpolitik und ’normaler‘ Politik. Würden alle an einem Strang ziehen, wäre Italien bald wieder Europa- und Weltmeister.“