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Bayer Leverkusen verpasst am letzten Bundesliga-Spieltag die Champions-League-Qualifikation und muss sich in der kommenden Saison mit der Europa League begnügen. Das 1:1 gegen den Hamburger SV kostet die Werkself nicht nur die Königsklasse, sondern dürfte auch weitreichende personelle Folgen haben. Für Kasper Hjulmand könnte es das letzte Spiel als Bayer-Coach gewesen sein.

Schwacher Auftritt trotz großer Ausgangshoffnung
Vor dem Duell mit dem bereits geretteten HSV hatte Hjulmand trotz der ungünstigsten Ausgangslage im Dreikampf mit Stuttgart und Hoffenheim um die Königsklasse Zuversicht verbreitet. Bayer müsse gewinnen, dann wisse man ja schließlich „nie, was am letzten Spieltag passiert“, betonte der Däne. Die Marschroute sei klar gewesen: erst die eigenen Hausaufgaben erledigen, danach auf fremde Hilfe hoffen. Genau daran scheiterte Leverkusen jedoch über weite Strecken.
Die Werkself kontrollierte die Partie zwar, fand aber kaum Mittel, um echte Torgefahr zu erzeugen. Immer wieder wirkte das Offensivspiel zu behäbig und umständlich. Nach dem bitteren 1:3 in Stuttgart hatte Bayer bereits den womöglich entscheidenden Rückschlag kassiert, und auch gegen Hamburg fehlten Tempo, Klarheit und Durchschlagskraft.
Tangvik stoppt Schick, Quansah rettet immerhin das Remis
Die beste frühe Chance gehörte zunächst den Gästen aus Hamburg. Nicolas Capaldo traf in der 17. Minute per Kopf den Pfosten, ehe sich für Leverkusen die große Gelegenheit bot. Jorden Torunarigha brachte Patrik Schick zu Fall, doch der tschechische Torjäger scheiterte mit dem fälligen Foulelfmeter an HSV-Torhüter Sander Tangvik, der den Ball zur Seite abwehrte. Auch gegen Malik Tillman parierte der Bundesliga-Debütant im Hamburger Tor stark und blieb in der 45.+3 Minute Sieger.
Nach der Pause blieb Bayer lange ideenlos. Ibrahim Maza setzte den Ball in der 49. Minute nur ans Außennetz, während der HSV immer wieder Nadelstiche setzte. Mark Flekken war gegen Fábio Vieira in der 54. Minute noch auf dem Posten, beim nächsten Versuch des Portugiesen in der 61. Minute war der Leverkusener Schlussmann dann machtlos. Pfiffe hallten durch die BayArena, denn eine Schlussoffensive der Gastgeber blieb aus. Erst in der 78. Minute sorgte Jarell Quansah für den Ausgleich, als sein Kopfball von Remberg ins eigene Tor abgefälscht wurde.
Unruhe um Hjulmand und mögliche Neuausrichtung
Während Hamburg sich nach dem gesicherten Klassenerhalt auf ein weiteres Jahr in der Bundesliga freuen darf, steht in Leverkusen viel Arbeit bevor. Hjulmand, der laut Medienberichten im Sommer gehen muss, dürfte seine Zukunft an der Seitenlinie bereits verspielt haben. Als mögliche Nachfolger werden bereits der frühere Bundesliga-Coach Oliver Glasner, der Brasilianer Filipe Luís und Míchel vom FC Girona gehandelt.