Fußball Bundesliga: Was passierte alles am 33. Spieltag?

Der 33. Spieltag der Bundesliga hat eine ganze Reihe bemerkenswerter Zahlen geliefert. Von historischen Premieren über Rekorde bis zu kuriosen Serien reichte die Spanne an diesem Wochenende. Besonders auffällig waren der erste Bundesliga-Sieg einer Trainerin, der torlose Spieltag ohne Remis und mehrere neue Bestmarken bei den Spitzenteams. Hier die Bundesliga Tabelle & Spielplan vor dem letzten Spieltag am nächsten Wochenende.

Union-Berlin-Cheftrainerin Marie-Louise Eta bejubelt den Auswärtssieg ihres Teams beim 1. FSV Mainz 05 in der MEWA Arena am 10. Mai 2026. (Alex Grimm / Getty Images Europe via Getty Images)
Union-Berlin-Cheftrainerin Marie-Louise Eta bejubelt den Auswärtssieg ihres Teams beim 1. FSV Mainz 05 in der MEWA Arena am 10. Mai 2026. (Alex Grimm / Getty Images Europe via Getty Images)

Premieren, Serien und ein historischer Sieg für Eta

Nur zum zweiten Mal in dieser Saison endete ein Bundesliga-Spieltag ohne Unentschieden. Zuvor war das lediglich am 8. Spieltag der Fall gewesen. Für ein echtes Novum sorgte Marie-Louise Eta: Beim Auswärtserfolg von Union Berlin in Mainz gewann sie als erste Trainerin überhaupt ein Bundesligaspiel.

Auch weitere Serien wurden eindrucksvoll fortgeschrieben. Als Aufsteiger beendet der HSV die Saison als Nummer eins im Norden und lässt damit Bremen, Wolfsburg und St. Pauli hinter sich. Union blieb gegen Mainz zum zehnten Mal in Folge ungeschlagen, mit sechs Siegen und vier Remis, und hat gegen keinen anderen Klub eine längere Serie dieser Art aufgebaut.

St. Pauli steckt dagegen weiter fest. Die Hamburger sind seit neun Ligaspielen ohne Sieg und verloren die vergangenen drei Partien allesamt. Zugleich erlebten sie in Leipzig reichlich Pech, denn dort kam der Kiezklub zum 16. Mal an den Pfosten oder die Latte, häufiger als jedes andere Team. RB Leipzig wiederum qualifizierte sich im zehnten Bundesliga-Jahr zum achten Mal für die Champions League.

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Ergebnisse des 33.Bundesliga Spieltags

Bundesliga
9.5.2026
- 18:30
VfL Wolfsburg
3.05
xG
1.85
0 1
FC Bayern München
Bundesliga
10.5.2026
- 19:30
1. FSV Mainz 05
1.50
xG
2.67
1 3
1. FC Union Berlin
Bundesliga
8.5.2026
- 20:30
Borussia Dortmund
1.76
xG
1.14
3 2
Eintracht Frankfurt
Bundesliga
9.5.2026
- 15:30
TSG 1899 Hoffenheim
1.41
xG
1.08
1 0
SV Werder Bremen
Bundesliga
9.5.2026
- 15:30
FC Augsburg
2.46
xG
0.66
3 1
Borussia Mönchengladbach
Bundesliga
9.5.2026
- 15:30
VfB Stuttgart
2.78
xG
0.56
3 1
Bayer 04 Leverkusen
Bundesliga
9.5.2026
- 15:30
RB Leipzig
1.35
xG
0.70
2 1
FC St. Pauli
Bundesliga
10.5.2026
- 15:30
Hamburger SV
1.63
xG
0.51
3 2
SC Freiburg
Bundesliga
10.5.2026
- 17:30
1.FC Köln
1.16
xG
1.37
1 3
1. FC Heidenheim

Treffer, Rekorde und persönliche Bestmarken

Auf Spieler- und Torebene reihte sich eine bemerkenswerte Marke an die nächste. Michael Olise erzielte beim Bayern-Sieg in Wolfsburg den unwahrscheinlichsten Treffer des Spieltags, mit einer Torwahrscheinlichkeit von nur 1,6 Prozent. In dieser Saison war einzig sein eigenes Tor in Mainz am 31. Spieltag noch unwahrscheinlicher, dort lag die Quote bei 1,3 Prozent. Gegen Wolfsburg traf Olise in seiner Karriere bereits viermal, öfter gegen keinen anderen Verein. Gleichzeitig feierte er seinen 50. Bundesliga-Sieg im 65. Spiel und gehört damit zu einem kleinen Kreis von nur sechs Spielern, die diese Marke schneller erreichten.

Michael Olise treibt den Ball für den FC Bayern München beim Bundesliga-Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg in der Volkswagen Arena am 9. Mai 2026. (Oliver Hardt / Getty Images Europe via Getty Images)
Michael Olise treibt den Ball für den FC Bayern München beim Bundesliga-Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg in der Volkswagen Arena am 9. Mai 2026. (Oliver Hardt / Getty Images Europe via Getty Images)

Harry Kane setzte ebenfalls neue Maßstäbe, auch wenn ihm erstmals ein Strafstoß misslang. Sein elfter Elfmeter in dieser Bundesliga-Saison war ein neuer Ligarekord, doch vom Punkt scheiterte er beim 25. Bundesliga-Strafstoß seiner Karriere zum ersten Mal. Zusammen mit Michael Olise und Luis Díaz kommt Kane nun auf 100 Scorerpunkte, konkret 38, 34 und 28. Seit Beginn der Datenerfassung hat es in einer Bundesliga-Saison noch kein Trio mit so vielen Torbeteiligungen gegeben.

Auch andere Offensivspieler nutzten den Spieltag für persönliche Bestwerte. Nico Schlotterbeck erhöhte gegen Frankfurt auf fünf Saisontore und stellte damit seinen eigenen Rekord auf. Igor Matanović, gebürtiger Hamburger, kommt inzwischen auf zehn Bundesliga-Tore, fünf davon erzielte er gegen die beiden Hamburger Klubs HSV und St. Pauli, davon drei gegen den HSV und zwei gegen die Kiezkicker. Serhou Guirassy traf zum fünften Mal in dieser Saison nach einer Flanke aus dem Spiel, Ligabestwert. Jamie Leweling bereitete bereits zum sechsten Mal mit einer Flanke aus dem laufenden Spiel einen Treffer vor, niemand kam häufiger zu einem solchen Torassist.

Maximilian Mittelstädt steht nun bei sechs Saisontreffern. Kein anderer Abwehrspieler traf 2025/26 häufiger, und der Linksverteidiger hat in dieser Spielzeit mehr Tore erzielt als in seinen vorherigen zehn Jahren zusammen. Deniz Undav markierte sein 19. Saisontor, ebenfalls ein persönlicher Höchstwert. Für Jan Schöppner wiederum sind alle drei Saisontore in dieser Saison bei den einzigen beiden Heimsiegen von Heidenheim gefallen, beim 2:1 gegen Union mit dem Siegtreffer und beim 3:1 in Köln mit einem Doppelpack. Andrej Ilić, der in Mainz selbst traf, stellte mit seiner neunten Vorlage den Union-Vereinsrekord von Christopher Trimmel aus einer Bundesligasaison ein.

Teams mit Bestmarken, Rekorden und Negativserien

Borussia Dortmund machte mit dem Sieg gegen Frankfurt die Vize-Meisterschaft perfekt. Die Borussia kommt damit nun auf zehn zweite Plätze und zieht in dieser Bundesliga-Bestmarke mit Bayern gleich. Außerdem gewann der BVB in der Rückrunde elf der bislang 16 Spiele, während er in der gesamten Hinserie auf zehn Siege kam. Gegen Frankfurt ist Dortmund in der Vereinsgeschichte zudem so erfolgreich wie gegen keinen anderen Gegner, nämlich 52-mal.

Felix Nmecha (l.) und Nico Schlotterbeck (r.) von Borussia Dortmund beim Bundesliga-Spiel gegen den FC Augsburg im Signal Iduna Park am 14. März 2026 in Dortmund. Fabio Deinert / Getty Images
Felix Nmecha (l.) und Nico Schlotterbeck (r.) von Borussia Dortmund beim Bundesliga-Spiel gegen den FC Augsburg im Signal Iduna Park am 14. März 2026 in Dortmund. Fabio Deinert / Getty Images

Auch defensiv und bei Standards setzte der BVB neue Akzente. 17 Saisontore durch Abwehrspieler bedeuten einen neuen Rekord seit Einführung der Positionsauswertung 1992/93. Außerdem traf Dortmund in dieser Bundesliga-Saison 15-mal nach Flanken aus dem Spiel, häufiger als jedes andere Team und genauso oft wie in der gesamten Vorsaison, in der das ebenfalls Ligaspitze war. Julian Ryerson bereitete bereits 14 Tore vor, so viele Assists hatte zuletzt Jadon Sancho in der Saison 2019/20 mit 16.

Stuttgart feierte gegen Leverkusen den 12. Heimsieg der Saison, fast doppelt so viele wie in der Vorsaison mit sieben. Zudem gewann der VfB erstmals seit 16 Jahren wieder ein Bundesliga-Heimspiel gegen Bayer 04. Leverkusen selbst traf in Stuttgart zum elften Mal in der Anfangsviertelstunde, Bestwert. Der Führungstreffer in Stuttgart war außerdem erst das vierte Saisontor einer Mannschaft in der ersten Spielminute.

RB Leipzig stellte mit dem 20. Saisonsieg einen Vereinsrekord ein, denn mehr Erfolge gab es in einer kompletten Bundesliga-Saison noch nie. Gegen St. Pauli trafen die Sachsen zudem zum 21. Mal Aluminium, häufiger als jedes andere Team. St. Pauli selbst wartet weiter seit über fünf Jahren auf einen Heimsieg gegen Leipzig. Im Februar 2021 war RB zuletzt bei einem 3:0 auf Schalke durch eine Ecke erfolgreich gewesen, auch damals traf Willi Orbán nach einem Standard.

Bei den übrigen Klubs fielen ebenfalls zahlreiche markante Zahlen an. Augsburg ist nach dem Sieg gegen Mönchengladbach seit sechs Bundesliga-Spielen ungeschlagen, mit drei Siegen und drei Remis, so lange wie zuletzt vor mehr als einem Jahr. Im Heimkontext holte der FCA in dieser Saison 26 Punkte, zuletzt hatte es 2014/15 mit 31 Zählern noch mehr gegeben. Borussia Mönchengladbach bleibt dagegen seit elf Auswärtsspielen sieglos, eine derartige Serie hatte es innerhalb einer Saison zuletzt vor 20 Jahren gegeben.

Rekorde bei Karten, Tempo, Pfosten und Strafstößen

Wolfsburg musste in Hoffenheim nicht nur eine Niederlage, sondern auch einen weiteren Negativwert hinnehmen. Die Rote Karte für Yukinari Sugawara war die früheste des gesamten Spieljahres. Für Werder war es bereits der fünfte Platzverweis, so viele wie zuletzt in der Saison 2012/13. Nur der HSV kassierte in dieser Spielzeit noch mehr Rote Karten, nämlich acht. Der VfL selbst verursachte nun bereits 14 Strafstöße, nur neun davon wurden verwandelt. Mehr Elfmeter gegen eine Mannschaft gab es in der Bundesliga nur bei Hannover 96 in der Saison 1985/86 mit 17.

Überhaupt war die Partie zwischen Bremen und Hoffenheim extrem fair. Mit nur sieben Fouls, vier von Hoffenheim und drei von Werder, gab es in keinem anderen Spiel der Saison 2025/26 weniger Unterbrechungen durch Regelverstöße. Gleichzeitig blieb Bremen dabei ohne weiteren Vorsprung, während die TSG die frühste Ampelkarte der Runde und die niedrigste Foulzahl des Jahres aus ihrer Perspektive verbuchte.

Bei Toren aus dem Nichts setzte Bayerns Michael Olise schon mehrfach Glanzlichter. Das schnellste Tor des Spieltags gelang allerdings Aleix García nach 35 Sekunden und war damit das drittschnellste Tor dieser Bundesliga-Saison. Schneller waren nur Luis Díaz aus München mit 15 Sekunden und Castrop von Borussia Mönchengladbach mit 29 Sekunden. Dortmund lag gegen Frankfurt bereits nach 78 Sekunden hinten, so früh wie in dieser Bundesliga-Saison noch nie. Zuletzt hatte der BVB im Januar 2025 beim 2:3 gegen Leverkusen ein so frühes Gegentor kassiert, damals schon in der ersten Minute.

Auch in Sachen Tempo gab es klare Bestwerte. Justin Njinmah und Adam Daghim wurden an diesem Spieltag jeweils mit 35,8 km/h gemessen und waren damit die schnellsten Akteure. Luka Vušković traf mit 125,1 km/h ins Netz und lieferte den Topwert des Wochenendes. Jonathan Burkardt erzielte derweil das zwölfte Tor eines Frankfurter Jokers in dieser Saison, ein neuer Vereinsrekord. In Stuttgart kam Chris Führich zu seinem 200. Pflichtspiel für den VfB.

Auf der Team- und Verbandsebene summierten sich weitere markante Daten. Bayern blieb seit 26 Auswärtsspielen in der Bundesliga ungeschlagen, mit 20 Siegen und sechs Remis die drittlängste Serie der Ligageschichte. Überhaupt hat der Rekordmeister in allen 53 Pflichtspielen dieser Saison mindestens ein Tor erzielt. Jonathan Tah verlor keines seiner letzten 47 Bundesliga-Auswärtsspiele und hält damit einen laufenden Rekord, zudem blieb er in der dritten Saison in Folge ohne Niederlage auf fremdem Platz. Joshua Kimmich feierte in seinem 323. Bundesliga-Spiel den 235. Sieg und zog damit bei den Siegen mit Franz Beckenbauer gleich, der dafür 424 Partien benötigte. Der 33. Spieltag brachte zudem eine historische Konstellation im Tabellenkeller: Wolfsburg, St. Pauli und Heidenheim gehen mit jeweils 26 Punkten punktgleich in den letzten Spieltag, erstmals in der Bundesliga-Geschichte liegen die letzten drei Teams vor dem Saisonfinale gleichauf.

Zu den auffälligsten Zahlen des Wochenendes gehörten außerdem mehrere persönliche und klubinterne Jubiläen. Louis Lemke wurde als erster 16-Jähriger in der Bundesliga-Geschichte des HSV eingesetzt und löste Josha Vagnoman als jüngsten Hamburger Bundesligaspieler ab. Im Norden sammelte der HSV damit zwar weiter Erfahrung, doch sportlich zieht der Aufsteiger als Nummer eins der Region über Bremen, Wolfsburg und St. Pauli hinweg.