FIFA Regel der Trink- und Abkühlpausen: Aus zwei mach vier

Bullenhitze und hohe Luftfeuchtigkeit machen Fußballspiele unter freiem Himmel nicht leichter, deshalb sind Pausen zum Herunterkühlen sinnvoll. Bei der WM gilt dafür ein neues, festes Muster, das den Rhythmus der Partien deutlich verändert.

Schiedsrichter Patrick Ittrich vor dem Anpfiff der Bundesliga-Partie zwischen dem 1. FC Union Berlin und dem FC Augsburg. Das Spiel fand am 16. Mai 2026 im Stadion An der Alten Försterei in Berlin statt. (Maja Hitij / Getty Images Europe via Getty Images)
Schiedsrichter Patrick Ittrich vor dem Anpfiff der Bundesliga-Partie zwischen dem 1. FC Union Berlin und dem FC Augsburg. Das Spiel fand am 16. Mai 2026 im Stadion An der Alten Försterei in Berlin statt. (Maja Hitij / Getty Images Europe via Getty Images)

Zwei Pausenarten im Regelwerk

Das offizielle Regelwerk kennt dafür zwei unterschiedliche Unterbrechungen. Die eine ist die sogenannte Kühlpause. Sie dauert je nach Wettbewerbsbestimmungen 90 Sekunden bis maximal drei Minuten und dient bei bestimmter Witterung wie hoher Luftfeuchtigkeit oder hohen Temperaturen dem Wohlbefinden und der Sicherheit der Spieler. Sie ist nicht mit einer Trinkpause zu verwechseln.

Die zweite Variante ist die Trinkpause. Sie ist als Spielunterbrechung von maximal einer Minute vorgesehen, in der die Akteure Flüssigkeit aufnehmen dürfen. Auch sie ist klar von der Kühlpause getrennt.

In den offiziellen Regeln zur WM 2026 gibt es genaue Vorgaben zu Trink- und Abkühlpausen. Hier sind die wichtigsten Punkte:

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  • Kurze Trinkpausen in der Verlängerung: Wenn ein Spiel in die Verlängerung geht, ist in der Halbzeitpause dieser Verlängerung eine kurze Trinkpause („drinks break“) erlaubt, die jedoch maximal eine Minute dauern darf.
  • Abkühlpausen bei extremem Wetter (Cooling breaks): Bei extremen Wetterbedingungen können zusätzliche Abkühlpausen während des laufenden Spiels angeordnet werden. Diese richten sich nach den Protokollen der FIFA-Medizinkommission oder dem FIFA-Handbuch für fußballmedizinische Notfälle.
  • Individuelle Bewertung: Ob eine Abkühlpause notwendig ist, wird nicht pauschal, sondern von Spiel zu Spiel individuell entschieden.
  • Verantwortung: Die alleinige Verantwortung für die Umsetzung und Kontrolle dieser hitzebedingten Abkühlpausen liegt beim Schiedsrichter.

Die FIFA macht bei der WM vier feste Unterbrechungen daraus

Für die laufende Weltmeisterschaft hat die FIFA im Dezember beschlossen, dass es grundsätzlich zwei zusätzliche Unterbrechungen gibt. Kommt es um die 22. oder 23. Minute sowie um die 67. oder 68. Minute zu einer Spielpause, wird bei dieser WM immer eine dreiminütige Pause eingelegt. Diese Regel gilt aus Gründen der Gleichberechtigung bei allen 15 Austragungsorten und unabhängig von den jeweiligen Bedingungen.

Damit bleibt es nicht bei einer bloßen gesundheitlichen Maßnahme. Das Spiel selbst verschiebt sich spürbar, weil der Ablauf in festen Abschnitten unterbrochen wird. Erste Auswirkungen sind bereits zu sehen.

Blick in das ausverkaufte Houston Stadium: Die Videowand zeigt den deutlichen 7:1-Spielstand, als Deutschland am 14. Juni 2026 sein WM-Gruppenspiel der Gruppe E gegen Curaçao bestreitet. (Lars Baron / Getty Images)
Blick in das ausverkaufte Houston Stadium: Die Videowand zeigt den deutlichen 7:1-Spielstand, als Deutschland am 14. Juni 2026 sein WM-Gruppenspiel der Gruppe E gegen Curaçao bestreitet. (Lars Baron / Getty Images)

Der Spielfluss gerät aus dem Takt

Bundestrainer Julian Nagelsmann nutzte die Pause nach dem Ausgleich von Curacao in der ersten Halbzeit bereits, um seinen Spielern mit der Taktiktafel Anweisungen mitzugeben. Das zahlte sich aus. Gleichzeitig zeigt dieses Beispiel, wie schnell eine Pause sportlich relevant werden kann.

So vernünftig die Unterbrechungen aus gesundheitlicher Sicht sind, sie greifen doch in den Spielrhythmus ein. Für Teams, die gerade Druck machen, ist das ungünstig. Der Gegner bekommt dagegen die Chance, erst einmal wieder Luft zu holen und sich neu zu ordnen.

Mehr als nur Erholung

Hinzu kommt ein Nebeneffekt, der kaum übersehen werden kann. Die TV-Sender können zweimal drei Minuten für Werbung einplanen. Wer es eilig hat, schafft es in dieser Zeit womöglich sogar noch kurz zur Toilette.

Und diese Entwicklung ist nicht auf das aktuelle Turnier beschränkt. Die WM 2030 wird vor allem in Marokko, Spanien und Portugal ausgetragen, die WM 2034 in Saudi-Arabien, Hitze inklusive. Kühlpausen und Trinkpausen werden also bleiben. Gewöhnen wir uns dran.