Thomas Hitzlsperger bewertet die bisherige Amtszeit von Julian Nagelsmann als wechselhaft. Der frühere Nationalspieler lobt zwar dessen Anspruch, als Bundestrainer aufzutreten, sieht aber gerade bei der Kommunikation noch deutlichen Nachholbedarf.

Kritik mit Verständnis für das Alter
Der ARD-Experte äußerte sich bei t-online und sprach von einem „Auf und Ab bisher“. Dabei machte Hitzlsperger deutlich, dass er Nagelsmanns Einsatz durchaus anerkennt: „Ich möchte ihm nicht das Bemühen absprechen, wie ein Bundestrainer auftreten zu wollen. Aber er ist auch erst 38 Jahre, das sollten wir in der Beurteilung nicht unberücksichtigt lassen.“
Für den 44 Jahre alten Ex-Profi ist zugleich klar, dass das Amt des Nationaltrainers ein anderes Gewicht hat als die tägliche Arbeit im Verein. „Man merkt, dass es ein großes Amt ist, und auch Julian Nagelsmann wird sich mittlerweile eingestehen müssen, dass es doch noch mal etwas anderes ist, Nationaltrainer zu sein statt Vereinstrainer“, sagte Hitzlsperger.
Neuer-Rückkehr und Völler als Rückhalt
Besonders bei der Rückholaktion von Manuel Neuer sieht Hitzlsperger keinen überzeugenden Ablauf. Die Entscheidung an sich hält er für nachvollziehbar, doch der Weg dorthin sei problematisch gewesen. „Die Entscheidung ist vertretbar. Der Weg dorthin ist jedoch nicht optimal verlaufen und somit die Kommunikation mehr infrage zu stellen als die Nominierung selbst“, erklärte er.
Zugleich glaubt Hitzlsperger, dass Nagelsmann genügend Unterstützung im Umfeld hat. „Ich bin mir sicher, dass er genug Leute hat, die versuchen, ihn zu unterstützen. So kurz vor der Kadernominierung schienen aber seine Kommunikationsberater an ihre Grenzen zu stoßen.“ Umso wichtiger sei Sportdirektor Rudi Völler an seiner Seite, „der durch seine Erfahrung wertvoll ist. Man hat gemerkt, wie er Julian Nagelsmann schon nach den Äußerungen über Deniz Undav zur Seite gesprungen ist.“