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Die SV Elversberg steht vor dem größten Erfolg ihrer Vereinsgeschichte. Nach dem 5:1 gegen den direkten Konkurrenten Paderborn haben die Saarländer den Sprung in die Bundesliga erstmals in eigener Hand und stehen auf Platz 2 hinter den schon aufgestiegenen Schalker.

Plötzlich Favorit im Aufstiegsrennen
Der Höhenflug des Dorfklubs aus der 13.000-Seelen-Gemeinde Spiesen-Elversberg versetzt auch Vincent Wagner noch in Staunen. „Wenn ich sehe, dass wir vielleicht mit so einem Verein in die Bundesliga aufsteigen könnten, dann sprengt das ein bisschen meine Vorstellungskraft“, sagte der Coach der SV Elversberg bei Sky. Zugleich machte er deutlich, dass dieses Szenario nicht nur Träumerei ist: Es sei „aber machbar, weil unsere Jungs auch außergewöhnlich Fußball spielen können“.
Mit dem klaren Erfolg gegen Paderborn schob sich Elversberg hinter Meister Schalke 04 auf den zweiten direkten Aufstiegsrang. Nun reicht der SVE aus den beiden verbleibenden Partien ein perfektes Finish gegen Fortuna Düsseldorf am Sonntag um 13.30 Uhr und gegen Preußen Münster eine Woche später um 15.30 Uhr, beide Spiele laufen bei Sky, um zum ersten Mal in der Klubgeschichte erstklassig zu werden.
Tabelle Top 5
Glaube wächst nach schwierigen Monaten
Die Zuversicht im Umfeld ist inzwischen groß. „Es fühlt sich sehr gut an, Zweiter zu sein, und jetzt wollen wir das Ding auch durchziehen“, sagte Toptorschütze Lukas Petkov. Zwar sieht sich die Mannschaft in den letzten beiden Begegnungen „schon so etwas wie der Favorit“, doch Petkov erinnerte zugleich an die Schwankungen dieser Saison: „Aber wir haben in dieser Saison schon gesehen, dass wenn wir nicht in die Intensität kommen und das abrufen, was wir können, dann verlieren wir auch in Fürth oder tun uns schwer wie in Bielefeld“.
Der aktuelle Lauf spricht dennoch für die Saarländer. Aus den vergangenen drei Spielen holten sie sieben Punkte und wechselten damit von der Rolle des Verfolgers in die des Gejagten. Das geschah trotz zahlreicher Rückschläge: Vor der Saison waren Erfolgstrainer Horst Steffen und mehrere Leistungsträger um Fisnik Asllani gegangen, nach der verlorenen Aufstiegsrelegation im Vorjahr galt die SVE plötzlich sogar als Abstiegskandidat. Als nach einer überraschend starken Hinrunde auch noch Toptorjäger Younes Ebnoutalib zu Eintracht Frankfurt wechselte und Sportvorstand Ole Book zu Dortmund ging, schien der Absturz programmiert. Doch die Mannschaft fand immer wieder neue Lösungen und blieb erfolgreich. „Wir haben Resilienz gezeigt“, sagte Mittelfeldspieler Amara Condé über den Verlauf der Spielzeit: „Es ist klar, dass wir auf keinen Fall den zweiten Platz noch hergeben wollen und das Jahr schön krönen wollen.“
Stadionfrage vorerst entschärft
Auch Zweifel an der Bundesliga-Tauglichkeit des Stadions wollen die Verantwortlichen nicht gelten lassen. Die Anlage, die weiter einer Großbaustelle gleicht, sei bereits für die 1. Liga lizenziert, erklärte Vizepräsident Swen Hoffmann. „Es gibt da noch die eine oder andere Optimierung, die man machen muss, aber das sind alles lösbare Themen.“ Dann müssen die Elversberger „nur“ noch die letzten beiden Saisonspiele gewinnen.
SID mk wj