Champions-League-Viertelfinale: Favoriten, Schlüsselspieler und Talente im Fokus

Champions-League-Viertelfinale: Favoriten, Schlüsselspieler und Talente im Fokus

Heute Abend beginnt das Viertelfinale der Champions League, der Weg zum Finale am 30. Mai in Budapest steht nun fest. Mit Real Madrid gegen Bayern München, PSG gegen Liverpool sowie dem Liga-Duell zwischen Barcelona und Atletico Madrid warten vier Paarungen, die auf dem Papier und auf dem Platz reichlich Spannung versprechen.

Der Turnierbaum der UEFA Champions League 2025/26 zeigt die Paarungen auf dem Weg zum Finale in Budapest: Im Viertelfinale treffen Paris Saint-Germain auf den FC Liverpool, Real Madrid auf den FC Bayern München, der FC Barcelona auf Atlético Madrid sowie Sporting CP auf den FC Arsenal. Zuvor hatten sich die acht Viertelfinalisten im Achtelfinale gegen Chelsea, Galatasaray, Manchester City, Atalanta, Newcastle United, Tottenham Hotspur, Bodø/Glimt und Bayer Leverkusen durchgesetzt.
Der Turnierbaum der UEFA Champions League 2025/26 zeigt die Paarungen auf dem Weg zum Finale in Budapest: Im Viertelfinale treffen Paris Saint-Germain auf den FC Liverpool, Real Madrid auf den FC Bayern München, der FC Barcelona auf Atlético Madrid sowie Sporting CP auf den FC Arsenal. Zuvor hatten sich die acht Viertelfinalisten im Achtelfinale gegen Chelsea, Galatasaray, Manchester City, Atalanta, Newcastle United, Tottenham Hotspur, Bodø/Glimt und Bayer Leverkusen durchgesetzt.

Besonders im Fokus stehen zwei Kracher: Real Madrid empfängt Bayern am Dienstag im Bernabeu im häufigsten Duell der Königsklassen-Geschichte, während Arsenal bei Sporting CP in Lissabon antreten muss. Am Mittwoch trifft Barcelona im Camp Nou auf Atletico Madrid, ehe Titelverteidiger Paris Saint-Germain zu Hause Liverpool in einem Remake des Achtelfinals der Vorsaison fordert, das Arne Slots Team damals im Elfmeterschießen verlor.

Die brisantesten Duelle: Madrid gegen Bayern, PSG gegen Liverpool

Gefragt nach dem reizvollsten Viertelfinale, fiel die Wahl fast einhellig auf Real Madrid gegen Bayern München. Oliver Kay verwies auf Madrids starke Vorstellung gegen Manchester City und darauf, wie spannend es werde zu sehen, ob die Königlichen diese Leistung gegen ein Bayern-Team bestätigen können, das immer besser in Fahrt komme. Mario Cortegana nannte Bayern das aktuell formstärkste Team Europas, verwies aber zugleich darauf, dass Madrid nach einem neuerlichen Tiefschlag doch wieder zu seiner gefürchteten Champions-League-Gestalt zurückgefunden habe.

Champions League
14.4.2026
- 21:00
FC Liverpool
- -
Paris Saint Germain (PSG)
Champions League
14.4.2026
- 21:00
Atlético Madrid
- -
FC Barcelona
Champions League
15.4.2026
- 21:00
FC Arsenal
- -
Sporting CP Lissabon
Champions League
15.4.2026
- 21:00
FC Bayern München
- -
Real Madrid

Pol Ballus betonte ebenfalls, dass hier die beste Mannschaft Europas auf den erfolgreichsten Klub des Wettbewerbs treffe – wer sich durchsetzt, sende ein Signal an das gesamte Feld. Seb Stafford-Bloor ergänzte, Bayern dürften respektvoll auftreten, aber mit viel Selbstvertrauen: Niemand habe in der Königsklasse Madrids Mythos, doch die Münchner dürften sich zu Recht als das bessere Team fühlen. Jack Lang hielt dagegen PSG gegen Liverpool für die aufregendste Paarung, weil die beiden Begegnungen im vergangenen Jahr enorm fesselnd gewesen seien und Liverpool zusätzlich die Chance suche, die eigene Saison zu retten. James Pearce sah es ähnlich: Der Titelverteidiger gegen den sechsmaligen Sieger sei ein echtes Highlight, zumal das Duell an der Anfield Road vor einem Jahr bereits ein herausragendes Spiel geliefert habe. Für Arne Slots Liverpool sei dies eine Revanchemission.

Auch Barcelona gegen Atletico fand Fürsprecher. Thom Harris erinnerte an die vielen Tore in den jüngsten direkten Duellen, darunter das 4:4 sowie das jüngste Copa-del-Rey-Halbfinale, in dem Simeones Mannschaft im Hinspiel mit 4:0 in Führung gegangen war und den Vorsprung im Rückspiel beinahe noch verspielt hätte. Amy Lawrence wiederum kokettierte zwar damit, „langweiliges Arsenal“ sehen zu wollen, räumte aber ein, dass auch sie kaum an Real gegen Bayern vorbeikomme: Das habe einfach die klassischen Zutaten eines großen Europapokal-Abends.

So stehen die Teams vor dem Viertelfinale

Für Paris Saint-Germain sind Premier-League-Teams längst kein Schreckgespenst mehr. Kay erinnerte daran, dass PSG auf dem Weg zum Gewinn des Vorjahres-Endspiels Manchester City, Liverpool, Aston Villa und Arsenal bezwungen habe und in dieser Saison bereits Tottenham Hotspur und Chelsea ausgeschaltet habe. Während der Klub im vergangenen Jahr noch als Überraschungsteam gegolten habe, nachdem er die Ligaphase nur mühsam überstanden hatte, werde er inzwischen von niemandem mehr unterschätzt – und genau das bringe neuen Druck mit sich.

Pearce sieht Liverpool trotz der Außenseiterrolle nicht chancenlos, sofern die Mannschaft das Tempo und die Intensität aus dem Rückspiel gegen Galatasaray auf den Platz bringt. Im Vorjahr scheiterte man gegen PSG im Elfmeterschießen. Ein Problem könnte der Ausfall von Alisson werden, der Paris vor einem Jahr mit seinen Paraden beeindruckt hatte und nun wegen einer weiteren Oberschenkelverletzung fehlt; der Georgier Giorgi Mamardashvili wird ihn vertreten. Hinzu kommt die Rückkehr von Alexander Isak nach dreimonatiger Pause, die für einen rechtzeitigen Schub sorgen könnte.

Real Madrid blickt nach dem Los auf das schwierige Tableau und bekam nach dem Achtelfinale zunächst einiges an Skepsis zu spüren. Cortegana sprach von viel Pessimismus rund um den Klub, weil der Turnierbaum als besonders kompliziert galt. Der Sieg gegen City habe die Stimmung allerdings deutlich angehoben, auch wenn das 1:2 bei Mallorca in der Liga am Samstag den Schwung etwas gebremst habe.

Atletico nahm wiederum viel Selbstvertrauen aus dem 4:0 im Hinspiel des Copa-del-Rey-Halbfinals gegen Barcelona mit, auch wenn Harris überzeugt ist, dass die Mannschaft dieses Mal kaum noch einmal so effizient vor dem Tor sein wird. Das ändert nichts daran, dass die Rojiblancos erneut gegen Barcelona gewannen – diesmal am Samstag in der Liga. Sie verfügen über enorme Offensivkraft und könnten, selbst wenn Arsenal als nächster Gegner wartet, insgeheim denken: Warum nicht? Ballus hob hervor, dass Barcelona aus der Pokalniederlage gelernt habe und unter Hansi Flick inzwischen wisse, wann es pragmatischer agieren müsse. Der 2:1-Auswärtssieg in der Liga gegen Atletico am Wochenende sei dafür ein weiteres Signal gewesen. Für den möglichen Halbfinalgegner Arsenal gebe es dann allerdings eine ganz andere Dimension.

Bayern gehen laut Stafford-Bloor mit Respekt, aber auch mit klarer Überzeugung in das Duell mit Real. Jamal Musiala und Alphonso Davies sind für das Hinspiel weiter fraglich, dennoch bringe Vincent Kompanys Team reichlich Durchschlagskraft mit. Lang glaubt ebenfalls an Bayerns Wucht: Er verwies auf Kanes Hunger im Rückspiel gegen Atalanta und darauf, dass Madrids Defensive schwächer sei, als es City zuletzt habe aussehen lassen.

Sporting CP hat mit dem Erreichen des Viertelfinals bereits viel erreicht, zumal der Klub im Achtelfinale nach einem 0:3 im Hinspiel gegen Bodo/Glimt zurückkam. Jack Lang machte deutlich, dass die Portugiesen gegen Arsenal klarer Außenseiter sind. Die Frage sei, ob sie den psychologischen Vorteil nutzen könnten, nichts zu verlieren zu haben. Lawrence erinnerte dagegen an Arsenals 5:1-Erfolg bei Sporting in der vergangenen Saison: Beeindrucken werde man sich davon nicht lassen. Unpraktisch sei allerdings, dass direkt im Anschluss das wohl wichtigste Ligaspiel bei Manchester City ansteht – doch genau das sei eben der Preis, wenn man um mehrere Titel kämpfe. Die Auslosung sei günstig, ab dem Halbfinale könne dennoch alles passieren.

Die prägenden Stars: Kane, Vinicius, Kvaratskhelia und Co.

Bei den Spielern, die dieses Viertelfinale entscheiden könnten, rückte vor allem ein Name immer wieder in den Mittelpunkt: Harry Kane. Seb Stafford-Bloor nannte den England-Kapitän Bayerns Schlüsselfigur und erinnerte daran, dass Kane 2024 im Halbfinale gegen Real nicht wirklich fit gewesen sei und damals wegen der Bedeutung des Spiels auf den Platz gedrückt wurde. Zwei Jahre später sei er gesund, womöglich in der Form seines Lebens und der mit Abstand wichtigste Akteur der Münchner. Auch Lang setzte auf Kane und verwies darauf, dass Real mehr verwundbar sei, als es der City-Auftritt vermuten lasse. Sollten Bayern das Spiel an sich reißen, dann wohl über ihren Mittelstürmer.

Harry Kane vom FC Bayern München bejubelt sein Tor zum 2:0 beim Hinspiel des UEFA Champions League Viertelfinals 2025/26 zwischen Real Madrid CF und dem FC Bayern München am 7. April 2026 im Estadio Santiago Bernabéu in Madrid. Aitor Alcalde / Getty Images Europe via Getty Images
Harry Kane vom FC Bayern München bejubelt sein Tor zum 2:0 beim Hinspiel des UEFA Champions League Viertelfinals 2025/26 zwischen Real Madrid CF und dem FC Bayern München am 7. April 2026 im Estadio Santiago Bernabéu in Madrid. Aitor Alcalde / Getty Images Europe via Getty Images

James Pearce machte Dominik Szoboszlai zum Gesicht von Liverpools Hoffnungen. Der ungarische Kapitän spielt eine starke Saison, und das zusätzliche Motiv ist offensichtlich: Das Finale steigt in Budapest. Bei Real setzte Cortegana auf Vinicius Junior, der bereits gegen Benfica und City den Unterschied gemacht habe und dessen Wirkung in den K.-o.-Runden dieser Konkurrenz mit 25 Jahren außergewöhnlich sei. Harris wiederum sah bei Atletico Julian Alvarez im Zentrum aller Hoffnungen. Der Argentinier presse unermüdlich, trage den Ball mit Wucht nach vorne und wirke vor dem Tor immer gefährlicher.

Für Barcelona nannte Ballus Pedri, der gegen Atletico schon mehrfach herausragend gespielt habe und sich nach seiner Oberschenkelverletzung weiter zurück zum Topniveau taste. Gegen Simeones tief gestaffelte Abwehr könne seine Spielintelligenz im Zentrum den Ausschlag geben. Lawrence wiederum betonte, dass Arsenal auf die Kräfte von Declan Rice und Gabriel angewiesen sei, falls es weitergehen soll. Gleichzeitig räumte sie ein, dass Bayern und PSG den größeren Champions-League-Stallgeruch mitbringen. Deshalb sei es zwischen Kane und dem Ballon-d’Or-Gewinner Ousmane Dembele zu entscheiden, wenn es um die offensiven Leitfiguren gehe.

Khvicha Kvaratskhelia bekam von Kay besondere Aufmerksamkeit: Der georgische Angreifer von PSG sei ein Spieler, von dem man den Blick kaum abwenden könne. Vitinha mache zwar viel richtig und gebe den Ton für Luis Enriques Team vor, doch Kvaratskhelia sei der verführerische Offensivmann, der Tore und Vorlagen aus dem Nichts erschaffe. Auf der Gegenseite hob Pearce Rio Ngumoha hervor: Der 17 Jahre alte Flügelspieler von Liverpool werde gegen PSG vermutlich nicht in der Startelf stehen, könne aber als Joker entscheidend werden. Schnell und direkt sei er allemal.

Thom Harris stellte bei Atletico Julián Álvarez ins Schaufenster, während Cortegana bei Bayern auf den 18 Jahre alten Lennart Karl verwies, der im Turnier bereits vier Tore und zwei Vorlagen gesammelt hat. Der offensive Mittelfeldspieler bekomme nun die große Bühne. Stafford-Bloor nannte außerdem Aleksandar Pavlovic: Der 21-Jährige werde noch immer unterschätzt, blühe in großen Spielen aber auf und passe im Passspiel immer dann am besten, wenn der Druck besonders hoch sei. Sein Auftritt gegen Real am Bernabeu beim letzten Mal sei nervenstark gewesen, damals gerade einmal als 19-Jähriger. Harris schließlich nannte Sporting-Verteidiger Goncalo Inacio, einen starken Linksfuß in der Innenverteidigung, der den Ball sauber durch die Linien treiben und in der Luft dominieren könne. Gegen Arsenal werde er reichlich zu tun bekommen, gilt aber längst als defensiver Führungsspieler, der bei Europas Topklubs auf dem Radar steht.

Der Blick auf das Tableau und die Titelprognosen

Auch das bereits feststehende weitere Raster sorgte für Gesprächsstoff. Kay kann mit der neuen Struktur leben, obwohl er sich selbst als jemanden beschreibt, der über viele Reformen im europäischen Fußball eher kritisch denkt. Gerade für Fans und Medien erleichtere ein klarer Turnierbaum die Reiseplanung. Stafford-Bloor findet es ebenfalls sinnvoll, weil die Vorfreude dadurch wachse und der zusätzliche Losprozess nach jeder Runde entfalle. Lawrence sieht darin vor allem einen Vorteil für Außenstehende; wer selbst beteiligt ist, vermisse dagegen genau die Spannung, nach jeder Runde zu sehen, wer als Nächstes wartet oder vermieden wird.

Bei der Frage nach dem Turniersieger verschob sich die Gewichtung nur teilweise. Kay setzt auf Arsenal, weil Mikel Artetas Mannschaft den mit Abstand unkompliziertesten Weg ins Halbfinale habe und defensiv so stabil sei, dass sie nicht in dem Maße auseinandergerissen werde wie City, Chelsea, Tottenham oder Newcastle United in der vorherigen Runde. Allerdings müsse Arsenal irgendwann auch offensiv mehr liefern. Pearce sieht Bayern vorne, betont aber, dass Liverpool bei einem Weiterkommen gegen PSG selbst um den Titel mitspielen könne; trotz aller Inkonstanz in der Liga habe Slots Mannschaft bereits Real Madrid, Atletico und im Vorjahr Inter geschlagen. Cortegana traut weiterhin Bayern oder Arsenal den Titel zu, gibt Real Madrid aber inzwischen wieder größere Chancen als noch vor einigen Wochen.

Harris schließt sich dem Bayern-Gedanken an: Die Münchner seien nach vorne kaum zu bremsen und durch ihre ständigen Rotationen extrem unangenehm zu verteidigen, selbst für Arsenal. Sein Wunschfinale wäre Bayern gegen Arsenal, in dem die Klasse von Kane und Michael Olise den Ausschlag geben könnte. Ballus bleibt ebenfalls bei Bayern und verweist darauf, dass das Team bislang das beste der Konkurrenz sei, dazu den perfekten Mix aus Top-Kader und hungrigem Trainerstab um Kompany besitze. Stafford-Bloor tippt ebenfalls auf Bayern und sieht sie im Finale gegen ein müdes Arsenal durchsetzen. Lang war von PSGs mühsamem Weg durch die Play-off-Runde gegen Monaco zunächst nicht überzeugt, glaubt aber inzwischen, dass die Pariser wieder etwas von jener Leichtigkeit gefunden haben, die sie in der Vorsaison so stark gemacht habe. Chelsea sei zwar über zwei Spiele hinweg sehr großzügig gewesen, doch auch Topteams bräuchten manchmal einen Weckruf. Er rechnet mit einer deutlichen PSG-Ansage gegen Liverpool und sieht sie danach schwer zu stoppen. Lawrence wiederum meint, dass Bayern oder PSG aus ihrer brutalen Turnierhälfte als Favoriten hervorgehen müssten; und falls es eine Überraschung gebe, wäre ein neuer Sieger doch eine reizvolle Variante – „wenn man so will, ohne jemanden zu nennen, ahem“.