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Mitfavorit Spanien kommt zum WM-Auftakt nicht über ein 0:0 gegen Kap Verde hinaus, und schon der erste Spieltag der Gruppe H im Mercedes-Benz Stadium von Atlanta liefert die erste große Geschichte dieses Turniers. Die Mannschaft von Luis de la Fuente kontrollierte das Spiel mit 74 Prozent Ballbesitz und 25 Torschüssen nach Belieben, scheiterte aber an Kap Verdes 40 Jahre altem Torwart Vozinha, während der WM-Debütant einen historischen Punkt mitnahm. Die ganze Spielanalyse und der Verlauf, den es bei einer Nullnummer naturgemäß ohne Tore zu erzählen gilt, stehen in unserem Ergebnis-Artikel zum Spiel, hier folgen die Pressestimmen zu einem Abend, an dem sich Spott und Bewunderung die Waage hielten.

So sehen es die deutschen Medien
Die deutschsprachige Berichterstattung ordnete den Abend klar als Sensation ein. Die Sportschau titelte unter „Ideenlose Spanier verzweifeln gegen Kap Verde an Vozinha“ und sah einen Topfavoriten, dem auch die Brechstange nicht half. Am Ende sei es bei der Nullnummer geblieben, schrieb das ARD-Portal, und dem WM-Neuling sei eine historische Sensation gegen einen der großen Namen des Turniers gelungen.
Der kicker bündelte die internationale Reaktion unter der Zeile „Kolossale Blamage“. Aus deutscher Sicht habe sich Spanien mit dem 0:0 vor allem viel Spott eingehandelt, hieß es dort, und genau diese Presseschau dient im Folgenden als belegte Sekundärquelle für mehrere ausländische Stimmen.
Aus Spanien kommt eine Abrechnung
Die heimische Presse des Favoriten ging am härtesten ins Gericht. Die Marca sprach laut der vom kicker gebündelten Presseschau von „Ein Desaster zum Auftakt“ und beschrieb eine Mannschaft, die nicht wiederzuerkennen gewesen sei, ohne Fußball, ohne Ideen und ohne Mittel gegen einen Gegner, der zum Protagonisten eines Wunders wurde.
Die AS führte das Versagen beim WM-Auftakt in Atlanta ins Feld und merkte an, dass nicht einmal der Einsatz von Lamine Yamal den schwachen Eindruck habe aufhellen können, ebenfalls zitiert über die kicker-Presseschau. El País wiederum hielt fest, Kap Verde habe Spaniens Hoffnungen platzen lassen, und sah einen der großen Turnierfavoriten, der den Widerstand des afrikanischen Debütanten trotz der Rückkehr von Lamine in einem glanzlosen Spiel nicht brechen konnte.
Der internationale Blick
Außerhalb der Iberischen Halbinsel mischten sich Hohn und Anerkennung. Die englische Boulevardzeitung The Sun feierte den Abend laut der kicker-Presseschau mit dem Wortspiel „Kap Hurra!“ und ordnete das Remis als eine der größten Überraschungen der WM ein, bei der der Außenseiter trotz Yamals Rückkehr standhielt.
Aus Italien kam dieselbe Stoßrichtung wie in Madrid. La Gazzetta dello Sport fasste den spanischen Auftritt nach derselben Presseschau in der Zeile „Eine kolossale Blamage für die Spanier“ zusammen.
In Kap Verde feiern die Blauen Haie
Die Stimme aus dem Land des Debütanten klang naturgemäß anders. Expresso das Ilhas titelte laut der vom kicker gebündelten Presseschau „Vozinha errichtet eine Mauer und Kap Verde erkämpft ein historisches Unentschieden“ und feierte ein historisches Ergebnis für die Blauen Haie, die dem spanischen Druck dank einer herausragenden Leistung ihres Torhüters trotzten.
Die Stimmen der Protagonisten
Spaniens Trainer Luis de la Fuente gab sich nach dem Spiel betont gelassen. In der von der Süddeutschen Zeitung und der dpa wiedergegebenen Reaktion fasste er den Abend mit den Worten „Wenn der Ball nicht rein geht, geht er eben nicht rein“ zusammen, verwies auf Schüsse und Chancen und betonte, seine Elf habe auf den Sieg gedrängt.
Auf der anderen Seite stand der Mann des Abends. Kap Verdes Torwart Vozinha, mit bürgerlichem Namen Josimar José Évora Dias und 40 Jahre alt, wurde nach seiner Gala zum Spieler des Spiels gekürt. In einem von der dpa verbreiteten Statement ließ er die Emotionen heraus und erklärte „Ich habe wegen meiner Großeltern geweint“, den verstorbenen Großeltern, mit denen er aufgewachsen war.
Fehlstart eines Favoriten
Quer durch die Medienlandschaft ist ein gemeinsamer Befund erkennbar. Sportschau, kicker, Marca, AS, El País, The Sun und La Gazzetta dello Sport werteten das Remis als schweren Fehlstart eines Favoriten, wobei die spanischen Blätter mit „Desaster“ und „Versagen“ am schärfsten urteilten und damit härter als die ausländische Konkurrenz. Wo die einen Spaniens Schwäche betonten, hoben die kapverdische Expresso das Ilhas und die britische The Sun die Leistung des Außenseiters und seines Torwarts hervor. De la Fuente blieb als Einziger demonstrativ ruhig, während Vozinha den emotionalen Gegenpol setzte. Belastbare Reaktionen aus den sozialen Netzwerken lagen uns für diesen Abend nicht vor, daher stützt sich diese Übersicht allein auf die genannten Medien.
WM 2026 Tabelle der Gruppe H
Nach dem ersten Spieltag teilen sich Kap Verde und Spanien mit je einem Punkt die Spitze der Gruppe H, Saudi-Arabien und Uruguay greifen erst noch ins Geschehen ein.
Wie es weitergeht
Spanien hat in der Gruppe H die Chance auf Wiedergutmachung und trifft am 21. Juni erneut im Mercedes-Benz Stadium in Atlanta auf Saudi-Arabien. Kap Verde misst sich am 22. Juni mit Uruguay und kann den historischen Punkt vom Auftakt veredeln.