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Frankreich hat im Achtelfinale der WM nicht nur gewonnen, sondern auch ein Zeichen gesetzt. Beim 1:0 gegen Paraguay mussten sich Kylian Mbappé und die Équipe Tricolore in Philadelphia durch eine harte, zerfahrene und hitzige Partie kämpfen. Der Topfavorit zeigte dabei, dass er nicht nur zaubern, sondern auch dreckig arbeiten kann.

Mbappé setzt die Kampfansage
Nach der bestandenen Charakterprobe gegen das am Rande der Legalität agierende Paraguay schickte Mbappé eine klare Botschaft an die Konkurrenz. „Wenn wir uns die Hände schmutzig machen müssen, dann machen wir uns die Hände schmutzig“, sagte der Kapitän der französischen Nationalmannschaft. Frankreich sei weit mehr als offensiver Glanz, betonte er, „wir können auch dreckig spielen“.
In der „Schlacht“ von Philadelphia behielt der Favorit dank Mbappés Nervenstärke vom Elfmeterpunkt in der 70. Minute die Oberhand und löste mit dem 1:0 nach 0:0 zur Pause das Ticket fürs Viertelfinale. Dabei bekam Les Bleus es nicht nur mit 40 Grad Gluthitze im Geburtsort der USA zu tun, sondern auch mit massiven Provokationen und Unsportlichkeiten der Paraguayer.
„Sie dachten, wir kommen, um im Smoking zu spielen. Sie wollten nur kämpfen“, erklärte Mbappé, „aber wir waren trotzdem besser als sie.“
Ruppigkeit, Trash-Talk und keine Ruhe für Frankreich
Nach dem problemlosen Durchmarsch durch Gruppenphase und Sechzehntelfinale war diese Partie für Frankreich die erste echte Schwerstarbeit des Turniers. Ein Fußballfest zum 250-jährigen Unabhängigkeitsjubiläum der USA blieb aus. Paraguay ging hart zur Sache, foulte teils hinterhältig fernab des Balls, etwa durch Matías Galarza, und suchte permanent den verbalen Schlagabtausch.
Doch die Franzosen waren vorbereitet. „Wir wollten allen zeigen, dass auch wir kämpfen können, dass wir uns behaupten und dagegenhalten können“, sagte Rayan Cherki. Der Arbeitssieg gegen den Deutschland-Schreck könnte aus Sicht von Didier Deschamps sogar zu einem Wendepunkt auf dem Weg zum dritten Stern werden. „Ich bin überzeugt, dass uns das helfen wird“, erklärte der Coach. „Viele Spieler haben noch keine WM-Erfahrung. Ich bin sehr zufrieden, dass sie die Kontrolle behalten haben. Man hätte in diese Falle tappen können – so wie andere Teams es getan haben.“
Am Ende entschied ein Strafstoß nach Videobeweis über das enge und chancenarme Duell. Auslöser war ein Foul von Diego Gomez an Joker Desiré Doué. Deschamps warf dem Gegner anschließend vor, „endlos viel“ gefoult zu haben. Schiedsrichter Ilgis Tantaschew aus Usbekistan griff dabei aus französischer Sicht viel zu selten durch.
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„Wie viele Fouls waren es? 30? 40? Und keine einzige Gelbe Karte?“, schimpfte Cherki. Der frühere Bundesliga-Referee Patrick Ittrich sprach bei MagentaTV von der „schlechtesten Schirileistung dieser WM“.
Marokko wartet schon mit ähnlicher Härte
William Saliba ordnete die Partie als klassisches Hitzeduell ein. Solche Begegnungen seien „manchmal echte Schlachten“, sagte der Innenverteidiger. Genau darauf müssen sich die Franzosen auch am Donnerstag um 22.00 Uhr MESZ in Boston einstellen, wenn im Viertelfinale Marokko wartet.
Der nächste Gegner gilt ebenfalls als unangenehm, extrem intensiv und ist zudem spielstärker als Paraguay. „Das ist eine sehr gute Mannschaft“, warnte Mbappé, „aber wir wollen unseren Weg weitergehen.“ Cherki kündigte an, man werde „wieder bereit sein, in den Kampf zu ziehen“. Wenn die offensive Magie der Équipe Tricolore dann zurückkehrt, dürfte sich das Tor zum Halbfinale öffnen.