Lothar Matthäus in der Sky Kolumne über die deutsche Nationalmannschaft, DFB-Kader und die WM 2026

Lothar Matthäus äußert sich in seiner Sky Kolumne klar zur deutschen Nationalmannschaft, zum DFB-Kader und zur WM 2026. Der Sky-Experte nennt Pflichtkandidaten, bewertet Rollenverteilungen und geht auf Julian Nagelsmanns Aussagen zur Nominierung und zu Einsatzminuten ein. Matthäus zieht klare Linien bei der Doppelsechs, spricht über Kimmichs Rolle als Rechtsverteidiger und diskutiert Stürmer-Alternativen für das Turnier in Nordamerika. Seine Analyse verbindet taktische Einordnung, Vereinsrealität und die Frage, welche Spieler Nagelsmann zur WM mitnehmen sollte.

Lothar Matthäus als Sky Kommentator (Copyright Sky )
Lothar Matthäus als Sky Kommentator (Copyright Sky )

Pavlovic und Nmecha: Feste Baustellen im DFB-Kader

Matthäus sieht Aleksandar Pavlovic und Felix Nmecha als gesetzt für den DFB-Kader und beschreibt sie als ideale Besetzung auf der Doppel-Sechs. Er trennt ihre Aufgaben klar: Pavlovic soll die Balleroberungen und die Sechser-Rolle übernehmen, Nmecha dagegen das Spiel von Strafraum zu Strafraum treiben und die Achter-Position besetzen. Damit skizziert Matthäus ein System mit klaren Profilen statt identischer Rollen, eine taktische Differenzierung, die auch Nagelsmanns Planungen für die WM-Vorbereitung beeinflussen dürfte. Körperlich ordnet er beide mit etwa 1,88–1,90 Meter in eine ähnliche Kategorie wie Leon Goretzka ein, was für Standardsituationen und Kopfballstärke relevant bleibt.

Der deutsche Mittelfeldspieler #09 Assan Ouedraogo (rechts) jubelt nach seinem sechsten Tor für seine Mannschaft während des Fußballspiels der Gruppe A der FIFA-WM-Qualifikation 2026 zwischen Deutschland und der Slowakei in der Red Bull Arena in Leipzig, Ostdeutschland, am 17. November 2025. (Foto: Ronny HARTMANN / AFP)
Der deutsche Mittelfeldspieler #09 Assan Ouedraogo (rechts) jubelt nach seinem sechsten Tor für seine Mannschaft während des Fußballspiels der Gruppe A der FIFA-WM-Qualifikation 2026 zwischen Deutschland und der Slowakei in der Red Bull Arena in Leipzig, Ostdeutschland, am 17. November 2025. (Foto: Ronny HARTMANN / AFP)

Goretzka, Nagelsmann und das Kapitel Einsatzminuten

Obwohl Leon Goretzka bei Bayern aktuell nicht durch viele Einsatzminuten glänzt, plädiert Matthäus dafür, ihn trotzdem zur WM mitzunehmen. Er betont Goretzkas Erfahrung, Charakterstärke und die Fähigkeit, auch von der Bank das Team zu stabilisieren — Kriterien, die bei einer Kader-Nominierung neben reiner Spielzeit zählen. Zugleich verweist Matthäus auf Nagelsmanns Aussage, dass Spieler Einsatzzeiten brauchen, und kritisiert nicht die Forderung an sich, sondern das Fehlen einer klaren Quantifizierung: Nagelsmann nannte keine Mindestanzahl an Minuten. Für Matthäus entscheidet letztlich die Qualität, die ein Spieler ins DFB-Team einbringt, nicht allein die Statistik der Vereinseinsätze.

Kimmich als Rechtsverteidiger und Defensive-Planung

Matthäus kann die Entscheidung nachvollziehen, Joshua Kimmich bei der WM als Rechtsverteidiger einzuplanen, weil Nagelsmann im Mittelfeld andere Alternativen sieht. Er erklärt, dass die Auswahl an deutschen Rechtsverteidigern begrenzt ist — Baku kommt zurück, Henrichs ist noch nicht soweit — und bei Bayern, Dortmund oder Leverkusen aktuell kein klassischer Rechtsverteidiger mit deutschem Pass gesetzt ist. Zudem weist Matthäus auf Nagelsmanns taktischen Aufbau mit „drei Spielern“ im Team hin, wodurch Kimmich bei Ballbesitz eine Art halber Mittelfeldspieler wird. In der Viererkette bezeichnet er Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck als sichere Optionen; Tah habe zuletzt im Klassiker ein starkes Spiel gezeigt und bringt Stabilität in der Defensive.

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Sturmfragen, Offensivprofile und Kandidaten aus der Bundesliga

Im Angriffskader sieht Matthäus momentan Probleme bei der Suche nach einem kopfballstarken Wandspieler: Füllkrug hatte zuletzt nur kurze Einsätze, Kleindienst ist noch nicht fit, und Nick Woltemade wirkt derzeit etwas von der Rolle. Deshalb schlägt Matthäus vor, flexiblere Lösungen zu nutzen — etwa Kai Havertz, Deniz Undav oder Serge Gnabry — die das Spiel um einen Mittelstürmer herum unterstützen, auch wenn sie nicht die klassische Zielspieler-Rolle erfüllen. Als Unterschiedsspieler für die Offensive nennt er Florian Wirtz und Jamal Musiala: Wirtz habe bereits auf höchstem Niveau überzeugt, Musiala hingegen brauche regelmäßige Vereinseinsätze, um Spielrhythmus und Selbstvertrauen für die WM aufzubauen.

Bayern, Karl und Stuttgarts Kandidaten für den WM-Kader

Von Bayern sieht Matthäus sechs feste Kandidaten für die WM 2026: Joshua Kimmich, Jonathan Tah, Jamal Musiala, Serge Gnabry, Leon Goretzka und Lennart Karl, den er in seiner Sky Kolumne mit einem besonderen Qualitätssprung hervorhebt. Matthäus vergleicht Karl mit dem Tempo-Element aus der Vergangenheit (Anspielung auf Odonkor 2006) und gibt ihm gegenüber dem erwähnten El Mala eine Nasenlänge Vorsprung. Gleichzeitig fordert er, dass Vereine wie der 1. FC Köln im Abstiegskampf Spielzeit gewähren müssen, damit Kandidaten wie Karl Chancen auf Nominierung erhalten. Der VfB Stuttgart bringt laut Matthäus mehrere Nachrücker-Optionen ins Spiel — darunter Nübel, Leweling und Undav —, von denen er Nübel, Leweling und Undav definitiv zur WM mitnehmen würde.