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Real Madrid steht vor dem Rückspiel bei Bayern München unter enormem Druck und braucht im Kampf um die Rettung seiner Saison ein kleines Fußballwunder. Nach dem 1:2 im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League im Bernabéu und drei sieglosen Partien in Serie bleibt den Königlichen kaum noch Luft. In München soll sich entscheiden, ob Real noch eine letzte Chance nutzt – oder endgültig ins Taumeln gerät.

„München oder der Abgrund“
Die spanische Presse zeichnete nach dem enttäuschenden 1:1 gegen den FC Girona bereits ein düsteres Bild. Die AS titelte mit „München oder der Abgrund“, das Hausblatt Marca sprach mit Blick auf die Partie in der Allianz Arena von Reals „noch einer letzten Chance“, die Saison zu retten. Tatsächlich ist die Lage angespannt: Im Pokal ist Madrid bereits an einem Zweitligisten gescheitert, in der Liga beträgt der Rückstand auf den FC Barcelona als Tabellenzweiter neun Punkte.
Damit bleibt ausgerechnet die Champions League als bevorzugter Wettbewerb der letzte Rettungsanker. Doch auch dort sind die Aussichten nach der Hinspielpleite gegen Bayern alles andere als glänzend. Die jüngste Vergangenheit, so die AS, mache das Rückspiel zu einem „Akt des superlativen Glaubens“.
Glaube an das Comeback – trotz aller Zweifel
Bei Real klammert man sich dennoch an die eigene Geschichte. Präsident Florentino Pérez sagte bei einem Festakt zur Mitgliederehrung: „Hier gibt niemand auf.“ Trainer Álvaro Arbeloa wiederum verwies nach dem Hinspiel darauf: „Denn wenn eine Mannschaft in München gewinnen kann, dann ist es Real Madrid.“
Arbeloa hat dabei mehrere Baustellen zu lösen. Gegen die Münchner Offensivwucht wirkte die Defensive im ersten Duell bereits nicht stabil, hinzu kommt nun die Gelbsperre von Sechser Aurélien Tchouaméni. Gleichzeitig wird in Madrid seit Wochen über das vermeintliche Traumduo Kylian Mbappé und Vinicius Junior diskutiert.
Historie spricht nicht für die Königlichen
Auch die Ausgangslage aus statistischer Sicht ist ernüchternd. Zwar haben die Blancos in der Königsklasse über die Jahre mehrfach spektakuläre Aufholjagden hingelegt – allerdings fast ausschließlich im Bernabéu. Ein Heimhinspiel in der Champions League oder im Landesmeister-Cup haben sie in fünf Versuchen noch nie gedreht.
Die jüngsten Rückschläge sollen für Arbeloa dennoch kein Thema für Resignation sein. Nach der Niederlage in Mallorca hatte Real mit 1:2 verloren, gegen Girona folgte das Remis und Pfiffe von den Rängen. Der Nachfolger von Xabi Alonso versucht, das schnell abzuhaken. „Ich möchte, dass meine Spieler daran glauben. Das ist alles, was ich will“, betonte er. Seine Mannschaft müsse „alles geben“ und bereit sein zu „sterben“. Denn, so die AS, „wenn sie das nicht tun, ist es die Saison von Real Madrid, die stirbt“.