Inhaltsverzeichnis - das findest du hier
Der Traum vom Triple ist für den FC Bayern geplatzt. Nach dem dramatischen 4:5 im Hinspiel kam die Mannschaft von Vincent Kompany im Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen Paris Saint-Germain trotz großer Moral nur zu einem 1:1 (0:1). Für den Rekordmeister bleibt damit in einer ohnehin bemerkenswerten Saison höchstens das Double, während PSG mit Weltfußballer Ousmane Dembélé am 30. Mai in Budapest gegen den FC Arsenal die erfolgreiche Titelverteidigung anpeilt.

Früher Rückschlag durch Dembélé
Vor 75.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena war die Zuversicht vor dem Anpfiff groß. Sportvorstand Max Eberl sprach von einer „außergewöhnliche Energie“, über der Südkurve hing ein riesiges rot-weißes Banner mit der Botschaft „Schießt uns ins Finale“. Selbst Uli Hoeneß zeigte sich überzeugt und erklärte, das „Momentum“ liege „beim FC Bayern, nicht bei Paris“. Vorstandschef Jan-Christian Dreesen forderte, man müsse „die Fußballwelt gegen dieses immens starke Paris noch einmal begeistern“.
Kompany nahm gegenüber dem Spiel im Prinzenpark nur eine Änderung vor und stellte Konrad Laimer anstelle von Alphonso Davies als Außenverteidiger auf. An der offensiven Ausrichtung änderte der Belgier nach dem torreichen ersten Duell und den zuletzt 16 Gegentoren in sechs Partien nichts. Doch PSG schlug früh zu. Schon nach 140 Sekunden nutzte Paris eine Lücke in Bayerns Abwehr, weil Chwitscha Kwarazchelia auf der linken Seite von Fábian stark freigespielt wurde und präzise in den Strafraum legte. Dort traf Dembélé aus kurzer Distanz unhaltbar für Manuel Neuer.

Bayern arbeitet, PSG bleibt stabil
Die Münchner brauchten zunächst Zeit, um sich von dem Schock zu lösen. Die erste echte Gelegenheit bot sich nach 14 Minuten, als Olise nach einer Hereingabe von Luis Díaz im letzten Moment von Nuno Mendes gestoppt wurde. Bayern suchte danach die Spielkontrolle, kam gegen die ballsicheren Pariser aber nur phasenweise durch. Dennoch erarbeiteten sich Díaz in der 22. Minute und Olise in der 27. Minute zwei gute Abschlüsse.
Diskussionsstoff lieferte eine Szene im PSG-Strafraum, als Vitinha seinem Teamkollegen Joao Neves bei einem Befreiungsschlag den Ball klar an die Hand schoss. Der Pfiff blieb in der 31. Minute aus, Hoeneß reagierte auf der Tribüne wütend. Schiedsrichter Joao Pinheiro lag mit seiner Entscheidung jedoch regelkonform. Kurz darauf musste Neuer erneut eingreifen und gegen Neves retten, ehe Jamal Musiala, der insgesamt unauffällig blieb, kurz vor dem Pausenpfiff an Torwart Matwei Safonow scheiterte. Die erste Hälfte war ereignisreich, aber auch zerfahren.

Mehr Druck, doch kein Durchbruch
Nach dem Seitenwechsel erhöhte Bayern das Tempo, kam aber weiter nicht richtig in die Partie. Gleichzeitig wuchs die Gefahr, in Konter der schnellen Franzosen zu laufen. Désiré Doué und Kwarazchelia prüften Neuer, der seinen Mitspielern mit starken Reflexen im Spiel hielt. Die Münchner drängten danach mit Macht auf den Ausgleich, doch zunächst blieb Safonow Sieger.
Erst spät wurde der Druck noch einmal spürbar größer. Díaz und Olise scheiterten in der 69. und 70. Minute am PSG-Keeper, ehe Harry Kane in der 90. Minute plus 4 doch noch traf und das 1:1 herstellte. Für eine Wende reichte der späte Ausgleich aber nicht mehr, sodass Bayerns 14. Halbfinal-Teilnahme in der Champions League mit dem achten Ausscheiden endete.